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Erbschaftssteuerfreibeträge: Wie viel darf steuerfrei geerbt werden?

Erbschaften sind in Deutschland generell steuerpflichtig. Dies bedeutet jedoch nicht, dass automatisch jede Erbschaft auch versteuert werden muss.

Im Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz sind Freibeträge definiert, bis zu deren Grenzen eine Erbschaft nicht versteuert werden muss. Diese sind seit dem Jahr 2010 gültig.

Was genau sind Freibeträge der Erbschaftssteuer?

Es hängt von der Beziehung zwischen dem Erblasser und dem sogenannten Erwerber eines Nachlasses ab, wie hoch der persönliche Freibetrag ausfällt. Bis zum Erreichen dieses persönlichen Freibetrages muss eine Erbschaft nicht versteuert werden.

Liegt der Freibetrag eines Nachlass-Erwerbers beispielsweise bei 100.000 €, so kann er ein Erbe bis zu diesem Betrag antreten, ohne eine Erbschaftssteuer abführen zu müssen. Werden diesem Erwerber nun jedoch zum Beispiel 150.000 € hinterlassen, muss für 50.000 € Erbschaftssteuer gezahlt werden.

Die Bedeutung der Freibeträge für Erbschaften

Das Statistische Bundesamt hat festgestellt, dass für den Großteil der sogenannten Erwerbe von Todes wegen keine Steuern festgesetzt werden. Es sei – so das Statistische Bundesamt – politischer Wille, dass Erbschaften in normalem Umfang innerhalb der Familie nicht besteuert werden. Dies hat zur Folge, dass in der Regel beispielsweise Einfamilienhäuser steuerfrei an die Kinder oder Enkel vererbt werden können.

Wie hoch sind die Erbschaftssteuerfreibeträge?

Für die Freibeträge gilt: Die Höhe hängt von dem Verhältnis, also in vielen Fällen der verwandtschaftlichen Beziehung zwischen dem Verstorbenen und dem Erben ab. Für Ehegatten gilt der höchste Freibetrag: Erst ein Erbe, das über 500.000 € hinausgeht, muss versteuert werden.

Eingetragene Lebenspartnerschaften wurden inzwischen bei den Freibeträgen den Ehegatten gleichgestellt. Auch hier gilt der Betrag von 500.000 €. Der Freibetrag für jedes Kind oder Stiefkind eines Verstorbenen beträgt 400.000 €. Sollte ein Kind oder Stiefkind des Erblassers verstorben sein, geht dieser Freibetrag wiederum auf dessen Kinder über. Wie hoch die Erbschaftssteuerfreibeträge bei anderen verwandtschaftlichen Verhältnissen oder für Erben ohne verwandtschaftliche Beziehung sind, können Sie in einer Übersicht hier nachlesen.

Wer kann von den Freibeträgen profitieren?

Um den Freibetrag der Erbschaftssteuer in Anspruch nehmen zu können, muss der Erwerber des Nachlasses uneingeschränkt steuerpflichtig sein. In § 2 Absatz 2 Nr.1 ErbStG ist geregelt, unter welchen Bedingungen die Steuerpflicht eintritt. Dies ist der Fall, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes oder der Erbe zum betreffenden Zeitpunkt ein Inländer ist. Als Inländer gelten unter anderem Personen, die ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Zudem gilt dies beispielsweise auch für deutsche Staatsangehörige, die sich nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben.

1. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.