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Ermittlung Unternehmenswert: Das DCF-Verfahren

Um den Wert Ihres Unternehmens zu ermitteln, sollten Sie zunächst eine Rentabilitätsvorschaurechnung für fünf Jahre erstellen.

Untergliedern Sie Ihre Rentabilitätsvorschaurechnung so, dass Sie ersehen können. Wenn Sie diese Zahlen zur Verfügung haben, können Sie mit Ihrer Berechnung beginnen.

Ermittlung Unternehmenswert auch für Ihr Unternehmen

Im Folgenden sehen Sie die Zahlen aus der Bilanz eines Handelsunternehmens, anhand derer eine Unternehmensbewertung nach dem DCF-Verfahren vorgestellt wird.

Aktiva Werte in õ Passiva Werte in õ           Anlagevermögen 777.787 Eigenkapital 511.718 Finanzanlagen           0 Rückstellungen 707.450 Vorräte 3.870.100           langfristiges Fremdkapital 840.850 Kundenforderungen 2.328.994           kurzfristiges Fremdkapital 2.137.964 flüssige Mittel           130.538 Lieferantenkredite 2.580.965 sonstige Aktiva 384.306           sonstige Passiva 712.778 Summe Aktiva 7.491.725 Summe Passiva           7.491.725 Position Werte in õ Umsatzerlöse 27.962.677 –           Materialeinsatz 20.637.086 = Rohertrag 1 7.325.591 + Sonstige           Erlöse 657.156 = Rohertrag 2 7.982.747 – Personalkosten           4.151.465 – Sachkosten 3.069.528 – Zuweisungen zu den           Rückstellungen 0 – Abschreibungen 222.602 – Zinsen           258.658 = Betriebsergebnis vor Ertragssteuern 280.494

Sechs Schritte: So kommen Sie vom freien Cash-Flow zum Unternehmenswert

1. Ermitteln Sie die künftigen freien Cash-Flows für einen Zeitraum von 5 Jahren.

2. Nehmen Sie eine Abzinsung der Cash-Flows auf den Bewertungsstichtag vor.

3. Addieren Sie die ersten 4 abgezinsten Cash-Flows.

4. Ermitteln Sie zusätzlich für das 5. Jahr durch Kapitalisierung und Abzinsung auf den Bewertungsstichtag den Fortführungswert Ihres Unternehmens.

5. Addieren Sie zur Summe der 4 abgezinsten Cash-Flows den Fortführungswert.

6. Ziehen Sie von diesem Wert Ihre zinspflichtigen Verbindlichkeiten ab, und rechnen Sie die liquiden Mittel hinzu.

Ihr Ergebnis: der Unternehmenswert Ihres Betriebs.


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Erstellen Sie eine Rentabilitätsvorschaurechnung

Um die voraussichtliche Umsatz- und Kostenentwicklung realistisch darzustellen, sollten Sie neben Ihren eigenen Erfahrungswerten auch auf Branchenberichte Ihres Berufsverbandes, der Industrie- und Handelskammer und Ihrer Hausbank zurückgreifen.

Erstellen Sie für einen Zeitraum von 5 Jahren eine detaillierte Rentabilitätsvorschaurechnung und erweitern Sie diese zu einer Cash-Flow-Planung.

Um Ihren Materialeinsatz und die Personal- und Sachkosten realistisch einzuschätzen, sollten Sie für die jeweiligen Kostenpositionen Einzelpläne erstellen. So erreichen Sie eine größere Transparenz und sind in der Lage, Einzelheiten besser zu beurteilen.

Auch Investitionen beeinflussen den freien Cash-Flow. Erstellen Sie deshalb auch einen Investitionsplan für die nächsten 5 Jahre.

Berücksichtigen Sie Veränderungen beim Working Capital

Ihr Working Capital errechnen Sie, indem Sie von Ihrem Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten abziehen.

Wenn Sie beispielsweise Ihren Material- oder Warenbestand erhöhen oder Ihre Kundenforderungen steigen, ohne dass sich gleichzeitig Ihre kurzfristigen Verbindlichkeiten verändern, hat sich Ihr Working Capital erhöht.

Oft sind es die Veränderungen im Umlaufvermögen eines Unternehmens, die Liquiditätsbedarf auslösen.

Beachten Sie, dass Umsatzsteigerungen (fast) immer auch Erhöhungen beim Material- oder Warenbestand und den Kundenforderungen nach sich ziehen.

Erfassen Sie auch die Veränderungen bei den Rückstellungen

Da sich durch die Bildung und Auflösung von Rückstellungen ebenfalls die Liquidität verändert, haben Sie auch diese Posten zu erfassen.

Der freie Cash-Flow wird kapitalisiert

Um einen realistischen Kapitalisierungszinssatz festzulegen, können Sie als Richtwert den aktuellen Zinssatz für zehnjährige Bundesanleihen heranziehen. Dieser Zinssatz gilt gemeinhin als Zinssatz für sichere Anlagen und liegt derzeit bei 4,4 Prozent.

Da in jeder Unternehmenstätigkeit ein Risiko enthalten ist, sollten Sie diesen Zinssatz noch um einen Risikozuschlag erhöhen.

Je nach Branche und Risikoeinschätzung kann der Aufschlag auf den Zinssatz für zehnjährige Bundesanleihen zwischen 50 und 150 Prozent variieren.

Wenn Sie mit 125 Prozent Aufschlag rechnen, setzen Sie einen Kapitalisierungszinsfuß von rund zehn Prozent an.

Die zukünftigen freien Cash-Flows sind abzuzinsen

Da es sich bei den freien Cash-Flows um Überschüsse handelt, die Sie erst in Zukunft erwirtschaften werden, sind sie auf ihren Gegenwartswert hin abzuzinsen.

Hierzu können Sie sich einer so genannten „Barwerttabelle“ bedienen. Der Barwert ist der „heutige“ Wert einer „zukünftigen“ Auszahlung

Checkliste: Alle Punkte, damit Sie selbst den Wert Ihres Unternehmens berechnen können

  • Greifen Sie für Ihre Überlegungen zur künftigen Entwicklung Ihres Unternehmens auf die Bilanzzahlen der letzten 3 Jahre zurück.
  • Legen Sie nicht einfach die Vergangenheitswerte für die zukünftige Entwicklung zu Grunde, sondern berücksichtigen Sie insbesondere die voraussichtliche Unternehmens- und Konkurrenzsituation.
  • Erstellen Sie eine Rentabilitätsvorschaurechnung für die nächsten 5 Jahre, und weisen Sie folgende Posten gesondert aus: Abschreibungen Zuweisungen zu Rückstellungen Zinsen.
  •  Erstellen Sie einen Investitionsplan, aus dem Sie den Kapitalbedarf für die Investitionen der nächsten 5 Jahre entnehmen können.
  •  Berechnen Sie, in welchem Ausmaß sich Ihr Warenbestand und die Kundenforderungen in den nächsten 5 Jahren voraussichtlich verändern werden.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Steuerberater die künftig anfallenden Ertragssteuern auf Grund der von Ihnen errechneten Betriebsergebnisse ermitteln.
  • Wenn Sie den Unternehmenswert Ihres Unternehmens ermittelt haben und zu einem günstigen Ergebnis gekommen sind, sollten Sie Ihre Bank beim nächsten Gesprächstermin davon in Kenntnis setzen, damit sie Ihnen auf Grund Ihrer guten Bonität günstigere Konditionen einräumt.Mehr zum Thema Unternehmenswert finden Sie hier: „Sechs Methoden, mit denen Sie den Unternehmenswert berechnen können.“

16. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.