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So umgehen Sie die Erbschaftssteuer: Legale Wege aus der Steuerfalle

Die Erbschaftssteuer lässt sich auf legalem Weg umgehen. Umgehen heißt, entweder reduzieren oder gar völlig vermeiden.

Der Ansatz reicht von der Nachlassbewertung bis zur Alternative einer Schenkung statt Erbschaft oder eine Kombination von beidem. Was im einzelnen sinnvoll ist, hängt von den individuellen Umständen ab.

Frühzeitige präventive Steuergestaltung als A und O

Wer Erbschaftssteuer umgehen will, sollte zunächst nicht der Illusion verfallen, er könne eine Erbschaft verheimlichen.

Erstens muss man sich innerhalb von 3 Monaten beim Finanzamt melden. Zweitens wird dieses bei der Kontoauflösung des Verstorbenen ohnehin von der Bank ohnehin. Auch Notare müssen relevante Daten mitteilen. Selbst die Steuerflucht ins Ausland ist nur mit viel Aufwand möglich. Und nicht immer geht die Rechnung auf.

Am besten ist es, Erbschaftssteuer durch frühzeitiges Planen zu umgehen. Vorab ist erst mal zu prüfen, ob sich der Aufwand für eine „präventive Steuergestaltung“ überhaupt lohnt. Wenn man genau weiß, was an wen vererbt werden soll, dann berechnet man zuerst den Wert des Vermögens, um das es geht.

Liegt der unter dem Freibetrag des potenziellen Erben, fällt sowieso keine Erbschaftssteuer an.

Erbschaftssteuer umgehen – Freibeträge vervielfachen

Bei den Freibetrag ist zu beachten, dass es mehrere Freibetragsarten gibt, die zusammengerechnet beachtliche Summe ergeben können.

Abgesehen vom regulären Freibetrag gibt es den besonderen Versorgungsfreibetrag für Ehegatten und Kinder. Hierbei sind aber eventuelle Abschläge zu berücksichtigen. Dann der Freibetrag für Hausrat. Unter Umständen auch der Freibetrag für Kunst, Sammlungen, Autos etc.

Im Idealfall kann sich etwa für eine Witwe ein kumulierter Freibetrag von 553.000 € ergeben. Liegt der Nachlasswert dennoch klar darüber, bieten sich zum Umgehen der Erbschaftssteuer folgende Überlegungen:

Freibeträge lassen sich geschickt nutzen, indem man sie einfach verfielfacht. Hintergrund: Anders als bei Erbschaften gilt der Freibetrag bei Schenkungen für die Dauer von 10 Jahren und erneuert sich danach immer für die nächste Dekade.

Nutzt man diese Systematik in frühen Jahren, kann man durch aufeinanderfolgende Schenkungen im 10-Jahres-Rhythmus mehrere Freibeträge zusammenkommen lassen. Vermögen lässt sich schließlich nicht nur am Stück übertragen.

Verstirbt der Erblasser 10 Jahre nach der letzten Schenkung, gibt es für den Rest, der zu vererben ist, nochmal den einmaligen Erbschaftsfreibetrag.

Immobilie schenken und Herr im Haus bleiben

Mit dieser Strategie lassen sich auch Immobilien bereits zu Lebzeiten verschenken. Auf die eigenen Nutzungsrechte muss dabei nicht verzichtet werde.

Stichwort: Nießbrauch. Dabei kann man das Haus oder die Wohnung auf die Nachkommen übertragen und trotzdem bis zum Lebensende darin wohnen. Man kann aber auch zusätzlich das Recht behalten, weiterhin etwa die Miete zu kassieren.

Vorsicht: Je nachdem wer eine Schenkung bekommt, müssen unter Umständen Pflichtteilsansprüche beachtet werden. Spätestens hier geht es nicht mehr ohne Steuerberater. Der kennt übrigens auch Möglichkeiten zur Nachlassgestaltung mit einem Vermächtnis. Auch hier lässt sich Steuer umgehen.

Millionenschweres Haus erben – ohne Erbschaftssteuer

Zum Umgehen von Erbschaftssteuer sind Immobilien ohnehin attraktiv. Anders als anderes Vermögen können sie, abgesehen von den eigenen Freibeträgen, zudem als sogenannter sachlicher Freibetrag gelten.

Damit kann eine Witwe auch ein noch so wertvolles Haus ohne Erbschaftssteuer übernehmen, sofern sie mindestens 10 Jahre selbst darin wohnen bleibt. Kinder allerdings haben nur eine steuerfreie Wohnfläche von 200 m².

Wer diese Option nutzen möchte, sollte sein Vermögen zum Immobilienkauf verwenden, also Geld in Wohneigentum verwandeln.

Den Nachlasswert im Visier

Gerade bei Immobilien gibt es zur Umgehung von Erbschaftssteuern noch einige zusätzliche Ansätze. Beispielsweise der Wert eines Mietshauses. Da der sich nach den jährlichen Mieteinnahmen richtet, lohnt sich ein Blick auf die geeignete Gestaltung der Mietverträge. So lassen sich etwa Mieterhöhungen vermeiden, ohne unterm Strich auf Geld zu verzichten.

Auch könnten mit Bekannten ( bitte nicht mit Verwandten!) niedrigere Sparmieten vereinbart werden. Allzu niedrige Mieten erkennt das Finanzamt jedoch nicht an. Im Erbfall lassen sich zudem die Hypotheken vom Wert einer Immobilie abziehen.

Dies sind nur einige Varianten einer vorausschauenden, strategischen Wertgestaltung. Sie müssen aber unbedingt mit Vorsicht angepackt werden, damit sie legal bleiben und der Schuss nicht nach hinten losgeht.

Insgesamt gibt es also verschiedene Gestaltungen und Ansätze, die Erbschaftssteuer zu umgehen. Sie alle hängen aber von der individuellen Fallkonstellation ab. Wegen der vielen Details und rechtlichen Fallstricke ist ein Vorgehen ohne Steuerberater nicht ratsam. Und der kennt ohnehin die besten Tricks.

26. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.