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Ethisches Investieren: Eigeninitiative von Aktionären ausnutzen

Für viele ethische Investoren ist der reine Aktienkauf von Firmen, die sie unterstützen, nicht genug. Viele Aktivisten möchten die Praktiken eines Unternehmens ändern, indem sie sich aktiv an Verhandlungen beteiligen.

In vielen Unternehmen können Vollmachten genutzt werden, um selbst dann eine Stimme abzugeben, wenn die Person selber nicht am Termin teilnehmen kann. Aktionäre können diese Vollmacht entweder auf dem Postweg oder per E-Mail abgeben, um ihr Stimmrecht zu übertragen.

Eine Stimme pro Aktie üblich?

Üblicherweise bekommt jeder Aktionär eine Stimme je Aktie, die er besitzt. Besitzt er hingegen Aktien einer höheren Klasse, können sogar mehrere Stimmen pro Aktie abgegeben werden.

Viele Aktionäre nutzen ihre Vollmacht, um sich nicht selber in ein Thema einarbeiten zu müssen. Ethische Investoren sind hingegen selbst aktiv und nutzen diese Möglichkeit, um ihre Meinung zu verbreiten und – falls möglich – positive Änderungen der Unternehmensphilosophie durchzusetzen.

Dabei ist es wichtig, dass sie sich mit gleichgesinnten Aktionären zu einer Koalition zusammenfinden, um gegen die deutlich stärkeren institutionellen Anleger gehört werden zu können. Institutionen haben meist deutlich mehr Stimmen als Privatanleger, wobei die einzelnen Geldgeber innerhalb der Institutionen natürlich nicht unbedingt der Stimme der Gesamtheit folgen müssen.


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Investoren sollten sich orientieren

Ist sich ein Investor unschlüssig, für welche Position er stimmen soll, kann er sich entweder an erfahreneren Anlegern orientieren oder sozial ausgerichtete Fonds zu Rate ziehen. Viele dieser Fonds stellen sich beispielsweise ganz klar gegen in Unternehmensfragen verwickelte Vorstandsmitglieder oder die Ausbeutung von Arbeitnehmern, beispielsweise durch Kinderarbeit.

Neben dem Stimmrecht bei bestehenden Wahlen hat der Anleger auch die Möglichkeit, eigene Vorschläge einbringen. Hierzu benötigt er meist einen relativ großen Anteil am Unternehmen, oftmals mindestens 1%.

Regeln für eigene Vorschläge beachten

Bestimmte Regeln müssen im Folgenden eingehalten werden, damit die persönliche Resolution zur Wahl gestellt werden kann. Diese Regeln unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Meist sollten die Vorschläge aber nicht zu lang formuliert und am Abstimmungstermin persönlich vorgestellt werden.

Unternehmen müssen diese Resolutionen nicht zwingend zur Wahl stellen und auch bei einem Wahlerfolg nicht befolgen. Dennoch stellen die Resolutionen eine Chance dar, den Willen der Anteilseigner zu präsentieren und in vielen Fällen auch ein großes Medienecho zu erzielen, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.

Ethisches Investieren: Änderungen durchsetzen

Änderungen, die viele Aktionäre anstreben, sind beispielsweise die Offenlegung von Maßnahmen zum Umweltschutz oder neue Ansätze zum Mindestlohn. Werden diese Änderungen angenommen, können sie zur Wertsteigerung der Aktien beitragen.

Eine weitere Möglichkeit der Einflussnahme ist es, ungeliebte Vorstandsmitglieder, die den Ansichten des ethischen Investors widersprechen, durch andere Mitglieder zu ersetzen.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Unternehmen, diese können jedoch jederzeit eingesehen werden. Allerdings wird eine Firma nur in den seltensten Fällen den Wunsch eines einzelnen Aktionärs beachten oder gar durchsetzen. Auch hier müssen sich Aktionäre also zusammenschließen, um gehört zu werden.

Aktienverkäufe aus Protest meiden

Ohne Unterstützung wird auch der Aktienverkauf einer Person, die damit gegen die Praktiken eines Unternehmens protestieren will, ungehört verklingen. Überzeugt die Person jedoch einen größeren Teil an Aktionären, sich ihr anzuschließen, kann dies genug Druck auf ein Unternehmen ausüben, um Änderungen herbeizuführen. Hierzu müssen jedoch meist institutionelle Investoren gewonnen werden.

Diese Methode sollte jedoch den letzten Strohhalm darstellen, nach dem nur im Notfall gegriffen werden darf. In den 1980er Jahren überzeugten amerikanische Studenten beispielsweise ihre Universitäten, ihre Anteile an Unternehmen zu verkaufen, die in die südafrikanische Apartheid involviert waren.

Nachdem sich weitere Städte und Staaten anschlossen, wurde die mediale Aufmerksamkeit so groß, dass die Regierung in Südafrika wenig später einknickte.

11. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.