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Erfolgsermittlung durch eine kurzfristige Erfolgsrechnung

Für Anleger ist es von entscheidender Bedeutung, den Erfolg eines Unternehmens gut einschätzen zu können. Dies kann gelingen, wenn man sich an den unterschiedlichen Kennzahlen orientiert, die häufig auf Basis des Jahresabschlusses ermittelt werden.

Selbstverständlich ist der Jahresabschluss auch für die Unternehmen selbst von großer Bedeutung. Er weist jedoch einen entscheidenden Nachteil auf: Der Betrachtungszeitraum ist zu lang, um kurzfristig die aktuellen Entwicklungen am Markt zu registrieren und auf diese zu reagieren. Hier kann die kurzfristige Erfolgsrechnung Abhilfe schaffen.

Die kurzfristige Erfolgsrechnung im Überblick

Die kurzfristige Erfolgsrechnung kann sich auf beliebige Perioden beziehen. In vielen Unternehmen ist es üblich, sie monatlich zu erstellen, doch auch wöchentlich Erfolgsrechnungen sind in der Praxis anzutreffen.

Bei der Erstellung der kurzfristigen Erfolgsrechnung (kurz: KER) wird der Mitteleinsatz – also die Kosten – dem betrieblichen Erfolg gegenübergestellt. Der große Vorteil der KER ist hierbei, dass eine sehr genaue Unterscheidung von Produktgruppen, Produktarten, Absatzregionen oder einzelne Filialen möglich ist.

Eine besonders große Aussagekraft erhält die KER dann, wenn Vergleichszahlen zur Verfügung stehen. Diese können entweder vom Vorjahreszeitraum desselben Betriebs oder auch aus einem Vergleichsbetrieb stammen.

Im Zentrum der KER stehen unterschiedliche Daten. So werden Umsatz und Umsatzentwicklung, Lagerbestand und Lagerumschlag, Rentabilität sowie die erreichte Kalkulation erfasst und ausgewertet.

Beispiel für den Einsatz der kurzfristigen Erfolgsrechnung

Durch die kurzen Betrachtungsperioden bei der KER können Unternehmen schnell auf auffällige Entwicklungen reagieren oder sollten diese zumindest hinterfragen. Dies kann man sich an einem einfachen Beispiel vor Augen führen:

In einer Filiale der Modekette Handschuh wird eine Auswertung der KER vorgenommen. Hierbei fällt auf, dass sich im Juli eines Jahres der Verkauf von Hosen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig entwickelt hat. Nur noch 90% des Vorjahresergebnisses wurden erreicht. Nun stellt sich aber natürlich die Frage, was der Grund für diese Entwicklung ist.

Hilfreich kann hier die Betrachtung der KER einer Vergleichsfiliale von Handschuh. Ist hier eine ähnliche Entwicklung zu beobachten oder scheint es sich um eine filialspezifische Entwicklung zu handeln? Bei einer produktspezifischen KER kann man darüber hinaus noch feststellen, ob das Ergebnis bei allen Hosen vergleichbar ist oder ob beispielsweise rote Hosen im Ergebnis zugelegt haben.

Die KER richtig interpretieren

Dieses Beispiel zeigt, wofür eine KER verwendet werden kann. Sie muss natürlich noch richtig interpretiert werden, damit die Unternehmensführung gegebenenfalls die passenden Maßnahmen ergreifen kann. Möglicherweise handelte es sich gar um eine gewollte Entwicklung, da die Kalkulation bei Röcken einen höheren Gewinn versprach und diese gezielt beworben wurden und im Ergebnis zulegten.

Auch ist es beispielsweise denkbar, dass das rückläufige Ergebnis bei den gesamten Hosen im Wetter oder einem Trend zu Röcken begründet ist. Sollte die Entwicklung in nur einer Filiale auffallen, könnte eine veränderte Produktplatzierung innerhalb des Geschäfts ausschlaggebend gewesen sein. Ein Ergebnis-Zuwachs speziell bei roten Hosen kann an gezielter Werbung liegen oder an einem Trend zu dieser Farbe.

Die kurzfristige Erfolgsrechnung liefert somit zunächst keine Lösungen. Sie kann jedoch aufzeigen, wie sich einzelne Bereiche, Produkte oder Produktgruppen unterjährig entwickeln. Als Unternehmer hat man dann die Chance, aus diesen Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen und damit den Unternehmenserfolg zu verbessern.

16. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.