von Jan Aalto

Euro-Krise: Währung vor weiterer Talfahrt - der Januar-Schnelltipp

Euro-Crash möglich

"Echtes Geld": wie wird es künftig aussehen? Euro-Krise verschärft sich

Eine Krisensitzung jagt die nächste, der Euro befindet sich auf weiterer Talfahrt.

Was seit der Schuldenkrisen-Sitzung im Oktober langsam begann, beschleunigt sich:

Der Euro verliert - selbst - gegenüber dem US-Dollar rasant. Zum Wochenschluss der ersten Handelswoche hatte die Gemeinschaftswährung bereits einen Stand von nur noch knapp 1,28 erreicht. Damit sind alle Erholungsversuche der vergangenen Zeit Makulatur. Die Märkte testen jetzt, ob der Euro-Crash bevorsteht.

Marktberichte: Banken und Versicherungen verkaufen

Nach Marktberichten verkaufen selbst Banken und Versicherungen jetzt größere Euro-Bestände. Wenn die institutionellen Investoren tatsächlich anfangen, das Vertrauen in den Euro zu verlieren und die Konsequenz ziehen, geht das berühmte "selfulfilling prophecy" los - die sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Unternehmensberater Roland Berger sagte kürzlich, zu 10% bis 15% rechne er mit einem Euro-Crash. Crash heißt übersetzt in diesem Fall, dass die Währung plötzlich icht mehr existiert wie bislang.

Über Tage müssten sich die führenden Staaten wie Deutschland und Frankreich zusammensetzen und beispielsweise die Fortführung eines kleineren Währungsraums verhandeln. Neue Gremien würden festgelegt, neue Sicherheitsmaßnahmen, neue politische Leitlinien. Das Alles wäre noch das "gute", geordnete Szenario.

Übergangsphase: was passiert mit Geldvermögen?

Die für Sie entscheidende Frage im Fall eines kleinen und erst recht eines großen Crashs wäre, was in der Übergangsphase passiert. Selbst dann, wenn "nur" Griechenland aus dem Währungsverbund austritt - der Euroraum könnte die eigene Währung nicht ohne Maßnahmen den Märkten überlassen.

Ein erster Schritt ist fast ohne Alternative, dass die Banken verhindern werden - oder müssen -, dass dem Euroraum schnell Geld entzogen wird, sprich: dass ein Bankrun einsetzt. Ein erster Schritt bei fortgesetztem Misstrauen wird daher darin bestehen, dass Banken plötzlich für einige Tage schließen.

Danach wird es in irgendeiner Form neue Beschlüsse geben: eine Währungsumstellung mit neuen Werten, Obergrenzen für Kontobelastungen, Zinsänderungen - Vieles ist denkbar. All dies aber deutet sich dieser Tage schon an:

  • Wie gestern beschrieben rechnet der IWF damit, dass Griechenland es nicht mehr schaffen könnte, sich ohne Umschuldung (das heißt: Schuldenschnitt und Verzicht für Gläubiger) vor dem Staatsbankrott zu befreien.
  • Hektische Treffen zwischen Merkel und Sarkozy außerhalb der üblichen Termine des Euroraums zeigen Handlungsfähigkeit und vor allem -willen genau in diesen Tagen.
  • Der frühere Hedge-Fonds-Manager George Soros, der erfolgreich gegen das britische Pfund spekulierte, warnt schon vor dem Untergang der gesamten "EU".
  • Die nächsten Probleme lauern gleich in diesen Tagen. Spanien und Italien müssen versuchen, Anleihen zu verkaufen, sich also Geld zu leihen. Das aber kann bei einem Misserfolg direkt zu einem weiteren Euro-Rutsch führen.

GeVestor meint: Panik ist fehl am Platz. Rechnen Sie aber mit einer schnellen Entwicklung. Wie bereits beschrieben ist es sinnvoll, Bargeldbestände zu reduzieren, wenn Sie sicher gehen wollen. Gold hat wieder bessere Ausgangsbedingungen als vor Wochen.

Vor allem aber: bedenken Sie bei langfristigen Verträgen, dass diese - in Euro berechnet - in einigen Jahren wertlos sein können. 

 

 
 
Bildquelle: crimson - Fotolia