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Expansive Fiskalpolitik – Zielsetzung und Methoden

Die expansive Fiskalpolitik ist ein finanzpolitisches Instrument des Staates, um wirtschaftliche Stabilität gewährleisten zu können.

Hierfür werden öffentliche Ausgaben erhöht und Steuern gesenkt. Der private Konsum soll durch diese Maßnahmen gesteigert werden und dem Wirtschaftsabschwung entgegenwirken.

Auch Investitionen werden durch Zulagen des Staates ausgebaut. Um diese Ausgaben finanzieren zu können, wird jedoch oftmals auch ein Haushaltsdefizit akzeptiert.

Fiskalpolitische Maßnahmen haben stets Auswirkungen auf Privathaushalte – beispielsweise auch durch Steuererhöhungen oder Steuersenkungen.

Ziele der Fiskalpolitik

Die Fiskalpolitik im Allgemeinen lässt sich auf die Theorien des Ökonomen John Maynard Keynes zurückführen und hat den Anspruch, für wirtschaftliche Stabilität und ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht zu sorgen.

Mithilfe des „Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft“ (StabG) von 1967 wurde diese Aufgabe der Fiskalpolitik schriftlich fixiert.

Unter Beachtung des „magischen Vierecks“ (angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum, Preisniveaustabilität, hoher Beschäftigungsgrad und außenwirtschaftliches Gleichgewicht) sollen fiskalpolitische Maßnahmen ihre Wirkung entfalten.

Mehr zum Thema: Magisches Viereck – eine Entzauberung der vier Ecken

Methoden der expansiven Fiskalpolitik

Die Fiskalpolitik hat 3 Möglichkeiten, ihre Wirkungsweisen aufzuzeigen:

Zum einen durch die Steuerung der Ausgabenpolitik, zum anderen durch die Senkung oder Erhöhung von Steuern. Das dritte finanzpolitische Instrument richtet sich an die Schulden- bzw. Rücklagenpolitik.

Eine expansive Fiskalpolitik konzentriert ihre finanzpolitischen Maßnahmen auf eine Erhöhung der öffentlichen Ausgaben.

Dies geschieht zum Beispiel durch das Einstellen von mehr Personal, durch eine verstärkte Auftragsvergabe oder eine Senkung der öffentlichen Einnahmen – etwa eine Steuersenkung.

Rücklagen werden in dieser Zeit nicht gebildet. Im Gegenteil, sie werden zur Finanzierung der finanzpolitischen Maßnahmen aufgebraucht.

Haushaltsdefizit wird in Kauf genommen

Um diese expansive Fiskalpolitik finanzieren zu können, zieht der öffentliche Haushalt auch Defizite in Betracht.

Diese Defizite werden teilweise durch die Aufnahme von Krediten „aufgefangen“. Auch Rücklagen, die in Hochkonjunkturphasen zurückgestellt wurden, werden in wirtschaftlichen Krisenzeiten zur Finanzierung der Konjunkturbelebung herangezogen.

Ziel dieser expansiven finanzpolitischen Maßnahmen ist die Anregung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.

Das Gegenmodell der restriktiven Fiskalpolitik

Im Gegensatz zur expansiven Fiskalpolitik orientieren sich restriktive finanzpolitische Maßnahmen an der Senkung der öffentlichen Ausgaben und einer Erhöhung der staatlichen Einnahmen.

Mehr zum Thema: Restriktive Fiskalpolitik – Methoden und Ziele

Investitionen und Subventionen aus öffentlicher Hand werden verringert, Steuern werden angehoben.

Während diese restriktiven Maßnahmen in Hochkonjunkturphasen angestrebt werden, kommt die expansive Fiskalpolitik meist in wirtschaftlich schwächeren Zeiten zum Einsatz.

Beide Theorien der Fiskalpolitik verhalten sich also immer entgegengesetzt zum Konjunkturverlauf.

Somit sind beide Modelle mit ihren finanzpolitischen Maßnahmen der antizyklischen Fiskalpolitik zuzuordnen.

20. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.