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EWR-Staaten: Darauf müssen Sie als Anleger beim Aktienkauf achten

Mit mehr als 500 Millionen Einwohnern von der Arktis bis zum Mittelmeer ist der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) die größte Wirtschaftszone der Welt.

Rund die Hälfte des Welthandels findet innerhalb dieses Wirtschaftsraumes statt. Der EWR ist mehr als nur eine Freihandelszone zwischen der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA).

Die vier Freiheiten des Europäischen Wirtschaftsraums

Vier Freiheiten gelten im EWR und zwar die des Waren-, Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs. Das bedeutet, dass es weder Zölle noch vorgeschrieben Kontingente gibt, die eingehalten werden müssen, sondern jeglicher Handel frei betrieben werden kann. Auch haben die Bewohner der EWR-Staaten einen unbeschränkten Zutritt zu den jeweiligen Arbeitsmärkten der Mitgliedsländer.

Der Europäische Wirtschaftsraum wird als eine vertiefte Freihandelszone bezeichnet, da neben den vier Freiheiten auch noch weitere Bestimmungen in den verschiedenen Bereichen gelten. Zu diesen gehören neben dem Gesellschaftsrecht und der Statistik auch die Umwelt, der Verbraucherschutz und die Sozialpolitik. 31 Staaten gehören dem EWR an. Diese sind neben allen Staaten der Europäischen Union noch Island, Liechtenstein und Norwegen.

Der Aktienkauf in den EWR-Staaten ist problemlos möglich

Privatanleger, die Aktien in einem der EWR-Staaten erwerben wollen, können das ohne Probleme tun. Die Werte können oft über Xetra gekauft werden, der Gang an die ausländischen Börsen ist nicht immer nötig.

Falls die Aktien aber doch nur über die Börse des jeweiligen Landes gehandelt werden, müssen sich Anleger auf höhere Gebühren einstellen als bei einem Aktienkauf in Deutschland. Zwar werden auf den Aktienkauf in einem der ERW-Staaten dann keine Zölle erhoben, aber die Gebühren der ausländischen Banken und Börsen kommen dennoch hinzu.

Währungsschwankungen und Quellensteuer im Blick haben

Falls zum Beispiel die Order bei einer Bank oder einem Broker in mehreren Tranchen ausgeführt wird, kann es sogar sein, dass die Gebühren ebenfalls mehrfach abgerechnet werden. Auch durch die ausländische Quellensteuer kann der Aktienkauf trotz Doppelbesteuerungsabkommen teuer werden.

Handelt es sich bei den gekauften Aktien beispielsweise um ein Unternehmen in Norwegen, müssen auch die Währungsschwankungen zum Euro im Blick behalten werden, die ebenfalls Auswirkungen auf den Ertrag haben können.

Börsenkurse vergleichen

Die Börse Berlin hat sich zum Beispiel auf Aktien aus dem Ausland spezialisiert, dort können auch viele Werte aus den EWR-Staaten gehandelt werden. Wichtig ist jedoch immer, diesen Kurs mit dem der Heimatbörse des Unternehmens zu vergleichen und nur dann zu kaufen oder zu verkaufen, wenn er nicht zu stark abweicht.

Wie bei jedem Aktienkauf ist es auch bei einem Aktienkauf in einem der EWR-Staaten wichtig, das Unternehmen und die Branche zu kennen und sich im Vorfeld gründlich zu informieren. Diversifikation des Portfolios ist ebenfalls ein wichtiger Faktor um Risiken zu streuen und Verluste besser abfedern zu können.

14. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.