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Fat Finger – folgenschweres Missgeschick

Der Fingerabdruck des Fat-Finger findet sich unter anderem auf Jakobs-Kaffee-Verpackungen oder dem Umschlag von Milka-Schokotafeln.

Auf der Rückseite dieser Verpackungen steht nicht mehr die Marke Kraft Foods, sondern Mondelez.

Was ist ein Fat-Finger?

Kraft Foods hat die Auslandssparte 2012 abgespalten und als eigenes Unternehmen an die Börse geschickt.

Beim Handelsauftakt mit der Aktie von Mondelez schnellte der Kurs auf mysteriöse Weise nach oben. Offenbar hatte ein Börsenmakler einen Fat-Finger, hatte seinen dicken Finger nicht unter Kontrolle.

Falsche Taste im ungünstigen Augenblick

Der Fat Finger ist oft die Ursache von mysteriösen Kursbewegungen an der Börse – sie sind zunächst eine Metapher um zu verstehen, was sonst nicht zu verstehen ist – dass von einem Moment zum nächsten ohne ersichtlichen Grund Kurse an den Börsen explodieren oder abschmieren können.

Beim Fat Finger stelle man sich das Bild eines Händlers vor, der mit seinen Dicken Fingern eine Taste zu viel trifft, der sagen wir etwa aus Versehen ein paar Nullen zu viel an einen Auftrag hängt, statt 1000 Aktien eine Millionen Aktien kauft oder verkauft, weil beispielsweise im Auftrag ein Komma falsch gesetzt ist.

Oder aus Versehen statt einer Kauforder ein Verkaufsgeschäft in gleicher Höhe tätigt.


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In der Vergangenheit kam es mehrfach zu Fehlern im immer komplizierteren elektronischen System, über das der Aktienhandel mittlerweile läuft.

Ölpreiseinbruch 2012

So sorgte ein Ölpreiseinbruch für Rätselraten an den Rohstoffbörsen der Welt. Das war im September 2012.

In einer Minute verlor der Ölpreis an der New Yorker Rohstoffbörse drei Dollar und hinterließ ratlose Gesichter.

Die Liste solcher Kursbewegungen wie von Zauberhand in die eine oder andere Richtung ist lang.

Der Flash-Crash

2008 fiel der Dow-Jones-Index plötzlich wie ein Stein um 200 Punkte – vermutlich hatte ein Fat-Finger für eine Kettenreaktion an Verkaufsaufträgen geführt.

Das Ereignis im Jahr 2008 ist als Flah-Crash, als Blitz-Crach in die Börsengeschichte eingegangen.

Verantwortlich damals war wohl auch der computergesteuerte Hochfrequenzhandel.

Computerhandel als Risikofaktor

Der elektronische Computerhandel und insbesondere der Hochfrequenzhandel ist besonders anfällig für Fat-Finger und kann zu Turbulenzen führen. Denn beim so genannten Algo-Trading, wo Computer die Regie führen und automatisch

nach bestimmten Formeln und Programmen Kaufs- oder Verkaufsaufträge ausführen, kann es zu Kettenreaktionen kommen.

Auf den ersten Fehler eines Fat-Fingers reagiert dann beispielsweise der Computer eines anderen Händlers, weil der so programmiert ist, dass er verkaufen soll, sobald der Aktienkurs unter ein bestimmtes Niveau fällt.

Das wiederum bringt den Aktienkurs weiter unter Druck, woraufhin weitere Maschinen ihre Verkaufsorder ausführen.

Bei gewichtigen Börsenunternehmen kann das schnell auch auf einen ganzen Index übergreifen – und ihn mit in die Tiefe reißen.

Folgen unübersehbar

Während man früher einen falschen Verkaufs- oder Kaufauftrag noch korrigieren oder teilweise korrigieren konnte, ist das heute kaum noch möglich, weil die Finanz- und Aktienmärkte global und untereinander eng vernetzt sind.

So können Turbulenzen bei einem Titel durch einen Fat Finger sich auf den ganzen Aktienmarkt auswirken.

Daran aber hängt wiederum auch der Derivatemarkt, der im Volumen den geregelten Aktienmarkt um ein Vielfaches übersteigt.

So hat etwa der Ölpreis, als der im September 2012 auf unerklärliche Weise eingebrochen war auch den Aktienmarkt und den Euro deutlich nach unten gezogen.

10. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.