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ETFs im Vergleich: Aktive vs. passive Vermögensverwaltung

Obwohl das Indexing (bzw. die passive Vermögensverwaltung) sich seit vielen Jahren für institutionelle Anleger bewährt hat, ist es noch relativ neu für den durchschnittlichen Privatanleger.

Weil ETFs (Exchange Traded Funds, übersetzt: börsengehandelter Fonds) hauptsächlich passive Strategien verfolgen, sollten Sie sich vor der Investition in einen solchen Fonds zunächst überlegen, ob Sie eher für eine passive oder doch für eine aktive Strategie sind.

Gute Gründe für aktive Anlagestrategien

Die meisten Investment-Strategien auf den modernen Aktienmärkten sind aktiv, d.h. sie versuchen, mehr Leistung zu bringen als der entsprechende (Referenz-)Markt selbst. Das Ziel der aktiven Vermögensverwaltung ist es, einen besonderen Bezugswert, auch „Benchmark“ genannt, zu übertreffen. Die Mehrheit der Investmentfonds wird aktiv verwaltet.

Aktive Fondsmanager analysieren die Trends des jeweiligen Marktes und die Wirtschaft im Allgemeinen, sowie unternehmensspezifische Faktoren. Sie sind somit ständig auf der Suche nach Informationen und schaffen sich Einblicke, die ihnen dabei helfen, die richtigen Anlage-Entscheidungen zu treffen.

Manche haben ihre ganz eigene, komplexe Auswahl an relativ sicheren Aktien und Handelsstrategien, alle mit dem endgültigen Zweck, die Performance des Marktes zu übertrumpfen. Diese Methoden umfassen unter anderem Fundamentalanalyse sowie technische, quantitative und makroökonomische Analyse-Ansätze.

Aktive Fondsmanager glauben an die Ineffizienz des Marktes und daran, dass man von den Anomalien und Unregelmäßigkeiten des Kapitalmarktes profitieren kann, wenn man nur die über die nötigen Fähigkeiten und Informationen verfügt.

Gute Gründe für passive Anlagestrategien

Passives Management oder Indexing basiert darauf, dass man in genau dieselben Wertpapiere investiert, die ein bestimmter Aktienindex beinhaltet (wie z.B. der Dow Jones Industrial Average oder der S&P 500), möglichst auch im gleichen Verhältnis.

Es heißt „passiv“, weil die Portfoliomanager selbst keine Entscheidungen darüber treffen, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Passive Fondsmanager orientieren sich beim Aufbau eines neuen Portfolios lediglich an den Bewegungen und an der Zusammensetzung des jeweiligen Indexes, der abgebildet werden soll.


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Das wesentliche Ziel des Portfoliomanagers ist dabei, die Performance des Index so gut wie möglich nachzubilden. Dazu kauft er beispielsweise beim DAX genau die 30 DAX Aktien, entsprechend ihrer Gewichtung im Index. Umschichtungen werden und müssen nur vorgenommen werden, wenn eine Aktie im Index ausgetauscht wird oder die Deutsche Börse AG die Gewichtungen der Aktien im DAX-Index zu regelmäßigen Terminen anpasst.

Passive Investoren berufen sich auf die sogenannte Effizienzmarkthypothese (EMH), die besagt, dass Marktpreise immer fair sind und sich schnell an neue, den Markt beeinflussende Informationen anpassen.

Der passive Ansatz besagt auch, dass es sowohl für professionelle Anleger als auch für Privatanleger schwierig ist, den Markt auf Dauer zu übertreffen. Deshalb versuchen passive Investoren nicht, besser als der Markt zu sein, sondern lediglich seiner Performance gleichzukommen.

Passives oder aktives Management – Was ist die beste Strategie?

Schon seit den frühen 70er-Jahren wird diskutiert, welche dieser beiden Methoden die beste ist. Argumente für passives Fondsmanagement werden größtenteils vertreten von Wissenschaftlern an Universitäten oder privatfinanzierten Forschungszentren.

Unternehmen an der Wall Street, Banken, Versicherungen und alle anderen, die ein berechtigtes Interesse daran haben, mit aktivem Management hohe Erträge zu erzielen, vertreten die aktive Seite.

Jede Seite bringt aussagekräftige Argumente, doch im Grunde geht diese alte Auseinandersetzung auf verschiedene Wertvorstellungen zurück, ähnlich wie bei konkurrierenden politischen Parteien. Doch beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile, die man sich genauer ansehen sollte.

Aktives Fondsmanagement: Vor- und Nachteile

Der große Vorteil des aktiven Fondsmanagement ist die Chance, dass die Fondsmanager es theoretisch schaffen können, mit gut trainierten Analyse-Fähigkeiten und umfassendem Know-How den Markt zu übertreffen.

Sie können auf der Grundlage ihres Wissens und ihrer Instinkte Gelegenheiten aufspüren, die am Ende eine höhere Rendite bringen. Wenn aktive Fondsmanager befürchten, dass die Kurse bald sinken, können sie defensive Maßnahmen ergreifen und sich z.B. mit Deckungsgeschäften absichern (Hedging) oder ihren Kassenstand erhöhen, um ihre Portfolios zu schützen.

Der Nachteil: Aktives Management ist wesentlich kostspieliger, wegen höherer Managementgebühren und großem Verwaltungsaufwand. Die Kosten trägt dabei der jeweilige Anleger. Dieser finanzielle Aufwand ist eine wichtige Motivation für den Fondsmanager, den Markt langfristig und auf sinnvolle Weise zu übertreffen. Tendenziell hat man davon ein kompakteres Portfolio mit weniger Sicherheiten.

Wenn ein aktiver Manager jedoch mit seinen Prognosen Unrecht hat, landet er in der Regel unter dem Niveau des Marktes und kann bedeutende Verluste machen. Ein bestimmter Management-Stil kann für einige Zeit unter den jeweiligen Bedingungen des Marktes einfach schlecht laufen, worunter der Kurs dann leidet.

In der Praxis kommt es kaum vor, dass ein Fondsmanager mit seinem aktiv gesteuerten Fonds für eine längere Zeit regelmäßig seine Benchmark (seinen Zielindex) übertrifft. Die meisten Manager erzielen sogar im Durchschnitt eine geringe Rendite als der jeweilige Markt.

Passives Fondsmanagement: Vor- und Nachteile

Der große Vorteil des passiven Investierens ist, dass ziemlich nah an der Performance des Basiswertes bleibt. Passives Investment braucht nur wenige Entscheidungen seitens des Fondsmanagers. Dadurch ist der Verwaltungsaufwand niedriger und der Anleger profitiert von niedrigeren Verwaltungsgebühren.

Ein passiv verwaltetes Anlageprodukt wird allerdings nie besser sein können (!) als der Index, den es kopieren soll. Fondsmanager haben hier keine Möglichkeit zu handeln, wenn sie glauben, dass der gesamte Markt zurückgehen wird oder wenn sie merken, dass es besser wäre, einzelne Wertpapiere zu verkaufen.

Obwohl das Indexing (bzw. die passive Vermögensverwaltung) sich seit vielen Jahren für institutionelle Anleger bewährt hat, ist es noch relativ neu für den durchschnittlichen Privatanleger.

Weil ETFs hauptsächlich passive Strategien verfolgen, sollten Sie sich vor der Investition in einen börsengehandelten Fonds zunächst überlegen, ob Sie eher für eine passive oder doch für eine aktive Strategie sind. Schauen Sie sich dafür auf jeden Fall die Ergebnisse der letzten Jahre des jeweiligen Fonds an.

22. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.