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Feindliche Übernahme: So funktioniert das Gefecht

Es klingt so wie das Ziel einer mittelalterlichen Schlacht, bei der die Burg des Gegners nach langer Belagerung eingenommen werden soll: die feindliche Übernahme. Und auch wenn es sich hierbei nur die um Anteile an einem Unternehmen dreht, viel weniger kämpferisch geht es deshalb nicht zu.

Unter einer feindlichen Übernahme wird das meist öffentlich gemachte Angebot eines Investors bezeichnet, ein anderes Unternehmen kaufen zu wollen. Dabei wird normalerweise nur die Zustimmung des oder der Eigentümer nicht aber die der Geschäftsführung eingeholt.

Klar, dass die Manager einer betroffenen Gesellschaft ein solches Angebot als wenig freundlich einstufen.

Feindliche Übernahme: Definition eines Instruments der Firmenstrategie

Wenn wie bei der feindlichen Übernahme kontroverse Interessen aufeinander treffen, sind Ärger und Streitigkeiten unvermeidlich. Denn die Geschäftsleitung des Übernahmekandidaten wird versuchen, den Verkauf der Gesellschaft zu verhindern.


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Das liegt vor allem daran, dass die Manager des betroffenen Unternehmens dazu verpflichtet sind, den optimalen Wert der eigenen Firma für die Eigentümer herauszuholen. In dem Wissen, nach einer möglichen Übernahme ausgetauscht zu werden, hat die Geschäftsführung daneben auch fundamentale eigene Interessen.

Die Übernahme des eigenen Unternehmens kann nur durch die Anteilseigner (Aktionäre) vermieden werden. Ihnen steht es nämlich frei, das Angebot des „Angreifers“ abzulehnen.

Beispiel für eine feindliche Übernahme: Vodafone schluckt Mannesmann

Ein Beispiel dafür ist die feindliche Übernahme von Mannesmann durch Vodafone. Es war einer der spektakulärsten Firmenaufkäufe in Europa, der sich im Jahr 2000 ereignete.

Nachdem Mannesmann 1990 die Mobilfunksparte für sich entdeckt hatte und sehr erfolgreich zum ersten privaten Anbieter in Deutschland avancierte, geriet das Unternehmen 1999 in den Fokus des britischen Mobilfunkbetreibers Vodafone plc.

Und prompt setzte dieser zu einer feindlichen Übernahme an. Anfangs machte Vodafone ein Angebot in Höhe von 100 Mrd. €. Dieses wurde jedoch vom damaligen Mannesmann-Vorstandsvorsitzenden Esser als völlig unangemessen bezeichnet.

Es kam zu einer sich über Monate hinziehenden Übernahmeschlacht, an deren Ende das Unternehmen Mannesmann für 190 Mrd. € in britische Hände kam. Die Anteilsscheine der verbliebenen Minderheitsaktionäre wurden per so genannten Squeeze Out zwangsweise abgefunden.

Diese Transaktion ist bis zum heutigen Tage die teuerste Übernahme der Welt. Den ehemaligen Mannesmann-Aktionären dürften die heftigen Übernahmegefechte große Freude bereitet haben. Denn im Verlauf des Streits explodierte der Kurs geradezu.

Von 144 € Mitte Oktober 1999 kletterte die Mannesmann-Anteile innerhalb von knapp 4 Wochen auf über 209 € und bis kurz vor der Übernahme im Februar 2000 auf fast 350 €. Die Abfindung der Aktionäre erfolgte schließlich über einen Aktientausch (Vodafone- für Mannesmann-Anteile). Die Minderheitsaktionäre, die sich bis zuletzt nicht hatten entscheiden können, wurden zwangsweise in bar mit 217,92 € pro Aktie angefunden.

16. Dezember 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.