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Erbschaftssteuer: Pro und Contra im Blick haben

Die Erbschaftssteuer ist ein typisches Produkt der Industriegesellschaft. Indem die Staaten im 19. Jahrhundert begannen, Wirtschaft, Handel und Verkehr zu fördern, entwickelten sie auch ein Steuersystem, mit dem sie am wirtschaftlichen Erfolg des Einzelnen teilhaben konnten.

Die Erbschaftssteuer stellt dabei so etwas wie die nachträgliche Besteuerung vergangener wirtschaftlicher Erfolge dar – zu Lasten der Erben.

Erbschaftssteuer Pro und Contra – eine Frage der Akzeptanz

Schon das Grundprinzip – die Weitergabe von Vermögen nach Verwandtschaftsgrad unter Beteiligung der Allgemeinheit – birgt die unterschiedliche Behandlung von Einzelnen in sich.

So ist denn der Gesetzgeber auch ständig damit beschäftigt, die Erbschaftssteuer an die sich verändernden wirtschaftlichen Bedingungen anzupassen. Während die meisten Steuerarten allgemeine Akzeptanz erreicht haben, gibt es bei der Erbschaftssteuer pro & contra. In Deutschland wurde die Erbschaftssteuer flächendeckend 1906 eingeführt und seitdem ständig verändert.

England mit seiner viel längeren industriellen Tradition hat sich auf eine einfache und moderate Erbschaftssteuer eingerichtet, die allgemein akzeptiert ist. Die meisten neuen EU-Mitgliedsländer oder auch Australien erheben überhaupt keine Erbschaftssteuer.

Erbschaftssteuer Pro und Contra – „Deutschland kompliziert“

Möglicherweise trägt auch die deutsche Eigenart, alles genau regeln zu wollen, zur Komplizierung der Materie bei. Das gilt auch für die Gegenbewegung, nämlich möglichst viele Ausnahmen zu gestatten, um vermeintliche Ungerechtigkeiten abzubauen.

Diese Ungerechtigkeiten sind jedoch je nach Blickwinkel der politischen Parteien sehr verschieden. Regelmäßig ist daher das Bundesverfassungsgericht mit Vorlagen des Bundesfinanzhofes beschäftigt, um die Vereinbarkeit des Erbschaftssteuer Pro und Contra mit der deutschen Verfassung zu prüfen.

Genauso regelmäßig muss der Gesetzgeber dann wieder nachbessern. Fast jede Bundestagswahl im vereinten Deutschland ging bisher mit einem Verfassungsurteil zum Steuerrecht an den Start, das von den Parteien im Wahlkampf nach eigenem Ermessen interpretiert wird.

Erbschaftssteuer Pro und Contra – die Positionen der politischen Parteien 2013

Angesichts der angespannten Haushaltslage ist selbst die FDP mittlerweile davon abgerückt, die Abschaffung der Erbschaftssteuer zu fordern. Vom Modell der sogenannten „Cash GmbH“, mit der eigentlich die Weitergabe von Familienbetrieben erleichtert werden sollte, müssen sich die Liberalen ohnehin verabschieden.

Wieder liegt ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor, das diese zur ungerechten Steuersparmethode verkommene Regelung für verfassungswidrig erklärt. Ob die CDU die von der FDP angestrebte Senkung der Erbschaftssteuer mitmacht, ist noch unklar.

Das Thema Erbschaftssteuer Pro und Contra hat bei diesen Koalitionspartnern schon Tradition. SPD und Grüne sind sich zumindest bei hohen Erbschaftsvolumen einig, den Staat besser zu beteiligen.

Die Linke holt in ihrem Wahlprogramm generell zum steuerlichen Radikalschlag aus. Entsprechend des sozialistischen Selbstverständnisses zielt man dabei vor allem auf die höheren Einkommen. Der Freibetrag für die Erbschaftssteuer soll um mehr als zwei Drittel abgesenkt werden.

30. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.