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Steuerbescheid: Einspruch gegen Fehler erheben

Nicht immer steckt hinter einem Fehler im Steuerbescheid böse Absicht, Fehler passieren überall. So kann es schnell zu einem Zahlendreher kommen, der die Rechnung auf die falsche Bahn leitet. Außerdem werden in vielen Fällen Posten nicht richtig abgerechnet, obwohl alle Voraussetzungen erfüllt wurden.

Schreiben auf Fehler im Steuerbescheid überprüfen

Jeder Steuerzahler sollte seinen Bescheid daher gründlich überprüfen und im Zweifel zügig Einspruch erheben. Denn die Einspruchsfrist bei Fehlern im Steuerbescheid beträgt genau einen Monat. Dieser Zeitraum gilt ab der so genannten Bekanntgabefiktion, also drei Tage, nachdem das Finanzamt den Bescheid in die Post gegeben hat.

Wichtig dabei: Als Fristbeginn und –ende gelten nur Werktage, bei Wochenenden und Feiertagen wird die Frist auf den folgenden Werktag verlegt.

Einspruchsfrist entsprechend nutzen

Während der Einspruchsfrist haben Steuerzahler zwei Möglichkeiten. Zum Einen genügt ein schlichter Änderungsantrag, der jedoch nicht wirklich rechtssicher ist. Falls Sie diese Möglichkeit dennoch nutzen wollen, achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie Ihre Begründung ebenfalls während der Einspruchsfrist abgeben müssen.

Deutlich empfehlenswerter ist hingegen ein rechtskräftiger Einspruch. Dieser kann sowohl per Post als auch per Fax eingelegt werden und muss ebenfalls erst später begründet werden. Ein einfacher Satz wie „Hiermit lege ich gegen meinen Steuerbescheid mit der Nummer XY Einspruch ein“ sollte in den meisten Fällen ausreichen.

Hiermit begibt sich der Steuerzahler jedoch auch selber ins Risiko, dass die Prüfung zu seinen Lasten ausfallen könnte. In diesem Falle müsste er mit noch höheren Nachzahlungen leben.

Klage als letzte Lösung bei Fehlern im Steuerbescheid

Sollte dieser Einspruch abgelehnt werden, haben Sie einen Monat Zeit, um vor dem Finanzgericht eine Klage einzureichen. Bevor Sie sich zu diesem Schritt entscheiden, sollten Sie jedoch auf jeden Fall Rücksprache mit einem Rechtsanwalt halten.

Mit dem Ablauf der Einspruchsfrist beginnt die Festsetzungsfrist, die im Einkommenssteuerrecht vier Jahre beträgt. Wann genau diese Frist beginnt, hängt vom Beruf des Steuerzahlers ab. Für Angestellte beginnt sie beispielsweise am letzten Tag des zu besteuernden Jahres, bei Selbstständigen hingegen mit Ablauf des Jahres, in dem die Steuererklärung abgegeben wurde.

Formulierung wichtig während Festsetzungsfrist

Das Vorgehen innerhalb der Festsetzungsfrist hängt dabei von einem Satz innerhalb des Steuerbescheides ab. Trägt dieser den Vermerk „Der Bescheid ergeht nach §164 Abs. I AO unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“, können Sie formlos einen Änderungsantrag stellen. Hierbei empfiehlt sich wie üblich die schriftliche Form, um den Antrag später beweisen zu können.

Wird auf dem Bescheid hingegen § 165 AO erwähnt, ist dieser in vielen Punkten nur vorläufig. Daher können Sie nur gegen diese vorläufigen Punkte vorgehen. Auch hier können Sie einen formlosen Antrag auf Änderungen stellen.

Pech hat hingegen der Steuerzahler, der erst nach Ablauf der Festsetzungsfrist Fehler in seinem Steuerbescheid erkennt. Gegen diese kann er zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorgehen. Umso wichtiger ist eine genaue Prüfung, um Fehler schnellstmöglich korrigieren zu lassen.

19. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.