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Fall in München: Beschimpfung führte zu Rausschmiss

Dass wir mit unseren Mitmenschen respektvoll umgehen und ihnen keine Schimpfwörter an den Kopf werfen sollten, ist wohl den meisten Menschen klar. Das gilt insbesondere für ein Mietverhältnis. Ein Fall, über den im Mai 2015 das Amtsgericht München zu entscheiden hatte, zeigt noch einmal mehr, warum ein höflicher Umgang wohl die bessere Wahl gewesen wäre.

Rausschmiss wegen grober Beschimpfung gerechtfertigt

„Höllische Nachbarn“ war gestern. In einem Fall in München kam es immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten und gegenseitigen Anzeigen zwischen einem Mieterehepaar und deren Vermieter.

Der Gipfel des Streits war die Beschimpfung: „Sie promovierter Arsch“. Doch das ging zu weit. Das ist definitiv ein wichtiger Grund, der eine fristlose Kündigung rechtfertigt, entschied das Amtsgericht in München (Urteil v. 08.05.2015, Az. 474 C 18543/14).


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Der Beginn: Anruf um 6 Uhr morgens

Schaut man sich die Vorfälle genauer an, scheint es, als hätte es der Vermieter tatsächlich nicht leicht gehabt. So riefen ihn seine Mieter zum Beispiel eines Morgens um 6:00 Uhr in der Früh an, um sich über die Wassertemperatur zu beschweren. Die lag nämlich bei nur 35 und nicht bei den erforderlichen 40 Grad.

Doch dann das: Nachdem sich der Vermieter auf den Weg gemacht hatte und um 9:15 klingelte, um sich die Wassertemperatur vor Ort anzuschauen, ließ ihn das Ehepaar nicht in die Wohnung. Die Begründung lautete: Es sei nicht notwendig, denn im ganzen Haus sei die Wassertemperatur zu niedrig.

Im Laufe des Wortwechsels beschimpften die Mieter den Vermieter mit dem Ausdruck „Sie promovierter Arsch“. Da platzte ihm der Kragen endgültig, und er kündigte ihnen fristlos. Der Versuch, sich gegen diese Kündigung zu wehren, scheiterte. Das Amtsgericht in München gab dem Vermieter Recht.

Vertragsverletzung – keine bloße Unhöflichkeit mehr

Es handle sich hierbei nicht nur um eine bloße Unhöflichkeit und auch nicht um eine einfache Pöbelei, die vielleicht noch hinzunehmen wäre. Vielmehr sei die Aussage ehrverletzend und drücke Missachtung aus. Damit liege auch eine Vertragsverletzung vor, die so schwer wiege, dass eine Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht länger zumutbar sei.

Die Entscheidung sei auch vor dem Hintergrund getroffen, dass die beiden Mietparteien im gleichen Haus wohnten und damit regelmäßig aufeinander treffen würden. Eine vorherige Abmahnung sei hier nicht erforderlich gewesen, so das Gericht.

Egal ob nun Mieter oder Vermieter: Achten Sie darauf, dass sich eine Konfliktsituation nicht hochschaukelt und Sie in überhitzen Streitgesprächen, die Fassung bewahren. Wenn Sie feststellen, dass es immer wieder zu Reibereien kommt, versuchen Sie diese aus dem Weg zu räumen und setzen Sie sich gemeinsam an einen Tisch.

26. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.