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EZB kauft Staatsanleihen: das Spiel mit den Milliarden

Wenn Zentralbanken Geld in den Markt pumpen wollen, haben sie verschiedene Möglichkeiten. Was einem da sofort einfällt, sie können frisches Geld drucken lassen. Nun stellt sich allerdings die Frage: Wie bringen sie dieses Geld unter die Leute?

Klar, dass beispielsweise eine Europäische Zentralbank (EZB) die Scheine nicht einfach mal so an alle Bürger verschenken kann. Aber zu den Fakten: Seit März 2015 kauft die EZB Staatsanleihen ihrer Mitgliedsstaaten in Höhe von ca. 60 Mrd. € monatlich zurück. Insgesamt sind Ausgaben von etwa 1,5 Billionen € geplant.

EZB: Staatsleihen Rückkauf und die Hintergründe

Mit dem Rückkaufprogramm für Staatsanleihen möchte die EZB die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln und die Inflation auf das selbst gesteckte Ziel von knapp 2 % anheben. Da die USA und Japan in den zurückliegenden Jahren ähnliche Maßnahmen gestartet hatten, sahen sich die europäischen Währungshüter hierzu gezwungen.


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Monat für Monat wird die EZB Anleihen in der Höhe von 60 Mrd. € kaufen. Das Programm begann im März 2015 und soll bis März 2017 laufen. Hieraus ergibt sich ein Volumen in Höhe von gut 1,5 Billionen € – mehr als 4.000 € pro Bürger der Eurozone.

Dabei ist noch nicht einmal sicher, ob das Programm dann zu Ende ist. EZB-Chef Draghi hat nämlich erklärt, dass die Käufe so lange weitergehen sollen, bis sich die Inflationsrate in der Währungsunion wieder dem EZB-Zielwert von nahe 2 Prozent annähert.

Nachdem die US-Notenbank den Kurs ihrer Niedrigzinspolitik Ende 2015 verlassen und den Leitzins angehoben hat, besteht die berechtigte Hoffnung, dass das Anleiherückkaufprogramm der EZB nunmehr zum Tragen kommt.

Welche Anleihen kauft die EZB zurück?

Die EZB kauft prinzipiell Anleihen aller Staaten, die von Ratingagenturen als sicher eingestuft werden. Das würde bedeuten, dass Griechenland herausfällt. Allerdings gilt für Griechenland eine alte Ausnahmebestimmung: Unter das Kaufprogramm fallen auch Staaten in einem Rettungsprogramm, die sich an die Bedingungen halten.

Dennoch kauft die EZB zunächst keine griechischen Anleihen. Denn hier besteht eine Obergrenze: Im Besitz der EZB sollen nur 33 % aller ausgegebenen Staatsanleihen pro Land sein. Griechenland hat diese Grenze bereits erreicht. Aus diesem Grund kauft die EZB erst mal keine griechischen Staatsanleihen.

Das Rückkaufprogramm für EZB Staatsanleihen hat nicht bei allen Teilnehmern des Finanzmarktes Beifall ausgelöst. Kritiker monierten vor allem, dass es nicht Aufgabe der EZB sei, Druck von den Krisenstaaten zu nehmen, ihre kränkelnden Haushalte zu sanieren oder strukturelle Reformen durchzuführen, die mehr konjunkturelles Wachstum brächten.

Da aber weitere traditionelle Maßnahmen wie Leitzinssenkungen wegen der angespannten Zinssituation nicht mehr möglich waren, griff die EZB zu diesem Instrument, um die Preise in einem stabilen Rahmen zu halten.

5. Januar 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.