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Europawoche: Hier kommt was auf Sie zu

Gestern habe ich Ihnen davon berichtet, wie die Gesetzgebung in Europa auch die deutsche Immobilienwirtschaft beeinflusst.

Ein wichtiges Beispiel dafür sind die Vorschriften zum Schutz der Verbraucher. Aktuell wird gerade das Widerrufsrecht in Verträgen ausgeweitet.

Widerrufsrecht gilt für alle Verträge, die online angebahnt werden

Die neuen Regelungen zum Widerrufsrecht betreffen alle Verträge, die online angebahnt und abgeschlossen werden. Für diese Verträge muss in Zukunft eine Widerrufsbelehrung erfolgen.

Wird der Verbraucher über die Möglichkeit des Widerrufs nicht belehrt, kann dieser den Vertrag später erleichtert wiederrufen. Das birgt hohe Risiken.

Auch Maklerverträge werden erfasst

Von der gesetzlichen Neuregelung werden auch Maklerverträge erfasst. In der Begründung zu der neuen Verbraucherrechte-Richtlinie ist ausdrücklich erwähnt, dass Maklerverträge in den Anwendungsbereich fallen.

Damit ändert sich auch die Vorgehensweise für Immobilienmakler bei Abschluss eines Maklervertrages, sofern dieser auf elektronischem Weg abgeschlossen wird.

Ausnahme: die schriftlich abgeschlossenen Maklerverträge

Alle schriftlich abgeschlossenen Maklerverträge dürften von dieser Neuerung ausgenommen sein. Das wird jedoch erst endgültig feststehen, wenn das Gesetz, mit dem die Europavorschrift in nationales Recht umgewandelt wird, verabschiedet ist.


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Ich bin ein großer Freund von schriftlich abgeschlossenen Maklerverträgen. Durch das neue Widerrufsrecht werden Sie – als Immobilienmakler – dazu angehalten, vermehrt schriftliche Maklerverträge einzusetzen.

Keine Nachweisbestätigung verwenden

Und ich meine hier bewusst nicht die Nachweisbestätigungen, die häufig verwendet werden, um den Provisionsanspruch nachträglich zu sichern.

Wird eine solche Nachweisbestätigung nachträglich verwendet, heilt das m.E. nicht das bestehende Widerrufsrecht für den zuvor online abgeschlossenen Maklervertrag.

Wann liegt ein Online-Vertrag vor?

Für alle elektronisch abgeschlossenen Maklerverträge (Internet, E-Mail, Telefon) gilt das Widerrufsrecht.

Das bedeutet, dass der Immobilienmakler jeden Interessenten, mit dem ein Vertrag angebahnt wird, über dessen Recht zum Widerruf seiner Erklärung binnen 14 Tagen aufklären muss.

Folge der Nicht-Aufklärung über das Widerrufsrecht

Unterbleibt die Aufklärung, besteht das Widerrufsrecht fort bis entweder der Maklervertrag vollständig erfüllt ist oder der Immobilienmakler die Aufklärung über das Widerrufsrecht nachträglich vorgenommen hat.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufklärung in schriftlicher Form erfolgen muss.

Makler sollten Prozesse in der Immobilienvermittlung anpassen

Ich rate Ihnen dringend dazu, die Vorbereitungen auf die neue Rechtslage schon jetzt zu beginnen.

Die Aufklärung eines Kunden und Vertragspartners über das Widerrufsrecht sollte bereits heute in den Prozess zum Abschluss eines Maklervertrages integriert werden.

Nehmen Sie die Belehrung über das Widerrufsrecht ab sofort in die Verträge auf.

Neues Formular einsetzen

Zusätzlich zum Maklervertrag sollte ein Formular, mit dem ein Interessent über sein Widerrufsrecht aufgeklärt wird, verwendet werden. Dieses Formular sollte zusammen mit einem Maklervertrag vom Kunden unterzeichnet werden.

Es empfiehlt sich, die Belehrung über das Widerrufsrecht in den betriebsinternen Prozess bei Abschluss eines Maklervertrages aufzunehmen.

In unserer Europawoche geht es morgen mit der Niederlassungsfreiheit von Immobilienmaklern in Europa weiter.

27. November 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.