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EU-Zinssteuer: einfach anrechnen und zurückfordern

Die EU-Zinssteuer wurde am 1.7.2005 mit der Einführung in nationales Recht in der Zinsinformationsverordnung (ZIV) umgesetzt. Mit der Einführung der EU-Zinssteuer hielten auch Kontrollmitteilungen über Zinserträge von Bundesbürgern Einzug, die im EU-Ausland Zinserträge erwirtschaften.

Mit der EU-Zinssteuer, auch bekannt unter dem Namen EU-Quellensteuer, wollen die Finanzbehörden die Zinserträge von natürlichen Personen in der Europäischen Union grenzüberschreitend besteuern.

Zinssteuer beträgt seit Juli 2011 35% – nur natürliche Personen betroffen

Zunächst wurden die Zinsen in 2005 mit 15% besteuert. Mitte 2008 wurde die Zinssteuer dann auf 20% angehoben. Mitte 2011 folgte eine weitere Anhebung auf nunmehr 35%.

Betroffen von der EU-Zinssteuer sind natürliche Personen wie der deutsche Sparer, die ihr Geld in einem europäischen Land geparkt haben, welches bei der Erhebung der Zinssteuer teilnimmt und auf dessen Konto Zinsen eingehen.

Derzeit wird die EU-Zinssteuer auf Zinserträge in Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein, Monaco, San Marino, Andorra, den britischen Kanalinseln Guernsey und Jersey, sowie den britischen Jungferninseln und den Turks- und Caico Inseln automatisch einbehalten und großteils an den Fiskus des Heimatlandes abgeführt.

Nicht betroffen von der EU-Zinssteuer sind juristische Personen wie etwa Kapitalgesellschaften (AG, GmbH, KG, Limited), oder Familienstiftungen, Trusts und andere gewerblich tätige Personengesellschaften.

EU-Zinssteuer nur auf Zinserträge – Kursgewinne aus Wertpapiere bleiben außen vor

Von der EU-Zinssteuer sind nur Zinserträge betroffen, keine Dividenden oder Kursgewinne aus Wertpapieren, Investmentfonds oder Zertifikate. Auch Erträge aus Lebensversicherungen unterliegen nicht der EU-Zinssteuer.

Der Vorteil für den deutschen Sparer: Da die Abgeltungssteuer in Deutschland nur 25% beträgt, kann der Sparer die Differenz zwischen EU-Zinssteuer und Abgeltungssteuer zurückfordern.

Anders als etwa die gewöhnliche Quellensteuer, ist die EU-Zinssteuer vollständig anrechenbar, während die normale Quellensteuer nur eingeschränkt angerechnet werden kann (siehe auch § 34 c (1) EStG).

Um die zu viel gezahlte EU-Zinssteuer wieder zurückzuerhalten, kann der Sparer diese vom Finanzamt zurückfordern. Dies geschieht über die Einkommenssteuererklärung in der Anlage KAP. Der Anleger füllt hierfür die Zeile „anzurechnende ausländische Quellensteuer nach der ZIV“ aus.

Gleichzeitig hat der Sparer eine Steuerbescheinigung der ausländischen Bank über die bezahlte Steuer oder über die Steuergutschrift vorzulegen. Die Angabe in der Steuerklärung lohnt sich, da die Differenz zwischen einbehaltener Zinssteuer und Abgeltungssteuer mittlerweile 10% beträgt.

Der „Nachteil“ des Antrags ist der, dass der deutsche Fiskus von der Existenz des ausländischen Kontos erfährt. Wurden bislang noch keine Zinsen aus ausländischen Kapitalanlagen in der Steuererklärung angegeben, muss der Sparer mit Nachfragen von Seiten des Finanzamts rechnen.

Zudem kann der Sparer den Abzug der EU-Zinssteuer auch gänzlich vermeiden, indem der ausländischen Bank die Erlaubnis zur Versendung von Kontrollmitteilungen an das Finanzamt am Wohnsitzort erteilt wird.

15. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands