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Fair-Value-Bilanzierung: Einheitliche Regelung seit 2013

Die Finanzkrise hat in den vergangenen Jahren die Schwachpunkte der bisherigen Fair-Value-Bewertung offengelegt.

Die Fair-Value-Bilanzierung zum aktuellen Marktwert hatte sich in der Krise als regelrechter Brandbeschleuniger entpuppt.

Fair-Value-Bilanzierung: Problematik der bisherigen Regelung

Der Grund: Die Fair-Value-Bilanzierung hat Banken und Unternehmen in Zeiten der Finanzkrise zu einer schnellen Anpassung der Vermögenswerte an die aktuelle Marktsituation gezwungen, um Finanzinstrumente nach dem Zeitwert zu bilanzieren.

Diese Vorschriften haben teilweise zu hohen Wertberichtigungen und Abschreibungen bei Firmenbeteiligungen oder anderen Finanzinstrumenten (Derivate etc.) geführt.

Die Situation hat letztendlich dafür gesorgt, dass die Eigenkapitalbasis von Banken teilweise aufgezehrt wurde.

Die bisherigen Bewertungsmodelle beruhten hauptsächlich auf Annahmen und Schätzungen des Managements.

Dadurch entstanden große Bewertungsspielräume, insbesondere für Wertpapiere und andere zeitnah am Markt gehandelte Vermögenswerte.

Steigende Kurse hingegen haben zu übertriebenen Bewertungen geführt und damit Vermögenswerte teilweise künstlich aufgebläht.

Mehr zum Thema: Fair Value – den wahren Unternehmenswert ermitteln

Fair-Value-Bilanzierung ab 2013 einheitlich geregelt

Das Londoner International Accounting Standards Board (IASB) hat mit dem International Financial Reporting Standard (IFRS) 13 reagiert und neue Vorschriften festgelegt, die seit Januar 2013 von allen börsennotierten Unternehmen anzuwenden sind.

Durch den International Financial Reporting Standard (IFRS) 13 soll die Bewertung des Fair Value einheitlich geregelt werden, gleichzeitig wurde der Fair Value in IFRS 13 klar definiert.

Mehr zum Thema: Fair Value – was ist das?

Mit dem Fair-Value-Ansatz wird das Ziel verfolgt, einen Marktpreis festzulegen, der Investoren einen Rückschluss über die tatsächlichen Vermögenswerte erlaubt.

Die auf aktuellen Marktpreisen basierende Fair-Value-Bilanzierung ist deswegen von Bedeutung, da sie entsprechende Veränderungen in der Bilanz nach sich zieht, die zu Gewinnen oder Verlusten führen können.

Vorteile der neuen Bilanzierungsstandards

Durch die Neuregelung in IFRS 13 soll die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden eines Unternehmens zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) einfacher werden.

Bislang musste ein Unternehmen für die Fair-Value-Bestimmung eines Gebäudes die internationalen Rechnungslegungsvorschrift IAS 40 anwenden, bei der Bewertung eines Derivats kam IAS 39 zur Anwendung.

Beide Vorschriften enthielten unterschiedliche Ansätze zur Fair-Value-Bilanzierung, vor allem dann, wenn kein aktueller Marktpreis vorhanden war.

Dies ändert sich künftig, denn beide Bewertungsposten sind künftig in IFRS 13 einheitlich geregelt. Damit müssen sich Unternehmen nicht mehr mit verschiedenen Bewertungsansätzen auseinandersetzen.

Fazit: Mehr Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit, aber auch höhere Kosten

Während die neuen Vorschriften vor allem mehr Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit für Investoren bringen, steigen der Dokumentations- und damit der Kostenaufwand für Unternehmen.

Denn Unternehmen müssen künftig teilweise aufwändig nachweisen, wie der Marktwert eines bestimmten Objekts (Gebäude, Derivat) zustande kommt.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Marktpreise für Assets werden nach wie vor nur geschätzt, was zu Ungenauigkeiten in der Bilanz führen kann.

Zudem existieren international mit IFRS und US-GAAP 2 unterschiedliche Rechnungslegungsvorschriften.

Finanzexperten fordern daher im Bezug auf die Fair-Value-Bilanzierung einen gemeinsamen internationalen Ansatz von Europa und den USA, um einen weltweit einheitlichen Bilanzierungsansatz herbeizuführen.

19. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands