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Arbeits- und Menschenrechte: Problem für Unternehmen

Ein wichtiger Punkt bei der ethischen Geldanlage ist der Umgang der Firma mit anderen Menschen, besonders den eigenen Arbeitskräften. Viele Anleger beziehen ihre Auffassung von Menschenrechten aus den Vorgaben der Vereinten Nationen. Die Grundidee dahinter ist, dass jeder Mensch würdevoll behandelt und mit den wichtigsten Freiheiten und Rechten ausgestattet werden sollte.

Darunter fallen unter anderem die freie Meinungsäußerung, das Verbot von Sklaverei , Folter und Diskriminierung, das Recht auf Streiks und angemessene Bezahlung und das Recht auf angemessene Freizeit.

Soziales Investieren: Schinderfirmen meiden

Firmen, die ihren Arbeitern diese Rechte verweigern oder durch Angst und Druckmittel bessere Leistungen erzielen möchten, sollten beim sozialen Investieren vermieden werden. Schlussendlich werden solche Zustände nämlich keine Profite, sondern vielmehr Probleme und Klagen nach sich ziehen.

Diverse Institutionen, darunter die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen, haben in der Vergangenheit einen Leitfaden erstellt, der Unternehmen dabei helfen soll, finanzielle und soziale Ziele zu erreichen.

Die folgenden Punkte sollen dabei als Motivation dienen, Menschenrechte zu fördern:

  • verbesserte Verbindung zu den Anteilseignern
  • verbesserte Mitarbeiter-Rekrutierung, Bindung und Motivation
  • verbesserte Risikobewertung des Unternehmens
  • reduziertes Risiko von Kundenprotesten
  • verbessertes Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit
  • eine deutlich sichere legale Basis
  • verbessertes Vertrauen der Aktionäre
  • nachhaltige Geschäftsverbindungen mit Regierungen, Partnern, Gewerkschaften, Subunternehmern und Lieferanten

Ethisches Investieren: Die Verantwortung des Unternehmens

Der gleiche Leitfaden erklärt dabei, dass Unternehmen auch für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sein können, die sie nicht persönlich begangen haben.

Sobald das Unternehmen erkennt, dass ein Geschäftspartner gegen diese Rechte verstößt und die Verbindungen nicht sofort trennt, macht es sich für die Vergehen des Partners indirekt mitschuldig.

Hierbei werden vier Punkte aufgeführt, nach denen ein Unternehmen indirekt beteiligt sein kann:

  • Das Unternehmen versorgt eine Regierung mit Produkten (beispielsweise Waffen), Serviceleistungen oder Informationen, die definitiv  zu Menschenrechtsverletzungen genutzt werden
  • Das Unternehmen weiß, dass die Regierung Menschenrechtsverletzungen begehen wird, um einen Vertrag einhalten zu können
  • Das Unternehmen profitiert von Menschenrechtsverletzungen von Geschäftspartnern
  • Das Unternehmen weiß von derartigen Verstößen, unternimmt jedoch nichts

Sicherheit am Arbeitsplatz

Aber auch im eigenen Betrieb lauern für Unternehmen zahlreiche Riskobereiche, in denen Verstöße passieren können. Die Sicherheit des Arbeitsplatzes hat beispielsweise einen sehr großen Einfluss auf das Leben und die Gesundheit eines Arbeitnehmers.

Große Gefahrenpotenziale lauern beispielsweise bei dreckigen, lauten, dunklen, heißen oder schlecht belüfteten Arbeitsplätzen. Auch zu schwere Arbeit oder Giftstoffe in den Produkten können zu Gesundheitsschäden führen. Angemessene Pausenzeiten und der Zugang zu sauberen Toiletten sollten auf jeden Fall eingehalten werden.

Probleme auch in Deutschland

Anleger sollten dabei nicht dem gängigen Vorurteil verfallen, dass diese Verstöße ausschließlich im Ausland geschehen.  Auch aus Deutschland sind zahlreiche Menschenrechtsverletzungen am Arbeitsplatz bekannt.

Neben den Gesundheitsrisiken für Arbeitnehmer geht von einigen Fabriken auch ein Risiko für die nähere Umgebung aus. Dies betrifft natürlich nicht den normalen Supermarkt. Bei der Herstellung der Lebensmittel können jedoch Chemikalien eingesetzt werden, die die Umgebung belasten können.

Die Frage nach dem Geld

Einer der wichtigsten Punkte im Arbeitsrecht ist eine angemessene Entlohnung der Arbeiter. Die verschiedenen Anleger werden unterschiedliche Ansichten über einen Mindestlohn und weitere Bonuszahlungen haben.

Meist wird eine Bezahlung angestrebt, die dem Arbeiter ein komfortables Leben in seinem Arbeitsumfeld ermöglicht, während in anderen Unternehmen der gesetzlich festgelegte Mindestlohn ausreichen muss. Diverse Anleger sind der Auffassung, dass Arbeiter die Freiheit haben müssen, jeden Lohn zu akzeptieren, auch wenn dieser unter dem Mindestlohn liegt.

Ein zu hoher Lohn der Chefetage eines Unternehmens kann ebenfalls viele Investoren abschrecken. Neben den normalen Gehältern sind in vielen Fällen auch eine oder mehrere Bonuszahlungen üblich.

Dies beinhaltet neben der Krankenversicherung, bezahlten Krankheitsausfällen und dem Weihnachtsgeld oftmals auch eine Lebensversicherung oder die Ausschüttung von Aktien an die Arbeitnehmer.

Ethisches Investieren: Umfragen beachten

Die Chancen für Anleger sind groß, ein Unternehmen zu finden, das ihrer persönlichen Vorstellung von einer sozial gerechten Firma entspricht. Dabei können jährliche Umfragen nach den „besten Arbeitsgebern“ hilfreich sein.

Gleichzeitig gibt es Umfragen, die die „schlechtesten Arbeitgeber“ küren. Diese sollten von sozial engagierten Investoren gemieden werden.

9. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.