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Ethischer Konsum: Kaufentscheidungen mit Nachhaltigkeit

Die Schreckensmeldungen der vergangenen Jahre über inhumane Arbeitsverhältnisse und Umweltverschmutzungen haben die Kaufentscheidungen vieler Menschen geprägt. Der ethische Konsum tritt daher immer weiter in den Vordergrund. In Deutschland wird jedoch meist von nachhaltigem und nicht von ethischem Konsum gesprochen.

Agenda 21 als Startpunkt der Verbesserung

Zum ersten Mal trat dieser nachhaltige Konsum zu Beginn der 1990er Jahre in das Licht der Öffentlichkeit, als insgesamt 178 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen die Agenda 21 beschlossen. Diese sah unter der Überschrift „Veränderung von Konsumgewohnheiten“ vor, dass jeder Einzelstaat für eine nachhaltigere Produktionsweise im Inland und ein ethischeres Konsumverhalten sorgen wird.

Da in den Folgejahren jedoch keine Verbesserung, sondern vielmehr eine Verschlechterung der Situation auftrat, wurde bei einem weiteren Treffen in Südafrika 2002 ein 10-Jahres-Plan mit strikteren Zielen festgelegt.

Ethischer Konsum: Eine Definition ist schwer zu finden

Eine wirkliche Definition für den ethischen Konsum gibt es jedoch auch heute noch nicht. Stattdessen sprechen die meisten Quellen meist vage von einem Verbrauch oder Gebrauch von Gütern und Dienstleistungen, die neben der Erfüllung von Bedürfnissen auch die Umwelt schont und sowohl sozialverträglich als auch ökonomisch tragfähig ist.

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Das Modell des ethischen Konsums basiert daher auf dem allseits anerkannten 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, welches sowohl ökologische, ökonomische und soziale Faktoren berücksichtigt.

Die 3 Säulen der Nachhaltigkeit

Unter den ökologischen Faktor fällt dabei die Idee, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben. Dies bedeutet vereinfacht gesagt, dass die Natur nur in dem Maße beeinträchtigt werden darf, in dem sie sich selber regenerieren kann. Die ökonomische Nachhaltigkeit richtet sich hingegen nach den wirtschaftlichen Verhältnissen einer Gesellschaft.

Werden diese insoweit überschritten, dass eine Folgegeneration Einbußen hinnehmen muss, ist die Nachhaltigkeit nicht mehr gewährleistet. Eine nachhaltige Wirtschaft existiert nur dann, wenn sie langfristig in gleichem Maße fortgeführt werden kann. Als letzten Punkt basiert der ethische Konsum auch auf sozialer Nachhaltigkeit. Neben einer gerechten Bezahlung und Behandlung von Arbeitskräften fällt hierunter auch die friedliche Lösung von eventuell auftretenden Konflikten.

Bundesbürger setzen auf ethischen Konsum

Das Thema des ethischen Konsums spielt jedoch nicht nur bei Privatpersonen eine Rolle. Immer mehr Unternehmen achten seit wenigen Jahren darauf, gezielt auf umweltschonendere Produkte zu setzen. Und dieses Engagement zahlt sich aus.

Inzwischen geben mehr als die Hälfte der Bundesbürger an, häufig zu ethisch hergestellten Produkten zu greifen. Hierzu zählen übrigens auch besonders energiesparende Elektronikgeräte.

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Ein neuer Trend im Bereich des ethischen Konsums ist übrigens die so genannte „Sharing Economy“, in der sich mehrere Menschen ihre Produkte teilen. Während dieses Vorgehen bei der Nutzung von Fahrzeugen schon länger üblich ist, setzt sich die Idee des Teilens nun auch in weiteren Bereichen des Alltags durch. Ethischer Konsum dürfte daher in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen.

24. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.