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Eröffnungsbilanz: BilMoG hilft Start-ups

Neue Unternehmen sind verpflichtet, bei Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Eröffnungsbilanz vorzulegen. Schon bei der Planung eines Start-ups können Existenzgründer ihr Unternehmen so aufstellen, dass der buchhalterische Aufwand nicht zu groß wird. Einige Erleichterungen, die im Zuge des Bilanzmodernisierungsgesetzes (BilMoG) eingeführt wurden, helfen dabei.

Eröffnungsbilanz nach BilMoG: Aufwand bleibt eine Statusfrage

Grundsätzlich besteht für Unternehmen in Deutschland eine Bilanzierungspflicht, aber diese fällt je nach Firmengröße oder Rechtsform unterschiedlich aus. Die Regeln dafür sind auch durch das BilMoG nicht in einem Gesetz zusammengefasst worden, sondern werden immer noch grundsätzlich durch die Steuer- und Handelsgesetzgebung bestimmt. Grundsätzlich besteht für Unternehmen in Deutschland eine Bilanzierungspflicht.

Start-ups sind naturgemäß daran interessiert, die Verwaltungskosten in der Anlaufphase gering zu halten. Das kann schon mit der Wahl der Rechtsform beeinflusst werden. Um der Bilanzpflicht nach Handelsrecht völlig zu entgehen, sind alle Unternehmensformen geeignet, deren Bilanz nur nach steuerrechtlichen Vorschriften erstellt wird.

Eröffnungsbilanz nach BilMoG: Einzelunternehmer

Die Freien Berufe Berater, Anwälte, Ärzte oder Journalisten unterliegen nicht der Bilanzierungspflicht, auch dann nicht, wenn Sie ihre Tätigkeit in einer Gemeinschaft ausüben. Aber auch Kaufleute und Gewerbetreibende brauchen dem Finanzamt lediglich eine Einnahme-Überschussrechnung vorlegen, wenn sie bestimmte Limits nicht überschreiten.

Das BilMoG hat hierzu den § 241a HGB entsprechend geändert, indem für den jährlichen Umsatzerlös eine Grenze von 500.000 € festgelegt wurde bzw. die Beschränkung auf einen Jahresüberschuss von 50.000 € in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren.

Eröffnungsbilanz nach BilMoG: Personengesellschaften

Personengesellschaften wie die oHG (Offene Handelsgesellschaft), die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) oder die PartG (Partnerschaftsgesellschaft) genießen den Vorteil, ihre Bilanz als Gewinn- und Verlustermittlung nach steuerlichen Aspekten aufstellen zu dürfen.

Auch von der Veröffentlichungspflicht im Bundesanzeiger sind sie ausgenommen. Der Grund: Die volle Haftung ersetzt die strengere staatliche Kontrolle. Bei beschränkt haftende Gesellschaftsformen wie der GmbH, der GmbH & Co. KG oder der Limited aber setzt das BilMoG genauer an.

Hier muss die Bilanz nach handelsrechtlichen Bestimmungen aufgestellt und mit Erläuterungen versehen werden. Damit lässt der Gesetzgeber den Gläubigern dieser Unternehmen einen besseren Schutz zukommen, auch durch die Offenlegung der Bilanz im Bundesanzeiger.

Kleine GmbHs entlastet das BilMoG vom Anlagegitter sowie von der Erläuterungen zukünftiger Forderungen und Verbindlichkeiten, Angaben über Rechnungsabgrenzungsposten oder latente Steuern im Anhang.

Eröffnungsbilanz nach BilMoG: Kapitalgesellschaften

Auch für kleine Kapitalgesellschaft, die den Großteil der in Deutschland registrierten Kapitalgesellschaften ausmachen, ist das BilMoG hilfreich. Durch die Erhöhung der Bilanzsumme auf 4.840.000 € bzw. 9.680.000 € Umsatzerlöse in § 267 HGB gilt für erheblich mehr Unternehmen das Merkmal „klein“.

Unter Umständen kann dadurch sogar der Anhang zur Bilanz komplett entfallen. Auf jeden Fall müssen diese Gesellschaften ihren Jahresabschluss nicht mehr unter www.ebundesanzeiger.de allgemein zugänglich machen.

12. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.