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Facebook Aktie: Desaster hinter den Kulissen

Es ist in aller Munde: Das groß angekündigte Facebook-IPO hat sich als Flop erwiesen. Schon am ersten Handelstag sank die Aktie in Rekordzeit unter den Emissionspreis.

Facebook: Aktie floppt

Doch die Frage bleibt: Warum? Dazu sind nun beunruhigende Insider-Informationen bekannt geworden.

Laut Angaben des englischen Business Insider und eines Journalisten von Reuters haben die Börsenanalysten ihre vorweg so positive Schätzung über die Facebook-Aktie urplötzlich geändert.

Und das peinlicherweise schon mitten während der IPO-Informationsveranstaltung, die letzten Freitag abgehalten wurde.

Mehr zum Thema: Facebook-Börsengang: Warum er gefloppt ist

Der Grund dafür waren angeblich die Aussagen einer Facebook-Führungskraft über die erwartete schwache wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens. Demnach hätte sich der SocialNetwork-Riese diese Suppe also selber eingebrockt.

Zweiklassengesellschaft für Anleger?

An dieser Geschichte schockiert aber ein zusätzlicher Aspekt noch weitaus mehr wie wir finden, nämlich der Umgang mit dem Großteil der Investoren.


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Die Führungskraft vertrat dem Bericht zufolge nämlich die feste Ansicht, dass das zweite Quartal 2012 für Facebook schon wesentlich schwächer ausfallen würde als das erste.

Grund für diese nun plötzlich verschlechterte Prognose seien Zahlen, nach denen die Anzahl der erfolgreichen Werbeeinblendungen stagniere. Gleichzeitig würden immer mehr Nutzer Facebook über mobile Endgeräte aufsuchen, für die Facebook aber noch keine Verwertungsstrategie ausgearbeitet hätte.

Diese Einschätzungen wurden nun aber nicht über allgemeine Kanäle verlautbart, sondern einzig und allein den Analysten der Emissionsbanken, also Morgan Stanley, JP Morgan, and Goldman Sachs, mitgeteilt.

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Die wiederum träufelten sie in die Ohren großer institutioneller Investoren, die eigentlich geplant hatten, große Mengen an Facebook-Aktien zu erwerben. Kleinere Anleger wurden jedoch von niemandem informiert!

Besonders Prognosen der unternehmens-nahen Analysten wird für gewöhnlich starkes Gewicht bei der Bewertung einer Aktie zuteil. Die großen Anleger gehen einfach davon aus, dass jemand, der nah mit dem Emittenten zusammenarbeitet, über genauere und sensiblere Informationen verfügen muss.

Die Großen verloren nach dieser Enthüllung selbstverständlich einiges ihres Appetits auf die Wertpapiere und hielten sich dementsprechend zurück – anders als ursprünglich angenommen.

Das wiederum beeinflusste natürlich den Preis und so kam es zum abrupten Kurseinbruch am Freitag.

Facebook Aktie: „Selektive Auskunft“ wichtiger Prognosen

Eine solche „selektive Auskunft“ ist den Klein- und Privatanlegern, die tatsächlich Facebook-Aktien gekauft haben, gegenüber äußerst unfair. Und das im besten Falle – im schlimmsten Fall ist es außerdem ein Verstoß gegen geltendes Börsenrecht!

Laut einer weiteren Meldung des Business Insider prüft die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde momentan bereits, ob von Seiten einer der Emissionsbanken sensible Informationen ganz bewusst nur einzelnen Großinvestoren weitergegeben worden sind.

Dennoch: es wird eine gute Weile dauern bis hierzu die gesamte Hintergrundgeschichte bekannt sein wird.

Doch bis dahin bleibt Folgendes unbestritten: Einer der größten und aufgeblähtesten IPOs der Börsengeschichte floppt, nachdem riesige Mengen an Aktien unter anderem auch an Klein- und Privatinvestoren verkauft wurden.

Aber nur privilegierte WallStreet-Großinvestoren bekamen die harte Wahrheit über das Unternehmen zu hören, während der Rest leer ausgeht.

23. Mai 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.