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Die 7 goldenen Regeln des Erbrechts

Ein zwar unangenehmes, aber genauso unabdingliches Thema ist die Nachlassregelung. Was mit Ihrem Vermögen nach Ihrem Tod geschieht, sollten nur Sie entscheiden. Diese 7 wichtigen Regeln zum Erbrecht helfen Ihnen dabei.

1. Regeln Sie unbedingt den Nachlass

Nicht immer ist die gesetzliche Erbfolge erwünscht und sinnvoll. Sie können verhindern, dass Ihr Vermögen über die gesetzliche Erbfolge verteilt wird. Alles, was Sie dazu benötigen: ein Testament oder einen Erbvertrag.

Ordnen Sie alle Vermögensgegenstände der Person zu, der Sie diese vererben oder auch nur vermachen möchten. Mit einer genauen Zuordnung Ihres Erbes an gewisse Personen können Sie einen Streit unter den Erben vermeiden.

2. Erbrecht: Legen Sie die genaue Abwicklung fest

Neben der genauen Zuordnung der Vermögensgegenstände ist es ratsam, auch eine Person zu bestimmen, die den Erbfall abwickelt. Sie können der Person Ihres Vertrauens in Ihrem Testament diese Aufgabe erteilen. Sie vollzieht dann die Verteilung des Vermögens auf die Erben.

Dabei haben Sie die Wahl zwischen Freunden und Verwandten oder sogar einem Testamentsvollstrecker. Das kommt ganz auf Ihr Vertrauen und die Komplexität Ihres Erbes an.

3. Pflichtteilansprüche beim Erbrecht berücksichtigen

Welchen Menschen Sie welche Anteile Ihres Vermögens vererben möchten, können Sie relativ frei entscheiden. Sie haben beispielsweise die Möglichkeit, einen Alleinerben zu bestimmen. Allerdings gibt es auch hier eine Einschränkung: den Pflichtanteil. Wenn Sie beispielsweise einen Sohn von Ihrem Erbe ausschließen möchten, können Sie diesen Wunsch in Ihrem Testament festhalten.


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Dennoch gehört dieser zu der Anspruchsgruppe des sogenannten Pflichtanteils des Erbes. Auch wenn Sie Ihren Sohn im Testament übergehen oder ausdrücklich enterben, hat dieser einen Anspruch auf die Herausgabe seines Pflichtanteils.

Der Pflichtanteil ist die Hälfte des Erbes, das Ihrem Sohn nach der gesetzlichen Erbfolge zugestanden hätte. Anspruch auf den Pflichtanteil hat jeder, der nach der gesetzlichen Erbfolge erben würde. Dazu zählen Ihre Kinder, Enkel und Urenkel, Ihre Eltern und Ihr Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner.

4.Vererben Sie das Familienheim

Das Familienheim kann steuerfrei an Ehepartner, Kinder, Stiefkinder oder Enkel vererbt werden. Und das selbst dann, wenn dessen Wert deutlich höher ist als der Freibetrag. Mit dieser Möglichkeit möchte der Gesetzgeber verhindern, dass Hinterbliebenen ihre Wohnstätte wegen unerfüllbarer Steueransprüche genommen wird.

Die Voraussetzungen: Sie müssen als Erblasser dauerhaft in dem Haus gelebt haben und der Erbe muss das Haus anschließend mindestens 10 Jahre bewohnen.

Außerdem ist in § 13 Abs. 4b ErbStG (Erbschaftsteuer- und Schenkungsgesetz) geregelt, dass das Familienheim nicht größer als 200 qm sein darf, wenn es steuerfrei an Kinder vererbt werden soll. Beim Vererben an den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner spielt die Größe hingegen keine Rolle.

5. Schenken Sie zu Lebzeiten

Im Falle einer Schenkung unterliegen Wertzuwächse in der Zukunft nicht mehr der Erbschaftsteuer. Deshalb ist es sinnvoll, das Vermögen noch zu Lebzeiten auf die nächste Generation zu übertragen.

Wer hier zögert, befürchtet womöglich seine eigene wirtschaftliche Grundlage zu verschlechtern. Doch dem können Sie entgegenwirken. Beispielsweise können Sie sich ein unentgeltliches Nutzungsrecht auf das Grundstück eintragen lassen. Das ist möglich – auch wenn Sie das Grundstück bereits vererbt haben. Die gesetzlichen Regelungen finden Sie hier.

6. Erbrecht: Nutzen Sie Freibeträge richtig

Wie viel im Endeffekt von Ihrem Erbe an die nächste Generation übergeht, hängt auch von den Freibeträgen ab. Je weiter diese überschritten werden, desto mehr Erbschaftssteuer fällt an.

Indes bleibt das Erbe steuerfrei, wenn der Freibetrag nicht überschritten wird. Deshalb ist es sinnvoll, die gesetzlichen Freibeträge voll auszunutzen. Eine Überschreitung gilt es allerdings zu vermeiden.

Die Freibeträge sind im § 16 ErbStG festgehalten. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können bis zu 500.000 € erben, ohne Steuern dafür zu zahlen, Kinder bis zu 400.000 €. Die steuerfreie Erbsumme der Enkelkinder hat 200.000 € als Obergrenze.

7. Hinterlassen Sie Vermächtnisse

Sie haben als Erblasser auch die Möglichkeit, gewisse Gegenstände aus der Erbmasse herauszulösen. Diese können Sie als Vermächtnis bestimmten Personen überlassen, denen Sie zum Beispiel Ihre Dankbarkeit ausdrücken möchten. Der Vorteil: Der Vermächtnisnehmer wird nicht zum Erben. Dadurch fallen für ihn keine Pflichten mit dem Erben an.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie die Begriffe „vermachen“ und „vererben“ in Ihrem Testament genau unterscheiden. Denn häufig werden die beiden Wörter als Synonyme verwendet.

Wenn Sie schreiben „ich vererbe“, darf der Empfänger in vollem Umfang über den Nachlass bestimmen. Er erbt alle Rechte und Pflichten. Mit der Formulierung „ich vermache“ geht die Bedeutung einher, dass der Erbe lediglich einen Anspruch auf die Herausgabe des vermachten Gegenstandes hat.

7. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.