Die Zeiten sind rau, die Firmen machen sich Sorgen, die Börsen sind auf Berg- und Talfahrt. Die Aussicht für 2012 ist ungewiss.
Aber einer will es wissen: Marc Zuckerberg, CEO und Erfinder von Facebook, plant für 2012 „endlich“ den Börsengang der Online-Plattform.
Das immer noch heftig umstrittene Freundschaftsnetzwerk steht schon länger im Verdacht sich an der Börse platzieren zu wollen. Die Frage war immer das wann. Auch jetzt ist noch nicht alles entschieden.
Gründer Marc Zuckerberg zögert noch vor Börsengang
Noch zögert Marc Zuckerberg, aber auf Grund der amerikanischen Vorschriften muss Facebook vermutlich ab April 2012 seine Zahlen offenlernen. Das Unternehmen soll bereits über 500 Anteilseigner verfügen und ist daher dann zu diesem Schritt verpflichtet.
Der Börsengang soll ein „Monster“ werden: Angeblich soll Facebook dann mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden – das würde Einnahmen von bis zu zehn Milliarden bedeuten durch den Börsengang.
Kein anderes Unternehmen war bei einem Börsengang je so viel wert
Damit wäre Facebook der größte Börsengang aller Zeiten: Selbst bei Visa, GM oder AT&T kamen „nur“ Bewertungen von 10-20 Milliarden Dollar. Den bisherigen Rekord hält die Industrial & Commercial Bank of China mit 21,9 Milliarden. Man überlege, was das für ein Sprung wäre.
Um das realistisch zu bewerten bräuchte man natürlich Umsatzzahlen, die es noch nicht gibt. Schätzungen sprechen von 4 Milliarden Dollar – wenn das stimmt wäre der Börsengang wirklich ein großer Hype.
Vorsicht vor dem unkontrollierten Mega-Hype
Und genau das ist das Problem: Es ist und bleibt ein Hype. Bei Internet-Firmen gilt noch immer Vorsicht beim Investment. Man denke nur an den Rabattgutschein-Spezialisten Groupon: Trotz Zweifel am Geschäftsmodell ging es nach dem Börsengang direkt rund – mit Kurssprüngen von 50 Prozent.
Und wo steht die Aktie aktuell? Auf Talfahrt bei 15,24 Dollar bei einem Ausgabepreis von 20 Dollar. Da werden einige Leute gutes Geld verloren haben.
Funktionierendes Geschäftsmodell oder nur Mega-Potenzial ohne Mehrwert?
Facebook ist natürlich eine etwas andere Größenordnung, hat Werbeeinnahmen und ein ähnliches Werbe-System wie Google etabliert.
Aber reicht all das für 100 Milliarden Dollar? Bloß weil es 500 Millionen Nutzer gibt weltweit, die eigentlich noch nicht mal im Ansatz in Geld „verwandelt“ wurden? Facebook lebt auch von seinem Mythos.
Und anders als etwa Apple hat das Unternehmen weder Sachwerte noch eine so treue Fan-Basis. Politiker und Datenschützer haben das Unternehmen noch dazu dauerhaft im Blick.
Kann sich der Börsengang für Anleger lohnen?
Für Facebook in jedem Fall – wenn die aktuellen Zahlen stimmen, die kursieren, dann schnellt damit das Vermögen des Unternehmens schnell hoch und ermöglicht neue Investments und Wachstum.
Allerdings sollte man vorsichtig bleiben: Am Ende vom Tag heißt der Gewinner Marc Zuckerberg und nicht die breite Anlegerschaft. Bevor also hier blind auf den Zug aufgesprungen wird: Augen auf und die Zahlen – wenn sie kommen – genau studieren. Inklusive der weiteren Pläne von Facebook. Dann kann man weiter sehen.



