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Europäische Schulden-Orgie: Absicherung durch Gold

Der alte Fluchtinstinkt funktioniert noch immer: Seit der Verschärfung der griechischen Schuldenkrise tauschen immer mehr Griechen ihr Papiergeld in Gold um.

Sogar die Goldhändler in Deutschland verzeichnen eine steigende Nachfrage nach Goldmünzen und Goldbarren aus Griechenland.

Die Flucht in Gold ist verständlich, da aus heutiger Sicht völlig offen ist, welche (Papier-)Währung in 12 Monaten in Griechenland gültig ist: Euro oder Drachme? Oder sind dann sogar beide Währungen parallel gültig?

Griechen flüchten ins Gold

Sicher ist für die Griechen nur ein Punkt: Gold wird deutlich stabiler sein als jede (mögliche) neue griechische Währung.

Daher werden die Griechen, die eine freie Wahl und Zugang zum Goldmarkt haben, ihren Goldbestand erhöhen und Bargeldbestände abbauen.

Wirklich erstaunlich ist daher nur ein Punkt: Am Tag nach der Volksabstimmung in Griechenland ist der Goldpreis nicht stark gestiegen, sondern auf ein 3-Monats-Tief gefallen. Schlechte (Euro-)Nachrichten hätten an sich den Goldpreis nach oben treiben müssen.

Genau das Gegenteil ist eingetreten. Für viele Goldexperten ist das kein Zufall, sondern das Ergebnis einer strategischen Marktmanipulation.

Eine Allianz aus Politik, Notenbanken und Geschäftsbanken beeinflusst die Edelmetallpreise, damit keine Flucht von Papiergeld in Gold sichtbar wird und das herrschende Papiergeldsystem gestützt wird.

Als ausführendes Organ der Preismanipulationen gelten die großen US-Banken wie JP Morgan, Goldman Sachs und aktuell Citigroup.

Diese Banken beeinflussen den Goldmarkt nicht über den realen, physischen Goldmarkt (Barren, Münzen etc.), sondern rein über Derivate (Papiergold) an den internationalen Terminmärkten.

Der Goldpreis wird von oben beeinflusst

Oliver Groß, der Rohstoffexperte von GeVestor, hat diesen Mechanismus nach der Griechenland-Abstimmung ausführlich beschrieben. Abgerundet hat er seine Analyse mit den aktuellen Zahlen der US-Bank Citigroup.

Während die Citigroup in den vergangenen 3 Jahren am Edelmetall-Terminmarkt nur mit relativ kleinen Summen aktiv war, ist diese Summe im Frühjahr 2015 (zeitlich parallel zur Verschärfung der Griechenland-Krise) fast verzehnfacht worden und liegt inzwischen weit im zweistelligen Milliardenbereich.

Oliver Groß beschrieb das mit einer „Explosion der gehaltenen Gold- und Silber-Derivate“. Das Bild passt gut. Einige Gold-Bullen (Optimisten) haben den Kampf gegen die Preisbeeinflussung bereits aufgegeben. Doch das ist aus meiner Sicht ein voreiliger Schritt.

Denn: Wenn die physische Nachfrage weiterhin steigt, kann der Preis für Papiergold (am Terminmarkt) nicht ewig niedrig gehalten werden.


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Spätestens dann, wenn ein Engpass bei der physischen Lieferung entsteht, wird der Kursdeckel am Terminmarkt weggesprengt und der Goldpreis springt nach oben. Daher lohnt sich für Sie eine Analyse des Goldmarktes.

Studie: In Gold we Trust 2015

Über Gold wird viel geredet und geschrieben. Wenn Sie eine qualitativ hochwertige und gut verständliche Studie suchen, empfehlen wir Ihnen die Studie „In Gold we Trust 2015“ der beiden Analysten Ronald-Peter Stoeferle und Mark J. Valek.

Die beiden Analysten sind „Goldbullen“ (Optimisten). Daher erstaunt es nicht, dass sie auf ein Goldpreisziel von 2.300 USDollar bis Mitte 2018 kommen (das entspricht in etwa einer Kursverdoppelung vom heutigen Niveau aus).

Dennoch ist die Studie nicht einseitig bullish. Die Analysten begründen ihr Preisziel sehr ausführlich und nennen auch Alternativ-Szenarien, falls ihre Einschätzungen nicht eintreffen.

Es werden also auch mögliche Preis-Risiken beleuchtet. Einige wichtige Punkte aus der Ende Juni frisch veröffentlichten Gold-Studie möchten wir Ihnen jetzt nennen:

Der Schuldenberg als Schwachstelle des Währungssystems

Das ungedeckte Währungssystem führt seit Anfang der 70er-Jahre dazu, dass die globale Verschuldung stetig zunimmt.

