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Ersatz für Erdöl – diese Alternative gibt es

Erdöl ist der Treibstoff, der die Welt antreibt. Ohne das schwarze Gold wären keine Warentransporte mehr möglich und auch der Mensch könnte sich nicht mehr so frei bewegen wie bisher, denn 90% der Ölnachfrage kommt heute vor allem aus dem Logistik- und Personentransportbereich.

Das Problem: Die Erdölreserven sind endlich. Schon seit Jahren versuchen sich Forscher daran, Erdöl günstig und kosteneffizient synthetisch herzustellen – bislang ohne großen Erfolg.

Doch eine Firma aus Italien (GFBiochemicals) will nunmehr mit einem biochemischen Verfahren den Durchbruch geschafft haben. Die Rede ist von Lävulinsäure, die nach Expertenmeinung durchaus das Zeug hat, Erdöl eines Tages als „grüne Alternative“ abzulösen.

Was ist Lävulinsäure und taugt das Produkt als Ersatz für Öl?

Lävulinsäure ist im Grunde nichts Besonderes, das Produkt fällt als Nebenprodukt in der Zuckerindustrie an. Lävulinsäure kann durch Glucose und Fructose durch Kochen mit Salzsäure gewonnen werden.

Etwa eine halbe Million Tonnen werden jährlich produziert, der Großteil wird nicht weiterverarbeitet und fällt damit als Abfallprodukt an. Die vom italienischen Fußballprofi Mathieu Flamini gegründete GFBiochemicals und die TU Wien haben technische Verfahren entwickelt, mit der Lävulinsäure mithilfe von Bakterien zum wertvollen Rohstoff umgewandelt wird.


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Entscheidend ist dabei, dass aus Lävulinsäure die Plattformchemikalie 3-HPA (3-Hydroxypropionsäure) gewonnen werden kann, denn 3-HPA dient als Grundstoff bzw. Plattform, um andere Chemikalien herzustellen. Um 3-HPA herzustellen war bislang Erdöl notwendig.

Ist die Umwandlung erst gelungen, sind die Anwendungsbereiche vielfältig. Lävulinsäure taugt nämlich nicht nur als Erdölersatz, sondern damit lassen sich auch andere energieintensive Produkte wie Polymere oder Lösungsmittel herstellen, glauben Experten.

Lävulinsäure – der lange Weg zur Massenproduktion

Noch ist die Herstellung von Lävulinsäure vergleichsweise teuer, 3 bis 5 € kostet das Kilo. Hintergrund ist der hohe Aufwand, der mit der Herstellung von Lävulinsäure verbunden ist. Dieser lässt sich aber mit neuen Verfahren in der Massenproduktion weiter senken, glauben Forscher.

Seit 2008 forscht GFBiochemicals bereits an einem technischen Verfahren zur Gewinnung von Lävulinsäure direkt aus Biomasse und hat sich dieses Verfahren inzwischen patententieren lassen. Das italienische Start-up gilt als Marktführer und will Lävulinsäure in den nächsten Jahren kommerziell im großen Stil herstellen.

Produziert werden soll im italienischen Caserta. In 2016 soll die Produktion von Lävulinsäure zunächst 4.500 Tonnen erreichen, bis 2017 soll die Anlage dann 10.000 Tonnen Lävulinsäure pro Jahr produzieren.

Lävulinsäure und Biomasse als Erdölersatz

Forscher sind zuversichtlich, dass Lävulinsäure und Biomasse den Grundstock für eine neue Generation von Energieprodukten legen und Erdöl tatsächlich eines Tages als fossiler Energieträger ersetzen können.

Die von GFBiochemicals und der TU Wien entwickelten Verfahren gelten als vielversprechend, dennoch gibt es noch Knackpunkte: Die biotechnischen Verfahren funktionieren bislang hauptsächlich im Labor, müssen also erst auf eine größere Dimension skaliert werden. Erst wenn dies in der Massenproduktion zu vernünftigen Kosten gelingt, dürfte dem Siegeszug der Lävulinsäure als Erdölersatz nichts mehr im Wege stehen.

Für den Menschen und für die Wirtschaft wäre dies ein Glücksfall, wächst Biomasse mit rund 180 Milliarden Tonnen im Jahr stetig nach. Bislang werden nur ca. 5% dieser Menge wirtschaftlich genutzt.

Was Rohstoffanleger beachten sollten

Würden sich Lävulinsäure und Biomasse als natürliche Energieressource durchsetzen und Erdöl ersetzen, hätte dies weitreichende Folgen für den Rohstoffmarkt und damit auch für Anleger.

Vor allem Erdölkonzernen droht damit neben der Solar- und Windkrafttechnik eine „weitere Konkurrenz“ aus dem Lager der erneuerbaren Energieträger. Auch aus diesem Grund könnte der ohnehin schon niedrige Ölpreis in den nächsten Jahren weiter unter Druck bleiben, wenn sich eine echte Alternative zum Erdöl abzeichnet.

11. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Alexander Mittermeier kennt sich aus: Mit Aktien, High-Tech-Unternehmen und Geld- und Wirtschaftsthemen. Sein Wissen bringt er bei uns ein.