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Erbe ausschlagen – Schulden vermeiden

Nicht immer bedeute ein Erbe finanzielle Sicherheit für die Nachkommen, sondern eine Schuldenlawine, die Erben unter ihrer Last begraben kann.

Ist dies der Fall, dann sollte der Hinterbliebene innerhalb einer Frist das Erbe ausschlagen. Andernfalls haftet der Nachlassempfänger für die Schulden des Verstorbenen in voller Höhe. GeVestor.de zeigt Ihnen, wie Sie die entscheidenden Informationen gewinnen.

Nachlassverwaltung gerichtlich beantragen

Falls sich ein Erbe nicht sicher ist, ob er eine schöne oder erschreckende Überraschung erlebt, sollte gerichtlich die Nachlassverwaltung beantragt werden. Dadurch lässt sich die Haftung begrenzen, indem sich der eingeschaltete Verwalter mit der Erblast auseinandersetzt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Nachlassinsolvenzverfahren zu beantragen. In diesem Fall wird ein neutraler Insolvenzverwalter eingeschaltet.

Er kümmert sich dann darum, dass die Verbindlichkeiten aus dem verbliebenen Vermögen soweit wie möglich getilgt werden.


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Sowohl bei der gerichtlichen Nachlassverwaltung als auch beim Nachlassinsolvenzverfahren sollten Sie jedoch beachten, dass ausreichend Erbmasse vorhanden ist, damit sich daraus zumindest die Kosten für das Verfahren speisen lassen.

Auch Schulden berücksichtigen, die durch das Erbe entstehen

GeVestor.de empfiehlt: Bedenken Sie auch Schulden, die sich erst unmittelbar durch die Erbschaft ergeben – wie beispielsweise die Beerdigungskosten. Damit sich ein Erbe nicht nachteilig auswirkt, kann das Erbe innerhalb von sechs Wochen nach der Kenntnisnahme (etwa bei der Testamentsverkündung) ausgeschlagen werden.

Dazu ist keine öffentliche Beglaubigung notwendig. Es genügt bereits, das Erbe persönlich beim Nachlassgericht auszuschlagen.

Erbe ausschlagen sollte als Alternative bedacht werden

Innerhalb einer Familie kann es steuerlich auch sinnvoll sein, eine Erbschaft komplett auszuschlagen.

Das gilt insbesondere für das oft praktizierte Berliner Testament, bei dem sich Ehegatten als Erben einsetzen. Werden hier die Freibeträge überschritten, führt das dazu, dass die Erbschaftsteuer gleich zweimal anfällt. Zunächst beim überlebenden Ehegatten und anschließend, wenn dieser an ein Kind vererbt.

Dieser Nachteil lässt sich dadurch vermeiden, dass der überlebende Gatte die Erbschaft ausschlägt. Geschieht das innerhalb der Frist von sechs Wochen, tritt an die Stelle des Überlebenden direkt das Kind.

Im Ausschlagungsvertrag kann dieses verpflichtet werden, eine lebenslange, gesicherte Rente zu zahlen. Der Überlebende bleibt so abgesichert. Erbschaftsteuer bekommt der Staat nur vom Kind.

Theoretisch müsste die Rente versteuert werden. Sie ist jedoch nicht als „Geschenk“ des Kindes zu werten. Steuerlich gilt sie vielmehr als Zuwendung „nach ihrem Ehemann“. Damit sind bis zu 500.000 € steuerfrei.

Weitere Informationen zum richtigen Erben und Vererben finden Sie in den folgenden Beiträgen:

  • Steuern und Politik: Schenken und Erbschaft rechtzeitig regeln jetzt besonders lukrativ
  • Urteil: Bank darf nicht auf Erbschein bestehen

22. März 2010

Von: Tino Hahn. Über den Autor