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Fill or Kill: Orderart nur bei hohem Volumen sinnvoll

Als Anleger ist es nicht nur wichtig, die Märkte plausibel einschätzen und entsprechend handeln zu können, sondern auch die technischen Hintergründe der Ordereingabe im Wertpapierhandel zu verstehen. Hierzu zählen vor allem die unterschiedlichen Orderzusätze und welche Auswirkung deren Verwendung mit sich bringt.

Der Orderzusatz „Fill or Kill“ dient Tradern und Anlegern als Hilfsmittel zur Erreichung seiner Orderumsetzung innerhalb des vorgegebenen Limits. Dies bedeutet, dass entweder die gewünschte Menge gekauft wird oder aber die Order gelöscht wird. Diese Order schützt beispielsweise bei einer Neuemission (Erstauflage) einer Aktie vor dem Kauf einer geringen Stückzahl und damit verbundenen hohen Transaktionsgebühren.

Beispiel für den  Zusatz Fill or Kill“

Da diese Art des Auftrags vorwiegend auf dem Xetra Handelsystem erteilt wird, kann es jedoch auch bei einer vollständigen Ausführung der Order zu Teilausführungen kommen. Anhand eines Beispiels auf dem Wochenmarkt lässt es sich anschaulich erklären. Für einen Kuchen benötigt man 10 Eier, welche zu einem Preis von 1 € pro Stück gekauft werden sollen.


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Auf dem Markt will man also entweder genau 10 Eier (Fill) oder gar keine Eier kaufen und sich für ein anderes Kuchenrezept entscheiden (Kill). Wenn in diesem Fall nun 2 Bauern jeweils 5 Eier liefern würden, so würde der Auftrag komplett ausgefüllt werden, allerdings in 2 Teilausführungen.

Unterschiedliche Preise sind möglich

Nun ist es jedoch möglich, dass der eine Bauer 0,80 € pro Ei der andere 0,90 € pro Ei verlangt. Da das eigene Limit bei 1€ gesetzt wurde und beide Preise darunter liegen, kommt das Geschäft zustande. Falls aber einer der Bauern 1,10 € verlangte, würde der Auftrag unmittelbar gelöscht werden und man müsste sich gezwungenermaßen ein anderes Kuchenrezept aussuchen.

Um den Hintergrund des Zusatzes „Fill or Kill“ zu verstehen, ist es notwendig zu wissen, wie genau Käufer und Verkäufer an der Börse zusammenfinden. Jeder Wunsch nach Kauf oder Verkauf eines Titels wird in ein (heutzutage elektronisch verwaltetes) Orderbuch eingetragen. Das System Xetra überprüft in diesem Moment, zu welchem Preis der größtmögliche Umsatz getätigt werden kann und führt die Orders zu diesem neuen Kurs aus.

Bei einer Xetra Kauforder über beispielsweise 300 Aktien wird diese Order in das Orderbuch eingetragen. Der Zusatz „Fill or Kill“ ist zusätzlich zu einem Limit eingetragen worden. Nun kann es vorkommen, dass 3 Verkaufsorders zu je 100 Aktien mit verschiedenen Limits am Markt existieren, die aber alle noch unter das vom Käufer eingegebene Höchstlimit fallen. Diese Situation hätte dann 3 Teilausführungen zur Folge.

Fill or Kill wichtig oder unnötig?

Bevor man den Orderzusatz verwendet, gilt es zu prüfen, ob der eigene Broker jede Teilausführung als Einzelorder mit der aufgeführten Gebühr berechnet, oder ob der Zusatz „Fill or Kill“ bei Ausführung als eine einzige Transaktion betrachtet wird. Bei Berechnung jeder Einzeltransaktion ist von diesem Zusatz abzuraten, da im Vorfeld unklar ist, wie viele Einzeltransaktionen es werden. Wenn die Gebühren mehr als 4-5% des gesamten Transaktionsvolumens ausmachen, sollte dieser Zusatz nicht gewählt werden.

Jeder Trader muss mit diesem Orderzusatz seine eigenen Erfahrungen machen. Im Regelfall ist bei kleineren Volumina und stark gehandelten Titeln dieser Zusatz nicht notwendig, da sehr schnell Käufer und Verkäufer zum entsprechenden Preis zusammenfinden. Sollte es sich um einen nicht ganz so rege gehandelten Wert drehen und man möchte auf jeden Fall ab einem gewissen Preis einsteigen, ist es durchaus angebracht sich mit diesem Zusatz zu verstärken. Dank des Zusatzes „Fill or Kill“ wird dann der Kauf einer – im Verhältnis zu den Gebühren – zu geringen Menge verhindert.

12. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.