Die Unternehmensberatung McKinsey hat die Schuldenentwicklung analysiert: Vor 15 Jahren, im Jahr 2000, lag der globale Schuldenberg (Schulden der Staaten, Unternehmen, Privathaushalte) bei 87 Billionen US-Dollar.

Vor Ausbruch der Immobilien- und Finanzkrise stieg dieser Wert im Jahr 2007 auf 142 Billionen US-Dollar.

Nach dem Platzen der Blase hätte an sich eine Bereinigung und Entschuldung erfolgen müssen. Doch das Gegenteil ist eingetreten. Bis Ende 2014 stieg die globale Gesamtverschuldung auf 199 Billionen USDollar. Das entspricht fast der dreifachen Weltwirtschaftsleistung.

Niemand kann vorab sagen, wann diese globale Schuldenblase platzt. Vielleicht steigt der Schuldenberg vorher noch von 200 auf 300 Billionen US-Dollar. Sicher ist aber, dass der Trend nicht ewig hält.

Irgendwann wird es nicht mehr genug Investoren geben, die die stetig steigende Neuverschuldung finanzieren. Kommt es dann zu einem Vertrauensbruch, benötigen wir ein neues Währungssystem.

Ungedeckte Währungen, die rein auf Zahlungsversprechen basieren, werden dann nicht mehr funktionieren.

Feste Goldabdeckung zur Währungssicherung

Ähnlich war es nach dem 2. Weltkrieg. Damals wurde in Bretton Woods ein System mit Goldabdeckung festgelegt. Von 1945 bis zum Ende des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1971 gab es eine Teilabdeckung der Dollar-Bestände durch Gold (25%).

Dadurch wurde verhindert, dass immer mehr Dollar gedruckt wurden (wenn mehr Dollar gedruckt wurden, musste auch mehr Gold zur Absicherung beschafft werden).

Würde man das Bretton-Woods-System neu einführen und den US-Dollar mit einer 25%igen Goldabdeckung absichern, würde das den Goldpreis laut Berechnungen von Stoeferle/Valek auf 4.500 US-Dollar je Unze treiben.

Als Gedankenspiel: Würden die Dollar-Bestände zu 100% mit Gold abgedeckt, würde der Goldpreis auf gut 18.000 US-Dollar je Unze explodieren.

Ein solches Szenario ist jedoch eher unwahrscheinlich. Selbst nach einem Zusammenbruch des Papierwährungssystems erwarten Experten maximal einen Abdeckungsgrad von 25% und damit eine Wiederholung des Bretton-Woods-Systems.

China als Goldkäufer

Wie bereits beschrieben, gibt es starke Indizien dafür, dass der Goldpreis am Terminmarkt künstlich nach unten gedrückt wird, um so die Schwäche der Papierwährungen zu übertünchen.

Die Frage ist jetzt, was diese Manipulation beenden kann. Der Auslöser wäre ein Engpass am physischen Markt.

Wenn Engpässe bei der Lieferung von Goldbarren oder Münzen entstehen, wird offen ersichtlich, dass Preis und Nachfrage nicht zusammenpassen.

Als ein möglicher Auslöser für einen solchen Engpass am physischen Goldmarkt gilt China. Offiziell schweigt China zu diesem Thema. In den Statistiken tauchen seit 2009 keine offiziellen Goldkäufe auf. Der Bestand soll bei nur 1.054 Tonnen liegen.

Zu einem ganz anderen Ergebnis kommt man, wenn man den Aussagen von Song Xin, Präsident der China Gold Association und Parteisekretär der Kommunistischen Partei, Vertrauen schenkt.

China als neuer Gold-Besitzer Nr. 1?

Laut Song Xin plane China im ersten Schritt eine Aufstockung auf 4.000 Tonnen und längerfristig den Besitz von 8.500 Tonnen.

Damit würde China sogar die USA als Gold- Besitzer Nr. 1 ablösen.

Der Aufbau soll mit einer Doppelstrategie erfolgen: Zum einen kauft China Gold offen am Markt, zum anderen sollen sich spezielle staatliche Fonds weltweit an Goldminen beteiligen und so neue Goldreserven abschöpfen.

Wenn China diesen Plan zeitnah umsetzt, werden irgendwann Lücken im realen Goldhandel auftauchen. Genau dann wird die Preismanipulation fast unmöglich, da ein Mangel stets für Preissteigerungen sorgt.

Die Preise für Gold und Silber werden steigen, aber der Zeitpunkt ist unklar. Der aktuelle Fall Griechenland-Krise zeigt, dass die Flucht in Gold nicht automatisch zu steigenden Preisen führt. Der Kursdeckel muss erst entfernt werden.

29. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.