„Tausend Mann und ein Befehl“, das ist nicht nur der Refrain eines Liedes, sondern auch gelebte Realität beim Militär.
Auch wenn der Vergleich ein wenig hinkt, doch Herr Juncker, der Chef der Euro-Gruppe, spricht und tausend Mann, eher Millionen, folgen. Gestern Nacht signalisierte er, dass Griechenland gute Chancen hat, die 130 Milliarden Euro zu bekommen.
Das Land, so seine Laudatio auf die Hellenen, sei auf dem richtigen Weg. Am Montag wolle man dann eine endgültige Entscheidung treffen. Natürlich wird die Euro-Gruppe die Kohle freigeben, jede andere Entscheidung wäre eine handfeste Überraschung.
Zu viele Panzer
Apropos Militär. Deutschland mit seiner Gesamtfläche von 357.000 km2 nennt rund 400 Schützenpanzer sein eigen. Griechenland, das, wie Juncker sagt, auf gutem Weg ob seiner Sparanstrengungen ist, kommt auf eine Gesamtfläche von rund 131.000 km2. Davon entfallen rund 106.000 km2 auf´s Festland und 25.000 km2 auf die mehr als 3.000 Inseln, von denen aber nur 87 bewohnt sind.
Angesichts solcher Verhältnisse muss man sich als Steuerzahler fragen, warum dieses Land 1.600 Panzer besitzt.
Damit nicht genug. Im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt eines Landes geben nur noch die USA mehr Geld für ihre Rüstung als Griechenland aus. Mit anderen Worten: Griechenland steht auf Platz 2 aller Länder weltweit mit den höchsten Rüstungsausgaben.
Das Schicksal dieses Landes ist wohl, dass sein heutiger Finanzminister, Evangelos Venizelos, zuvor griechischer Verteidigungsminister war. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?
Während das griechische Volk durch rigorose Sparmaßnahmen in die Knie gezwungen wird, ist meines Wissens bis heute kein einziger griechischer Panzer verkauft worden. Wozu auch, soll doch der Rest der EU für die Schulden der Griechen aufkommen.
Wie kann der Chef der Euro-Gruppe, der die Geschicke des Euros maßgeblich mitgetragen hat, von einem guten Weg Griechenlands sprechen, wenn solche Fakten Realität sind?
Genauso überheblich verhält sich die deutsche Politik. Die im Bundestag sitzenden Parteien sollen die Interessen des Deutschen Volkes vertreten. Doch sucht man hier vergebens nach einer Partei, die - wie sinnig - Partei für die Interessen Deutscher ergreift.
Stattdessen sprechen sich von alternativlosen und systemrelevanten Geldmärkten, um andere Länder zu retten. Dass die Ängste der Deutschen um ihr Erspartes bei den Politikern nicht ankommt, zeigt eindrucksvoll, wie weit sie sich von ihren Wählern entfernt haben.
Seit Einführung des Euros vor 10 Jahren haben sich 25% seines Wertes in Luft aufgelöst. Also sind die Sorgen und Ängste rechtschaffender Steuerzahler keineswegs aus der Luft gegriffen, sondern gelebte Erfahrung.
Es ist erschreckend, mit welcher unglaublichen Überheblichkeit darüber hinweggesehen wird.
Schuldenbremse
Bei den deutschen Länderchefs wird die Schuldenbremse eingesetzt. Eine solche sucht man in Europa vergebens. Warum sollte ein Land der Eurozone sparen, wenn am Ende alle anderen die Zeche zahlen?
Das alles ist deshalb so tragisch, weil zum einen nachfolgende Generationen belastet werden und zum anderen durch das viele Geld die Inflation angefeuert wird. Diese trifft die unteren Gehaltsempfänger und Rentner besonders hart.
Sie haben keine Möglichkeit an mehr Geld zu kommen, während Politiker schon nach wenigen Jahren im Amt fünfstellige Pensionen kassieren. Dabei können sie den Hals nicht voll genug bekommen.
Oder wie muss man es deuten, wenn der ehemalige Finanzminister Hans Eichel mit 8.000 Euro Pensionsanspruch nicht zufrieden ist und auf 14.000 Euro vor Gericht geklagt hat? Ja, ja - „Wasser predigen und Wein trinken!“, so ist das eben.
Es gab nur einen einzigen „Berufspolitiker“, der den Volksvertretern sowie den Damen und Herren der Hochfinanz ins Gewissen redete.
Im Sommer 2011 sprach dieser in Lindau vor jungen Ökonomen und Wirtschaftsnobelpreisträgern. Dabei kritisierte er nicht nur die Banken und die Europäische Zentralbank (EZB), sondern auch das Krisenmanagement allenthalben.
Seine größte Sorge war, dass am Ende alles beim Steuerzahler landet. Diese Kritik hat gesessen. Fühlte sich da jemand auf den Schlips getreten, oder warum sucht man nun seit Monaten nach einer Möglichkeit, diesen Mann aus dem Amt zu jagen?
Eine lächerliche Kreditaffäre um ein privat genutztes Haus in Großburgwedel wurde unserem Bundespräsidenten zum Verhängnis.
Diversifikation
Man muss Christian Wulff weder mögen noch seine Verfehlungen beschönigen. Und mit Sicherheit ist es nicht richtig, was er getan hat. Das gehört sich so nicht.
Doch müssen sich die Medien gefallen lassen, warum sie die Missstände und Verfehlungen der Finanzwirtschaft und natürlich auch der Währungshüter nicht mit dem gleichen Engagement verfolgen und an den Pranger stellen, wie sie es mit dieser einzigen Person tun.
Um wie viel mehr sind wir Deutsche von diesen Fehlern betroffen, als von ein paar Give-aways einiger Freunde, die die Nähe zur Politik gesucht haben? Und wie heißt es in der Bibel so treffend: „Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“
„Die Sekunden sind gezählt. Hoffnungen übergroß. Es wird Zeit, dass sich was dreht, was dreht, was dreht...“ Recht hat er, der Herbert Grönemeyer mit dieser Forderung. Es wird Zeit, dass wir die Sache in die richtige Richtung drehen.
Deshalb setzt der kluge Anleger auf Gold, Aktien und Immobilien, um sich vor der Willkür staatlicher Entscheidungen zu schützen. Denn das der Staat alles auf einen Schlag für sich vereinnahmt, halte selbst ich als Berufspessimisten für ausgeschlossen.
Bleiben wir wachsam.


