MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Familiengeführte Unternehmen: Besonders erfolgreich an der Börse

Familienunternehmen führen an der Börse unterm Strich ein überaus erfolgreiches Dasein. Ich werde Ihnen kurz skizzieren, warum das so ist und Ihnen anschließend ein Musterbeispiel liefern, welches Ihnen eindrucksvoll zeigt, wie erfolgreich Familienunternehmen langfristig an der Börse sein können.

Inhabergeführte Familienunternehmen sollten über einen Großaktionär verfügen, der mindestens 25% der Stimmrechte hält. Dieser Großaktionär wirkt wie ein stabiler Anker. Er hält in guten und in schlechten Zeiten am Aktienpaket fest. Andere Investoren kaufen oder verkaufen Aktien je nach Börsenstimmung.

Häufig sind die Familienunternehmer zusätzlich im Vorstand oder Aufsichtsrat aktiv. Somit handelt es sich bei den Entscheidern gleichzeitig um die Profiteure der Entscheidungen. Soll heißen: Dieser Umstand führt zu einer langfristig ausgerichteten Strategie.

Die Unternehmenslenker und -haupteigentümer der Baumarktkette Hornbach fassen diese Philosophie wie folgt zusammen: „Wir denken nicht quartalsweise, sondern in Generationen.“ Das wird auch dadurch sichtbar, dass die entsprechenden Entscheider meist länger im Unternehmen bleiben, da es sich um ihr Lebenswerk handelt. Dies wird auch deutlich, wenn Sie sich das folgende Beispiel anschauen.

Musterfall Fielmann: In den vergangenen 15 Jahren hat die Fielmann-Aktie den DAX deutlich abgehängt

Im September 2014 feierte der Fielmann-Gründer Günther Fielmann seinen 75. Geburtstag. Im Jahr 1981, nach einem wegweisenden Deal mit der AOK (mehr dazu gleich), startete der gelernte Optiker damit, sich das aufzubauen, was inzwischen nicht mehr anders als ein Brillen-Imperium bezeichnet werden kann.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Sein Erfolgsgeheimnis ist so einfach wie genial: Er lässt qualitativ hochwertige Brillen in großen Stückzahlen produzieren und verkauft diese günstiger als die Konkurrenz. Dabei waren die Anfänge von Fielmann noch sehr bescheiden. Nach dem Berufsstart als Angestellter eröffnete Fielmann 1972 im Alter von 33 Jahren im niedersächsischen Cuxhaven sein erstes Optiker-Geschäft.

Steil bergauf ging es, nachdem Fielmann einen auf den ersten Blick langweiligen Deal mit der Krankenkasse AOK eingefädelt hatte. Doch dieser Deal legte den Grundstein für das heutige Brillen-Imperium des Günther Fielmann. Zum Deal mir der AOK: Fielmann handelte mit der AOK in Essen einen Vertrag aus, bei dem es um den Verkauf modischer Kassenbrillen auf Rezept ging.

Fielmann nahm dadurch die riesige Zielgruppe der Kassenpatienten ins Visier. Plötzlich konnten AOK-Versicherte zwischen 90 zeitgemäßen Brillentypen wählen – zum Nulltarif. Und damit war der Grundstein des riesigen Erfolges von Fielmann gelegt. Diesen großen Erfolg möchte ich Ihnen jetzt anhand der Entwicklung der wichtigsten Geschäftszahlen von Fielmann aus den vergangenen 10 Jahren verdeutlichen. Hier die Übersicht:

Die 10-Jahres-Zahlen von Fielmann

Nachdem Sie gerade schwarz auf weiß die sehr positive Entwicklung der Fielmann-Geschäftszahlen der vergangenen 10 Jahre sehen konnten, wird Ihnen der folgende Chart zudem zeigen, dass natürlich auch der Kurs der Fielmann-Aktie von der äußerst positiven Geschäftsentwicklung nicht unberührt blieb. Der Chart vergleicht die Wertentwicklung des DAX mit der der Fielmann-Aktie in den vergangenen 10 Jahren.

Sie sehen, dass die Fielmann-Aktie den DAX, der sich ebenfalls erfreulich entwickelte, locker hinter sich gelassen hat. Wenn Sie jetzt noch berücksichtigen, dass der DAX ein sogenannter Performance-Index ist, der neben der Kursentwicklung der 30 DAX-Aktien auch die Dividenden berücksichtigt, fällt der Punktsieg für die Fielmann-Aktie noch deutlicher aus.

Denn: Die im Chart dargestellte Wertentwicklung der Fielmann-Aktie beinhaltet keine Dividenden. Das Optikergeschäft ist natürlich nur ein Nischenmarkt, doch genau solche Nischenanbieter – sofern sie innerhalb der Nische über einen großen Marktanteil verfügen – können, wie am Beispiel Fielmann gesehen, überaus erfolgreich sein.

Fielmann ist in Deutschland unangefochtener Marktführer. Hinzu kommt, dass Fielmann nach wie vor inhabergeführt ist. Die Familie Fielmann kontrolliert über die Holdinggesellschaft Korva SE insgesamt knapp 72% der Fielmann-Aktien.

Das Familienunternehmen Reckitt Benckiser

Der Hauptaktionär von Reckitt Benckiser ist die deutsche Industriellenfamilie Reimann, die derzeit ca. 15% der Aktien hält. Insofern ist Reckitt Benckiser ein Familienunternehmen. Der Ursprung der Beteiligung der Familie Reimann an Reckitt Benckiser ist übrigens folgender: Im Jahr 1851 gründete der Chemiker Karl Ludwig Reimann zusammen mit Johann Adam Benckiser in Ludwigshafen eine Chemiefabrik.

Daraus entstand das Unternehmen Benckiser, das später mit Reckitt & Colman fusionierte. Der daraus entstandene britische Konzern Reckitt Benckiser ist heute weltweiter Marktführer bei Haushaltsreinigern und führender Hersteller von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln.

24. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.