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Investitionen überprüfen – ethisch denken

Bei der Suche nach einer ethischen Investition zählt nicht nur die finanzielle Performance, sondern auch der soziale Hintergrund eines Unternehmens.

Jede Unternehmenswebseite hat heutzutage eine Unterseite zur Nachhaltigkeit der Firmenphilosophie. Ein potenzieller Investor muss nun jedoch herausfinden, ob die dort zu findenden Angaben wirklich den Tatsachen entsprechen oder doch nur Augenwischerei für ein besseres Image in der Öffentlichkeit sind.

Die meisten Unternehmen setzen nicht nur auf eine Website, sondern haben meist ein spezielles Angebot für Investoren. Hier finden sich diverse Angaben zum Umweltschutz, Arbeitsbedingungen und anderen Informationen, die für Anleger wichtig sein können.

Unternehmensangaben kritisch hinterfragen

Dennoch sollten Interessierte den Angaben nicht blind vertrauen. Natürlich versuchen Firmen, die eigene Philosophie so gut wie möglich darzustellen und damit Kunden anzulocken. Weitere Informationen aus unabhängigen Quellen sollten daher auf jeden Fall zu Rate gezogen werden.

Unabhängige Nachrichtenseiten dürften Missstände zuverlässig aufdecken – so lange die Meldungen nicht auf konzerneigenen Pressemitteilungen beruhen.

Im nächsten Schritt sollten sich potenzielle Investoren im Internet auf die Suche nach weiteren Angaben machen. Berichte über Kundenzufriedenheit, Informationen von ehemaligen Angestellten, kritische Interviews mit den Vorständen – all dies sollte gesammelt und ausgewertet werden.


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Überschneiden sich nun die Vorstellungen des Investors mit der Philosophie des Unternehmens, sollte natürlich auch der finanzielle Hintergrund und die Renditechancen des Investments geprüft werden. Hierzu kann auf traditionelle Mittel wie Jahresberichte und Analysestrategien zurück gegriffen werden.

Positive und negative Aspekte beleuchten

Ethische Investitionen können aus einer Vielzahl an Gründen durchgeführt – oder vermieden – werden.

Natürlich ist der Hauptantrieb hinter solchen Investitionen eine große emotionale Komponente. Anleger lassen sich hierbei von ihren eigenen Gefühlen über Umweltschutz, Arbeiterrechte und diverse andere Faktoren zu einer Kaufentscheidung treiben. Führt diese Entscheidung dann schlussendlich zu einer Rendite, hat der Anleger alles richtig gemacht.

Auf der anderen Seite kann es jedoch auch emotionale Enttäuschungen auslösen, wenn ein Unternehmen die versprochenen Standards nicht einhält – oder die Rendite trotz der hohen Erwartungen ausbleibt.

Lebenswandel an der Börse widerspiegeln

Anleger, die schon seit Längerem für eine bestimmte Lebensweise eintreten, sollten diese auch in ihren Investitionen berücksichtigen. Veganer, die in die Fleischindustrie investieren, werden damit höchstwahrscheinlich nicht glücklich, auch wenn die Rendite stimmen würde.

Natürlich haben Investoren mit wenigen Aktien nur wenig Stimmrecht in einem Unternehmen, aber dennoch bleibt ein angenehmes Gefühl, in die richtige Sache zu investieren.

Ethisches Investieren: Kompromisse eingehen

Da sich wahrscheinlich nur wenige Unternehmen finden lassen, deren Prinzipien genau mit den Moralvorstellungen eines Investors übereinstimmen, müssen letztere entscheiden, wo genau sie Kompromisse eingehen können.

Im Zweifel sollten sie auch dann investieren, wenn nur die wichtigsten Kriterien erfüllt sind: der finanzielle Erfolg sollte auch bei ethischen Investitionen im Vordergrund stehen.

Dieser Erfolg steht aber erst am Ende einer langen und anstrengenden Reise. Die Rücksichtnahme auf ethische Vorstellungen führt meist dazu, dass große Unternehmen aus dem Raster fallen. Dies bedeutet nicht unbedingt geringere Renditen, aber einen deutlich größeren Rechercheaufwand, bevor Anleger das passende Investment gefunden haben.

Generelle Trends missachten

Dabei können Anleger sich auch meist nicht auf generelle Trends verlassen. Ethische Geldanlagen stellen immer noch einen sehr kleinen Teil der Gesamtwirtschaft dar, konventionelle Empfehlungen richten sich meist alleine nach dem finanziellen Erfolg. Die Arbeit liegt also darin, über den Tellerrand hinaus zu blicken.

Und dieser Aufwand wird auch im Laufe der Investitionen nicht geringer werden. Erfolglose Anlagen müssen ersetzt werden – und das natürlich wiederum durch ethisch einwandfreie Investitionen.

Sollten Investoren von diesen Aussichten abgeschreckt werden, sollten sie eventuell konventionell investieren – und dann einen Teil des Erlöses spenden, um das Gewissen zu beruhigen.

Bei Investmentfonds kommt hinzu, dass die Gebühren zum Teil deutlich höher sind als bei gewöhnlichen Angeboten. Denn hier übernimmt die Fondsgesellschaft die Suche nach passenden Angeboten für den Anleger und lässt sich dies natürlich teuer bezahlen. In vielen Fällen lohnt sich der Kauf dennoch, die hohen Gebühren müssen jedoch trotzdem in die Gewinnrechnung einkalkuliert werden.

12. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.