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Ermittlung des Unternehmenswerts nach internationalen Standards

Wenn in vergangenen Zeiten ein Preis für ein Produkt oder eine Dienstleistung ermittelt werden sollte, überließ man dies allzu gern der Einschätzung des Besitzers oder dem freien Spiel der Kräfte. Schachern und Handeln war angesagt.

Aber da heute vieles mehr sehr gern reguliert und zertifiziert wird, geschieht dies auch mit dem Marktwert – durch die Fair Value Bewertung nach International Financial Reporting Standards (IFRS).

Daten, die mithilfe der IFRS ermittelt worden sind, sollen in erster Linie Informationen über die Ertragslage sowie die Vermögens- und Finanzsituation eines Unternehmens liefern.

Woher stammt die Fair Value Bewertung nach IFRS?

Ursprünglich stammt das Konzept der Bewertung nach IFRS aus der britischen (IFRS) und US-amerikanischen (US GAAP) Buchführung.

In der Praxis haben gewinnen die Standards ihre besondere Bedeutung, wenn ein Vermögenswert den Besitzer wechselt oder eine Schuld beglichen wird. Dabei ist Voraussetzung, dass die Vertragspartner vertragswillig, nicht voneinander abhängig sind und über Sachkenntnis verfügen.

Fair Value Bewertung IFRS und seine Durchführung

Wenn vor der Einführung der Fair Value Bewertung nach IFRS beispielsweise ein Händler den Wert seiner Waren einschätzen sollte, kam er dabei oft zu einem weniger marktgerechten Ergebnis. Je nachdem, ob eine steuerliche Veranlagung anstand oder er einen Kredit benötigte, lag der Preis für die Produkte einmal niedriger, einmal höher.

Klar, dass auf dieser Basis keinesfalls ein realitätsnaher Wert eines Unternehmens errechnet werden konnte. Der Fair Value unterscheidet sich vom internen Nutzungswert eines Unternehmens dadurch, dass es sich hierbei um einen objektiven Zeit- oder Marktwert handelt.

Ein Beispiel: Von einem Rasenmäher-Hersteller sollen die Grundstücke und Bauten in der Bilanz bewertet werden.

Die Position, die einen Wert von 750.000 € ausweist, beinhaltet ein Betriebsgrundstück mit einem Preis von 350.000 €. Durch eine zulässigerweise übertragene Rücklage in Höhe von 150.000 € reduziert sich der Wert dieses Grundstücks auf 200.000 €.

Als weiterer Faktor des Bilanzpostens Grundstücke und Bauten schlagen die Herstellungskosten des Betriebsgebäudes mit 1.100.000 € zu Buche. Die wirtschaftliche Nutzungsdauer entspricht dem steuerlichen Abschreibungszeitraum von 50 Jahren.

Da die Hälfte der Nutzungsdauer vergangen ist, wird der Posten Bauten mit 550.000 € veranschlagt. Auf diese Weise kommt es bei dem Produzenten für Rasenmäher bei der Position Grundstücke und Bauten zu einem Wert von 750.000 €.

Die Fair Value Bewertung nach IFRS arbeitet mit einheitlichen Kriterien

Nach den Vorschriften des IFRS muss auf die besondere Situation des Unternehmens und die allgemeine Marktlage eingegangen werden. Dabei ist die Beurteilung durch voneinander unabhängige Vertragspartner besonders wichtig. Vor allem dann, wenn es sich um Zwangsversteigerungen, Verkäufe im Rahmen einer Geschäftsauflösung oder Notverkäufe handelt.

Die Fair Value Bewertung nach IFRS hat den großen Vorteil, dass die Beurteilung von Vermögenswerten wie Gütern, Immobilien oder Dienstleistungen einheitliche Kriterien erhalten hat. Und das verschafft auch potenziellen Anlegern bessere Möglichkeiten bei der Beurteilung eines Unternehmens.

9. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.