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Eurobonds: die Schuldengemeinschaft genauer erklärt

Mit Eurobonds würden Mitglieder der Europäischen Währungsunion gemeinsam Schulden am Finanzmarkt aufnehmen.

Die aufgenommenen Mittel könnten sie unter sich aufteilen.

Für die Rückzahlung dieser Schulden würde die Gemeinschaft einstehen, was das Risiko des Zahlungsausfalls einzelner Mitglieder der Eurozone reduzieren würde.

Die Idee von Eurobonds

Die Idee gemeinsamer Anleihen in der Europäischen Union kam bereits bei der Einführung des Euro auf.

Konkret brachte Jacques Delors den Vorschlag 2003 in die Diskussion, um damit den EU-Haushalt zu finanzieren.

Als EU-Kommissionspräsident hatte Delors Ende der 80er-Jahre wesentlich an der Gestaltung des Wirtschafts- und Währungsraums mitgewirkt.

Eurobonds in der Staatsschuldenkrise

Kontrovers diskutiert wurde die Idee dann wieder ab 2008, als in Europa die Staatsschuldenkrise grassierte.

Seither gibt es weder eine einheitliche Meinung, wie solche Gemeinschaftsanleihen praktisch aussehen könnten, noch konkrete Pläne, sie in der Währungsunion einzuführen.

In der Staatsschuldenkrise erschien vielen diese Idee allerdings als eine Lösung der Probleme.


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Denn überschuldete Euro-Staaten mit geringer Bonität hatten massive Schwierigkeiten bekommen, sich an den Geldmärkten Kredite zu vernünftigen Konditionen zu beschaffen.

Eurobonds: die Schuldengemeinschaft

Eurobonds wären nichts anders als die Gründung einer europäischen Schuldengemeinschaft. Kritiker meinen, dass man damit die schlechte Haushaltsführung in Krisenstaaten unterstützt. Daher lehnen sie Eurobonds ab.

Denn mit ihnen sinke die Motivation für Krisenstaaten, notwendige Reformen der eigenen Wirtschaft anzugehen.

Steuerzahler in Deutschland etwa müssten nach dieser Lesart dann die Schuldensituation in anderen Ländern indirekt mitfinanzieren.

Mehr dazu: Eurobonds: Pro und Contra eines umstritten Themas

Wie würden Eurobonds funktionieren?

Bisher geben die Staaten Europas ihre eigenen Schuldscheine heraus, wenn sie Geld brauchen. Kreditwürdige Länder wie Deutschland zahlen dabei einen sehr niedrigen Zins an Anleger, die Bundesstaatsanleihen übernehmen und dem Staat damit Geld leihen.

Länder wie Spanien, Griechenland und im Zuge der Krise auch Italien zahlen weit höhere Zinsen.

Bei ihnen stieg die Befürchtung, dass sie Pleite gehen könnten. Dieses Risiko lassen sich Investoren durch höhere Zinsen bezahlen, was die Haushaltssituation in Krisenländern dann weiter verschärft.

Für Europäische Staatsanleihen dagegen würde die Gemeinschaft insgesamt haften – das hieße im Ernstfall: auch Deutschland für Italien oder andere Krisenländer.

Der Vorteil: Die Krisenländer kämen in der Haftungsgemeinschaft günstiger an Kredite, für Länder wie Deutschland würde es wahrscheinlich teurer werden.

Die Befürworter von Eurobonds

Während der Krise gab es vermehrt Stimmen, die solche Anleihen positiv, also als eine mögliche Lösung der Krise, ansahen.

Nach ihrer Sichtweise würden Eurobonds die Gemeinschaft enger zusammenschweißen und innerhalb dieser den Druck auf Haushaltsdisziplin in den Krisenstaaten erhöhen, so die Argumentation.

Das Drohszenario vor dem Hintergrund steigender Zinsen für die Krisenländer während der Krise war der Fall einer möglichen Pleite eines Eurolandes – was die Euro-Gemeinschaft insgesamt infragestellen würde.

Eine solche Pleite könnte eine Kettenreaktion auslösen, andere Länder mit in den Abgrund reißen und damit die gesamte Weltwirtschaft in eine neue Krise stürzen, so die Befürchtung der Befürworter von Eurobonds.

Euro-Rettungsschirm (ESM): Eurobonds durch die Hintertür

Eurobonds wurden faktisch mit dem permanenten Euro-Rettungsschirm ESM eingeführt.

Denn über den Europäischen Stabilitätsmechanismus nehmen die Länder der Eurozone Kredite am Kapitalmarkt auf, um notleidende Staaten zu retten.

Die Haftung für die Rückzahlung der aufgenommen Gelder übernimmt die Gemeinschaft.

10. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.