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Erwachsenenadoption: erhebliche Nachteile bei wenigen Vorteilen

In diesen Tagen wird es wieder ernst: die Staaten geben in der Finanz- und Wirtschaftskrise der Eurozone wesentlich mehr Geld aus als sie zur Verfügung haben. Zwei Möglichkeiten stehen den Staaten zur Verfügung: sie können dies per Kredit finanzieren – oder die Steuern erhöhen beziehungsweise geltendes Recht besser durchsetzen als bislang.

Die letztgenannte Möglichkeit ist die bessere und wird für Sie zum dauerhaften Ärgernis. Denn: Sie müssen mit steigenden Steuern rechnen und können nur versuchen, die Belastung durch andere Maßnahmen zu reduzieren. Achtung: dies kann allerdings zu einer Falle werden, wenn der scheinbare Trick zu ausgefallen ist.

Erwachsendenadaption: der Trick für die Erbschaftssteuer

Ein möglicher Trick, um Steuern beim Vererben oder beim Erben zu sparen, ist die Adoption. Je „näher“ ein Verwandter plötzlich ist, umso günstiger ist die Steuerklasse, nach der sich das Volumen der Steuerbelastung bemessen wird. Nur: Eine Erwachsenenadoption aus rein steuerlichen Gründen birgt erhebliche Risiken.

Ging es dabei bisher meist um Adelstitel oder auch Einbürgerungen, kommt jetzt für viele der genannte neue Aspekt hinzu: Entferntere Verwandte lassen sich adoptieren, um von den Freibeträgen der neuen Erbschaftssteuer zu profitieren. Das mag in Einzelfällen eine sinnvolle Lösung sein. Es gibt jedoch auch Risiken.

Erwachsenenadoption: Unterhaltspflicht beachten

Die zwangsläufige Konsequenz jeder Erwachsenenadoption ist eine gegenseitige Unterhaltspflicht.

Das heißt: Sollte einer der Beteiligten pflegebedürftig werden, muss der andere für ihn einspringen. Wird gar Heimunterbringung erforderlich, ist auch ein größeres Vermögen schnell aufgebraucht. Je älter also die neuen Verwandten sind, desto größer das Risiko, aus dem scheinbaren Plus-Geschäft mit Steuervorteilen ein gigantisches Zuschußgeschäft werden zu lassen.

Denn: gerade im Alter explodieren die Kosten schnell in einer unerwarteten Höhe und fressen jedes Erbe schnell auf.

Adoption kaum rückgängig zu machen

Ein weiteres Problem für dieses Modell: Verschlechtert sich die Beziehung, kann eine Adoption in der Regel nicht rückgängig gemacht werden. Hat der Adoptierende bereits eigene Kinder, schmälert die Adoption deren Ansprüche bei einer Erbschaft. Denn: Auch ein angenommenes Kind erhält das volle Erb- und Pflichtteilsrecht. Ob dies im Sinne der Erfinder ist, bedenken Sie am besten vor der Entscheidung, den scheinbar schnellen und einfachen Trick anzuwenden.

Erwachsenenadoption kann also in vielen Fällen nur vordergründig eine gute Idee sein. Bedenken Sie auf jeden Fall die Risiken. Das Steuerschlupfloch kann zur Falle werden, aus der es kein Entkommen gibt. Eine Adoption lösen Sie nicht ohne Probleme auf, erst recht nicht, wenn es plötzlich um Erbschaften und damit das größere Geld geht. Lassen Sie sich zudem auf jeden Fall vom Steuerberater beraten.

8. August 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".