In den nächsten Tagen wird es an den Finanzmärkten weitere wichtige Zahlen geben, die zeigen, wie stabil die Geldanlage dieser Tage an den verschiedenen Anlagesektoren ist.
Beachten Sie: Langfristig empfehlen wir auch ohne Blick auf diese Werte die Investition in Sachwerte. Kurzfristig lassen sich die Preise von diesen wichtigen Daten beeinflussen. Je nachdem, wie kurzfristig Sie investieren, entwickeln Sie Ihre Strategie.
Heute: Verbraucherpreise
Die Rechnung ist vergleichsweise unkompliziert. Entwickeln sich die Verbraucherpreise harmlos, müssen Sie kein Eingreifen der Zentralbank(en) in Richtung steigender Zinsen fürchten. Auf der anderen Seite würden dann auch Fluchten in Sachwerte wie Aktien ausbleiben und Anleihen-Kurse sich stabilisieren.
Wichtig ist daher dieser Wert: in Deutschland sollte die Preissteigerung maximal 2% gegenüber dem Vorjahr betragen. Wir rechnen jedoch mit höheren Preis-Entwicklungen, die allerdings nicht allesamt in der Inflationsrate stecken werden.
Entscheidend etwa ist der berühmte Warenkorb des statistischen Bundesamtes. Das bedeutet: effektiv wird die Inflationsrate bei ungefähr 2% bis 2,2% liegen. Auswirkungen auf die Börsen hätte dieser Wert nicht.
Verbrauchervertrauen in den USA....
Am Dienstag, also morgen, geht es gleich weiter mit interessanten Zahlen. Die Werte zum US-Verbraucher-Vertrauen kommen. Je niedriger dieses Vertrauen ist, desto anfälliger für eine oder "die" Inflation, aber auch für eine Deflation, ist die Wirtschaft. Denn:
Bei einer Inflation mit steigenden Preisen würde zu gegebenem Angebot die Nachfrage stark steigen. Mit anderen Worten: in diesem oft zu beobachtenden Muster reagieren Verbraucher mit Panikkäufen auf schlechte Nachrichten und fehlendes Vertrauen.
Davon sind wir weit entfernt, eine solche Reaktion jedoch könnte beispielsweise am Aktienmarkt für steigende Kurse sorgen. Bei einer Deflation halten Investoren - etwa für dieselben schlechten Nachrichten - das Geld zurück. Das bedeutet:
Die Preise würden sinken, weil bei gegebenem Angebot die Nachfrage sich reduziert. Dies können Sie über viele Jahre in Japan zurückverfolgen. Entscheidend für beide Extreme ist das Vertrauen, das jetzt in den USA etwa für den Monat Januar publiziert wird.
Mittwoch: Verbraucherpreise Euroraum
Am Mittwoch schließlich erhalten wir die Preisentwicklung im Euroraum für die vergangenen ersten Wochen in diesem Kalenderjahr. Rechnen Sie hier mit Preisen deutlich jenseits der 2%-Grenze. Vermutlich werden es auch offiziell sogar 2,5% oder mehr sein.
* Damit bestimmen die nächsten Tage effektiv die Zinspolitik beziehungsweise die Erwartung an die Zinspolitik. Da die Preise anziehen werden, kann es zu der Erwartung kommen, die Zinsen werden bald steigen.
* Das wiederum steht den Aktienkursen Anfang der neuen Woche im Wege - wenn die Preissteigerungsraten oder das Verbraucher"misstrauen" zu hoch ausfallen.
* Kurzfristig sind daher sinkende Aktienkurse wahrscheinlicher als zuletzt.
* Auch der starke Kursanstieg der vergangenen Tage spricht für eine technische Gegenbewegung mit Verlusten.
Unsere Empfehlung: langfristig spielen diese Daten keine Rolle - sie sind sozusagen eingepreist, weil die Märkte die Gefahr steigender Preise kennen. Wir favorisieren die Langfristinvestitionen in Aktien wie RWE oder Münchener Rück, die nach Kursverlusten auf eine bald steigende Kursentwicklung hoffen lassen.
Kurzfristig müssten Sie mit Verlusten rechnen. Wollen Sie dies vermeiden, setzen Sie bis Mittwochabend enge Stop-Loss-Limits unter die aktuellen Kurse.


