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Fibonacci Börse – erfolgreich handeln mit diesen Zahlen

Der Mathematiker Leonardo Fibonacci (ca. 1170-1240) hat sich im Jahr 1202 zum ersten Mal mit den Zahlen einer bestimmten Zahlenfolge beschäftigt. Eigentlich nutzte er sie, um damit die Vermehrungsrate von Kaninchen zu beschreiben.

Wie sich später herausstellen sollte, kommen seine Zahlen allerdings sehr häufig bei den unterschiedlichsten Themen vor. Und so gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Fibonacci und der Börse.

Fibonacci-Folge

Beginnen wir mit der Zahlenfolge, die Fibonacci entdeckt hat: Man kann sie auch sehr einfach selbst berechnen, was ein weiterer Pluspunkt dieser mathematischen Theorie ist.

Die Zahlenreihe beginnt bei den Werten 0 und 1. Man addiert jeweils die letzten 2 Zahlen. Das Ergebnis ergibt die nächste Zahl. In diesem Fall 1. Nun hat man also 0, 1, 1. Jetzt zählt man wieder die letzten beiden Zahlen der Reihe zusammen und erhält 2. Danach geht es immer so weiter. Letztlich sieht die Fibonacci-Folge so aus:

0,1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, …


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Fibonacci an der Börse

Die Zahlen alleine helfen uns aber noch nicht weiter. Wenn eine Aktie den Wert von 55 € erreicht hat, können wir nämlich nicht automatisch darauf schließen, dass das nächste Kursziel 89 € wäre.

Ganz so einfach ist es also nicht. Wir müssen zuvor noch die niedrigere Zahl durch die jeweils höhere Zahl teilen. Je größer die Zahlen sind, desto präziser ist dabei das Ergebnis. Bei 8:13 = 0,615 sind wir schon relativ nahe am Ziel. Bei 233:377 = 0,618037135 kommen wir gerundet auf 0,618.

Die Zahl 0,618 ist letztlich maßgeblich für die Verwendung von Fibonacci an der Börse. Genauso wie deren Differenz zu 1, nämlich 0,382.

Korrekturbewegungen vorhersagen

Besonders erfolgreich sind die sogenannten Retracement-Marken. So heißen die Fibonacci-Punkte einer Korrekturbewegung. Ist der Kurs eines Indizes oder einer Aktie um einen gewissen Wert gestiegen und befindet er sich jetzt in der Gegenbewegung nach unten, kann Fibonacci helfen.

Hierbei gibt es 2 zuverlässige Marken: das 38,2%-Retracement und das 61,8%-Retracement. Das ist der jeweilige Bereich, den die Korrekturbewegung nach einer längeren Hausse oder Baisse auszeichnet.

Ist der Kurs des DAX beispielsweise um 1.000 Punkte gestiegen, so ist es gut möglich, dass er bei einer Korrektur wieder 382 oder 618 Punkte verliert. Danach kann er weiter steigen. Diese Rücklaufmarken sind häufig gesehene Muster in Charts. Sie funktionieren genauso bei Aktien, Rohstoffen und Währungspaaren. Fibonacci Chartanalyse – so bestimmen Sie Kursziele

Einfach umsetzbare Handelsstrategie

Erkennt man, dass ein Wert ein Hoch oder Tief ausbildet, kann man unterschiedlich handeln: Eine Möglichkeit ist es, auf eine Konsolidierung bis zu 38,2% oder 61,8% der vorherigen Bewegung zu spekulieren. Dabei verdient man an der Gegenbewegung direkt mit. Alternativ kann man auch auf den Rücksetzer zu den genannten Marken warten und investiert dann auf eine Fortsetzung des vorherigen Trends.

Als Beispiel nehmen wir den DAX: Er hat sich von 6.000 auf 7.000 Punkte hochgearbeitet und hat einen Hochpunkt ausgebildet. Wenn man glaubt, es steht eine Konsolidierung an, kann man auf fallende Kurse bis 6.618 oder 6.382 setzen. Oder man wartet ab, bis der Zeitpunkt der Konsolidierung vorbei ist und steigt dann ab den entsprechenden Marken wieder ein.

Die meisten kostenlosen Chartprogramme arbeiten mit Fibonacci-Indikatoren. Somit kann man selbst bequem die Linien von Tief- zu Hochpunkt ziehen und bekommt die beiden Retracements angezeigt. Hierbei wird oft auch noch das 50%-Retracement angezeigt, das man ähnlich handeln kann.

25. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.