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Immobilienmarketing: Es gibt mehr als Schwarz und Weiß

Soll man als Immobilienfirma mit Journalisten zusammenarbeiten, wenn eine Anfrage kommt?

Ein ganz klares „Ja“ dazu von mir – auch wenn das Ergebnis nicht immer den Erwartungen entspricht. So wie bei der Ausgabe ZDF Zoom vom Mittwoch dieser Woche.

Was machen Sie, wenn eine Journalistenanfrage bei Ihnen eingeht?

„Immobilienmakler für Beitrag gesucht – Vor-Ort-Termin wäre sehr wichtig – Kontakt mit Kunden sehr erwünscht – Bitte um Zeit für Interview im Büro und Auswärtstermine. Zeitaufwand etwa drei Stunden, gegebenenfalls mehr“.

Wenn die Anfrage des Journalisten kommt

So erging es vor kurzem einem Berliner Immobilienmakler, der die Journalistenanfrage zu einem Beitrag im ZDF erhalten hat. Die Anfrage ist an ihn vom Berufsverband IVD weitergeleitet worden. Der Kollege hat dem Journalisten zugesagt, für den Beitrag zur Verfügung zu stehen; in diesem Fall für einen Fernsehbeitrag.

Also hat der Berliner Kollege mit der Organisation des Drehs begonnen. Geeignete Immobilie auswählen, Kunden wegen einer gemeinsamen Besichtigung in Begleitung eines Fernsehteams ansprechen. Kunden fragen, ob sie auch für ein Statement vor der Kamera bereit wären. Zeitlich alles mit dem Eigentümer, den Kunden und dem Fernsehteam koordiniert und die eigenen Unterlagen noch einmal ausführlich aufbereitet.

Eine perfekte Organisation im Vorfeld. Zeitaufwand für die Vorbereitung etwa 5 Stunden.


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Der eigentliche Dreh

Am Tag der Aufzeichnung haben der Immobilienmakler und der Journalist etwa acht Stunden miteinander verbracht.

Vorgespräch – Fahrt zur Immobilie – Gespräch mit dem Eigentümer – Aufbau für den Dreh – Vorgespräch mit dem Interessenten – verschiedene Einstellungen in der Immobilie – Interview mit dem Kaufinteressenten – Interview mit dem Immobilienmakler – Rückfahrt ins Büro – Aufbau für den Dreh – Interview im Büro.

Die Story

Die Vorbereitung durch den Immobilienmakler war für den Journalisten so erfolgreich, dass er viele der Einstellungen hätte verwenden können. Eigentümer ist mit der Arbeit des Immobilienmaklers zufrieden. Kaufinteressent äußert sich positiv über den Immobilienmakler.

Er gibt in die Kamera zu Protokoll, dass er bereits mehrere Besichtigungen durchgeführt hat und diesen Immobilienmakler sehr empfehlen kann, weil er sich einfach gut behandelt fühlt und alle Informationen des Maklers stimmen. Der Immobilienmakler erläutert seine professionelle Arbeits- und Vorgehensweise.

Es wird ausführlich über die Qualifikation gesprochen, die ein Immobilienmakler haben sollte. Verschiedene Studienmöglichkeiten an Akademien werden diskutiert.

Zum Ende des Drehs noch einige Fragen des Journalisten zur Provisionsregelung bei Vermietungen. Ob es nicht ungerecht sei, wenn der Mieter, der den Makler gar nicht beauftragt habe, die Provision bezahlen müsse. Was der Makler von schlechten Exposees anderer Makler halte. Was der Immobilienmakler davon halte, dass andere Immobilienmakler falsche Angaben in ihren Exposees machen. Der Kollege schlägt sich tapfer.

Das Ergebnis

Wie gesagt, der Journalist hätte viele gute Einstellungen haben können. Einzig passten die Einstellungen offensichtlich nicht zur Intention des anzufertigenden Beitrags.

Es sollten keine Kunden gezeigt werden, die mit einem Immobilienmakler zufrieden sind. Es sollten sich keine Interessenten anerkennend über die Arbeit des Immobilienmaklers äußern. Es ging nicht um die richtige oder gute Ausbildung eines Immobilienmaklers, sondern um die Negativstory.

Es ging nicht um gut aufgemachte Exposees, um hohen Aufwand, den ein Immobilienmakler bei der Vermittlung einer Immobilie zeigt. Es ging um Schwarz-Weiß-Malerei.

Dieser und jener Journalismus

Machen wir uns jeder selbst unsere Gedanken zu diesem und zu jenem Journalismus, zu den Journalisten, die auch Zwischen- und Grautöne kennen, zu Redaktionen, die einseitige Berichterstattung bei anderen kritisieren und selbst diese zu gern anwenden.

So wie Sie und ich gute Kollegen kennen, mit denen wir jederzeit wieder zusammenarbeiten würden, so kennen wir auch Kollegen, mit denen wir nicht noch einmal kooperieren werden. Natürlich wird der Berliner Kollege bei der nächsten Journalistenanfrage genau nach der Intention des geplanten Beitrags fragen.

Ob er sich erneut davor schützen kann, aus dem Zusammenhang zitiert zu werden, weiß er auch nicht. Aber es bleibt den Versuch wert, auch die Vertreter von jenem Journalismus davon zu überzeugen, dass die Branche auch anders kann.

25. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.