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Europäische Zentralbank – Die Euro-Stabilitätswächter

Wer heute sein Geld anlegen will, dem ist zu raten, sich ein wenig mit der Rolle der Europäischen Zentralbank zu beschäftigen. Vor allem in der Krise nach 2008 kommt ihr eine entscheidende Rolle zu.

Keine bündige Definition

Eine kurze und bündige Definition über die EZB zu geben ist nicht ganz einfach. Das liegt daran, dass es auf den Blickwinkel ankommt, aus dem heraus man sie betrachtet. Eine erste Definition der Europäischen Zentralbank mit Blick auf die Europäische Währungsgemeinschaft lautet: Die Europäische Zentralbank ist eine Währungsbehörde der Union mit Sitz in Frankfurt am Main.

Als Währungsbehörde ist auch schon eine ihrer zentralen Funktionen benannt: Die Europäische Zentralbank sorgt für die Preisstabilität in der Eurozone.

Das System der Zentralbanken


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Sie tut das aber nicht allein sondern eingebettet in das Europäische System der Zentralbanken. Das sind alle nationalen Zentralbanken der Euro-Mitgliedstaaten (wie also etwa die Bundesbank) plus die Europäische Zentralbank. Aufgabe dieses Verbundes mit der Europäischen Zentralbank ist es, eine angemessene Geldpolitik zu betreiben.

Dabei soll immer das Ziel übergeordnete Ziel der Preisstabilität gewahrt bleiben. Dabei gilt es, größere Schwankungen des Geldes im Euro-Raum zu verhindern. Im Sinne der Europäischen Zentralbank sind die Preise im Euro-Raum dann stabil, wenn sie sich gegenüber dem Vorjahr bei nahe unter zwei Prozent bewegen.

Die Europäische Zentralbank versucht mit ihrer Geldpolitik also den Euro bei einer Inflationsrate von leicht unter zwei Prozent stabil zu halten. Dieses Ziel wird durch die Kontrolle der Geldmenge, unter anderem  durch Festlegung von Leitzinssätzen, und Beobachtung der Preisentwicklung verfolgt.

Die EZB ist in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben völlig unabhängig – so sehen es die EU-Verträge vor. Überdies obliegt es der Europäischen Zentralbank, die Ausgabe von Euro-Banknoten zu genehmigen.

Mit Blick auf das Geld im Euroraum könnte eine weitere Definition der Europäischen Zentralbank also lauten: Die EZB ist die einzige Behörde in der Euro-Währungsunion, die Euro-Banknoten genehmigen kann.

Wie unabhängig ist die EZB?

Um die Unabhängigkeit aber ist in den Folgejahren der Wirtschaftskrise nach 2008 eine Diskussion entbrannt.

Wie viele andere Zentralbanken auf der Welt nämlich hat auch die Europäische Zentralbank ihren Leitzins auf historische Tiefstände unter ein Prozent gesenkt. Diese massive Geldflut seitens der Zentralbanken hat an den Aktienmärkten zu Rekordständen geführt.

Während die meisten Kritiker den Schritt niedriger Leitzinsen durch die EZB noch nachvollziehen konnten, schüttelten viele bei anderen Krisenmaßnahmen der EZB den Kopf.

Denn zwar gehört es auch zu den Aufgaben der Europäischen Zentralbank, die allgemeine  Wirtschaftspolitik der EU zu unterstützen. In die Kritik geriet sie aber während der Euro-Schuldenkrise als sie begann, Staatsanleihen  von Europäischen Krisenstaaten aufzukaufen.

Kritiker wie Bundesbankpräsident Jens Weidmann unterstellen ihr seither Staatsfinanzierung, die außerhalb des Mandates der EZB liegt. EZB-Präsident Mario Draghi sieht diesen Schritt dagegen durch das Mandat der EZB gedeckt.

Anleger sollten wachsam die Geldpolitik der Notenbanken und auch die der  EZB verfolgen. Denn irgendwann müssen die Notenbanken wieder von Krisenmodus auf Normalität umschalten und die Geldmenge wieder begrenzen. Das könnte zu fallenden Aktienkursen führen, wenn das Geld an den Finanzmärkten wieder knapper und damit teurer wird.

19. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.