von Heiko Böhmer

Fazit Anlegermesse: Frankfurt ist Finanzplatz Nummer Eins

Liebe Leser,

die zweite Deutsche Anlegermesse in Frankfurt war ein voller Erfolg. Das Forum der Messe Frankfurt war an beiden Tagen gut gefüllt – und das bei strahlendem Sonnenschein. Frankfurt ist eben der wichtigste Finanzplatz in Deutschland und hat mit der Deutschen Anlegermesse nun auch eine adäquate Veranstaltung, die das widerspiegelt.

Auch für die GeVestor-Experten war das ein voller Erfolg. Auch im Namen meiner Kollegen – vor allem Jörg Mahnert und Rolf Morrien –möchte ich mich bei Ihnen noch einmal für die vielen interessanten Gespräche bedanken. Das hat uns einmal mehr gezeigt, dass rund um das Thema Finanzen noch immer sehr viel Wissensbedarf besteht.

In seinem Vortrag „Emotionslose Gewinne in allen Börsenphasen“ erklärte Jörg Mahnert den knapp 80 Zuhörern die Feinheiten der Point & Figure Strategie, mit der er seit Jahren außerordentlich gute Ergebnisse erzielt. „Der riesige Vorteil dieser sehr alten Charttechnik besteht darin, dass man sie auf sehr viele verschiedene Märkte anwenden kann“, sagte Jörg Mahnert. So hat er erst kürzlich den massiven Aufschwung beim Silber für einen erfolgreichen Trade mit einem Gewinn von 37% genutzt. Aktuell hält sich Mahnert jedoch vor dem Aufbau einer neuen Silberposition noch zurück: „Nach dem aktuellen Rücksetzer kann es auch noch mal bis auf 30 Dollar gehen.“

Dicht umlagert war auch Rolf Morrien am Gevesor-Stand am Samstag. Auch bei ihm ging es um die jüngste Korrektur bei den Rohstoffen. Ein spezielles Thema war dabei der Ölpreis: Steigt der Ölpreis ist das schlecht für die Unternehmen. Fällt der Ölpreis warnen einige Analysten vor einem Konjunktureinbruch. Für Rolf Morrien u.a. Chefredakteur des Depot Optimierers ist der jüngste Preiseinbruch erst einmal positiv: „Fakt ist: Durch den niedrigeren Ölpreis sinkt ein wichtiger Kostenfaktor für fast alle Industriebranchen.“

Dem Thema Rohstoffe werde ich mich noch einmal intensiv widmen, denn auf der Messe habe ich mit einigen interessanten Rohstoff-Firmen gesprochen, die ich Ihnen gleich morgen etwas näher vorstellen werde.

Aber Rohstoffe waren wirklich nur ein Aspekt der Messe. So blickten bei den zahlreichen Podiumsdiskussionen die Experten auch einmal etwas weiter in die Zukunft. Nach den langfristigen Trends der nächsten Jahre befragt, sagte beispielsweise der erfahrene Rohstoff-Experte Udo Rettberg vom Handelsblatt, dass „Investitionen in Mutter Erde“ auf lange Jahre hinaus interessant seien. Dabei spielt es nach Ansicht von Rettberg nur eine untergeordnete Rolle, ob es sich um Cleantech-Unternehmen handelt, die auf erneuerbare Energien setzen oder direkt um Rohstoff-Investments.

In eine andere Richtung äußerte sich Inflationsexperte und Bestseller-Autor Stefan Riße. Seiner Einschätzung nach werden wir eine weitere Verschiebung bei den Anlageklassen erleben. „Das extrem billige Geld löst schon jetzt Inflationsängste aus. Sachwerte, wie eben Aktien, werden auf eine Sicht von 10 Jahren davon profitieren“, so Riße. Eine über Jahre steigende Inflation wird dann zur Entschuldung der Staaten und auch der Privathaushalte führen. Somit erwartet Riße auch nur noch „kleine, kosmetische Zinsschritte“ von der EZB, um die Wirtschaft nicht sofort wieder abzuwürgen.

Sowohl Aussteller as auch Besucher waren mit der Veranstaltung zufrieden, denn auf der Deutsche Anlegermesse kamen sowohl Profis als auch Privatanleger auf ihre Kosten.

Zudem bleibt auch nach der Messe etwas hängen: Als Ergebnis der Charity-Party während der Messe und des Charity-Golfturniers im Vorfeld der Messe konnte Value Relations als Veranstalter insgesamt 25.000 Euro für karitative Zwecke einsammeln.  Ein Teil des Geldes bleibt vor Ort und geht an die „Frankfurter Tafel“. Ein anderer Teil geht an ein Hilfsprojekt für Kinder im südafrikanischen Kapstadt. Schön wenn es nicht nur um Geld geht, sondern am Ende auch noch etwas für Bedürftige übrig bleibt.

Der Termin für die nächste Deutsche Anlegermesse steht auch schon fest: 2012 wird die Messe am 2. und 3. März wieder im Forum der Messe Frankfurt stattfinden.

Bis morgen,
Heiko Böhmer
Chefredakteur „Privatfinanz-Letter“

 
 

Autor:

Heiko Böhmer

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