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Erwerbsminderungsrente – staatliche Vorsorge mit Lücke

Die deutsche Rentenversicherung bietet neben der normalen Altersrente auch einen Schutz für die geminderte Erwerbsfähigkeit. Diese tritt ein, wenn ein Arbeitnehmer wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr mindestens 6 Stunden täglich arbeiten kann.

Hier wird dann anhand der zeitlichen Arbeitsfähigkeit eine Staffelung vorgenommen und man wird eingestuft in voll oder teilweise erwerbsgemindert.

Die Erwerbsminderungsrente stützt sich auf ein Stufensystem

Wer aufgrund einer Krankheit oder eine Behinderung nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten kann, wird in ein Stufensystem eingruppiert.

Je nach Stufe bezieht der Erwerbsgeminderte mehr oder weniger Leistung von der deutschen Rentenversicherung. Die Leistungsfähigkeit des Arbeitnehmers wird dabei in folgende Stufen eingeteilt:

  • 6 Stunden und mehr (halbe Erwerbsminderung)
  • 3 bis 5 Stunden oder (halbe Erwerbsminderung)
  • Unter 3 Stunden (volle Erwerbsminderung)

Für körperlich behinderte Menschen gibt es hierzu eine Information des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

Grundvoraussetzungen für den Bezug der Erwerbsminderungsrente

–       Der Arbeitnehmer muss mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, um Ansprüche geltend machen zu dürfen.

–       Ferner gibt es eine Regelaltersgrenze ab derer die Erwerbsminderungsrente nicht mehr greift (aktuell 67. Lebensjahr).

–       Reha-Maßnahmen können die Berufsfähigkeit nicht wieder herbeiführen.

–       Die Einzahlungen in die Rentenkasse wurden in den letzten 5 Jahren mindestens 3 Jahre lang getätigt

Zur  Berechtigung der vollen Erwerbsminderung muss auf dem Arbeitsmarkt keine alternative Stelle für den Arbeitnehmer gefunden werden können.

Was man unter „Abstrakte Verweisbarkeit“ versteht

Ein Beispiel hierfür: Herr Bauer war in seiner Tätigkeit als Maschinenbauingenieur nicht nur mit Mechanik beschäftigt, sondern hatte auch Personal- und Budgetverantwortung. Im Falle einer Erwerbsminderung darf ihn die Deutsche Rentenversicherung außerhalb seiner eigentlichen Qualifikation in ein anderes Berufsfeld verweisen.

Unter dem Begriff abstrakte Verweisbarkeit (oder Verweisung) versteht man nun, dass Herr Bauer beispielsweise als Pförtner eingesetzt werden kann. Die Aufgabe bestünde darin, Ausweise zu kontrollieren und die Schranke zu bedienen.

Alternative und Ergänzung: Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Sich alleine auf den Sozialstaat Deutschland zu verlassen, reicht zum einen finanziell nicht aus. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente, selbst bei voller Erwerbsunfähigkeit, beträgt etwa 30 Prozent des bisherigen Bruttoeinkommens. Somit muss theoretisch eine Lücke von ca. 70 Prozent über eine private Absicherung geschlossen werden.

Dies ist zum Beispiel mit dem Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung möglich. Hier haben sich durch neue Unisex-Tarife zuletzt einige Änderungen ergeben. Auch die abstrakte Verweisung ist bei privaten Berufsunfähigkeitsversicherungen zumeist nicht mehr als Klausel enthalten. Achten Sie bei einem möglichen Vertragsabschluss darauf.

Mit der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung kann man für den Fall der Fälle vorsorgen. Jedoch sind die Kosten für eine solche Versicherung nicht zu unterschätzen.

2. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.