Lange ist es sehnlich erwartet und heiß diskutiert worden.
Nun endlich ist es passiert: Facebook ist offiziell an die Börse gegangen.
Facebook IPO ist beachtragt
Wie zuvor berichtet worden war, reichte Facebook diesen Mittwoch alle Unterlagen für den geplanten Börsengang ein.
Sie werden nun von den zuständigen Mitarbeitern geprüft und dann wird entschieden, ob etwas gegen das Facebook IPO spricht oder nicht.
Klar ist jetzt aber schon Folgendes: Der Antrag auf den Börsengang selbst stellt schon ein enormes Ereignis dar.
Mit ihm gelang erstmals etwas Transparenz in eines der undurchsichtigsten Unternehmen der Welt.
Die Unterlagen werden die genauen Umsätze und Gewinne vom SocialNetwork-Riesen enthalten, sowie den gesamten Unternehmenswert, der momentan auf ungefähr 75 bis 100 Milliarden Dollar geschätzt wird.
Die Gründe für den Mega-Börsengang
Schon lange vorab ließen Analysten verlauten, dass das geplante Facebook IPO den Internetsektor vollständig verändern könnte.
Immerhin ist Facebook damit eine der weltweit größten Internet-Firmen. Doch warum wollte man überhaupt an die Börse?
Nach SEC-Richtlinien müssen dafür einige interne Informationen veröffentlicht werden, denn das Unternehmen verfügt über 500 Investoren.
Bislang war Facebook mit den eigenen Zahlen immer eher zurückhaltend.
Auf der einen Seite bedeutete der Börsengang damit, dass Facebook etwas seiner geheimnisvollen Aura verliert.
Vierteljährlich seine Gewinne und Verluste öffentlich zu machen, hätte bislang nicht zur Coolness des Unternehmens gepasst.
Aber auf der anderen Seite gewinnt der CEO Mark Zuckerberg auch wertvolle Optionen dazu.
Das IPO wird den Zugang zu neuem Cashflow ermöglichen und Facebook außerdem erlauben, seinen Wert an der Börse zielgerichtet einzusetzen, z.B. um andere Firmen zu kaufen oder seine Mitarbeiter zu belohnen.
Zuckerberg sahnt ab
Durch die Abgabe des IPO-Prospektes am gestrigen Tag ist die Entmystifizierung des Geheimniskrämers bereits in vollem Gange.
Ab jetzt muss sich Facebook nämlich in die Karten schauen lassen und dabei wurden einige äußerst interessante Daten bekannt.
Aus dem Prospekt geht zum Beispiel hervor, dass Facebook aktuell 483 Millionen "aktive Nutzer pro Tag" aufweist, die Zahl der täglichen "Gefällt mir"-Klicks und Kommentare beträgt 2,7 Milliarden.
Außerdem bekannt wurde das Jahresgehälter von Vorstandsfrau Sheryl Sandberg von 30,9 Millionen Dollar und das von Facebook-Finanzchef David Ebersman in Höhe von 18,7 Millionen Dollar.
Zuckerberg selbst stand bislang mit 1,5 Millionen Dollar auf seiner eigenen Gehaltsliste, das wird sich aber bald ändern.
Ab 2013 sinkt das Grundgehalt des Unternehmensgründers auf symbolische 1 Dollar.
Dieser Gehaltrückgang wird aber durch den Börsengang mehr als wieder ausgeglichen, da Zuckerberg selber 28 Prozent der Aktien von Facebook besitzt.
Ginge man von einem geschätzten Börsenwert von 100 Milliarden Dollar aus, bekäme er also alleine dadurch 28 Milliarden Dollar hinzu.
Zuckerbergs Stimmrechtsanteil beträgt derzeit 56,9 Prozent.
Auch nach dem Börsengang wird er das Unternehmen kontrollieren, da er Aktien der Klasse B erhält, die zehn Stimmen haben. Anleger bekommen dagegen nur A-Klasse-Papiere mit je einer Stimme.
Bis die heißbegehrten Facebook-Aktien aber wirklich gehandelt werden können, wird es noch ein Weilchen dauern. Schätzungsweise im Mai kann es dann wirklich losgehen.


