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Finanzagentur des Bundes: Der Ton wird rauer

Haben Sie Geld beim Bund angelegt? Etwa in Form von Bundesschatzbriefen oder der Tagesanleihe des Bundes. Dann wundern Sie sich nicht, wenn Sie ein wenig kundenfreundliches Schreiben in Ihrem Briefkasten finden. Darin droht die Finanzagentur mit Kündigung Ihres Schuldbuchkontos, sollten Sie nicht bis Ende Januar 2012 eine beglaubigte Kopie Ihres Personalausweises einreichen.

Auf diese Weise erfüllt die Finanzagentur die Anforderungen des Geldwäschegesetzes, wonach sie die Identität jedes Anlegers inklusive Geburtsort und Staatsangehörigkeit erfragen muss. Begnügt sich eine normale Bank mit dem Post-Ident-Verfahren, sind die Bürokraten der Finanzagentur mal wieder überaus gehorsam.

Im August 2011 schrieben sie 424 000 Personen an und forderten die fehlenden Angaben plus eine beglaubigte Personalausweis-Kopie. Nur 116 000 Personen lieferten die gewünschten Angaben und Unterlagen. Die restlichen 308 000 Personen bekamen nun die Drohung, dass die Finanzagentur das Schuldbuchkonto kündigen werde.


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Eine Beglaubigung vom Amt kostet üblicherweise zwischen 5 und 10 Euro. Die Erfüllung der Gesetzesanforderungen ist folglich mit zusätzlichen Kosten verbunden. Kosten, die eine Bank ihren Kunden üblicherweise abnimmt. Die Finanzagentur des Bundes dagegen nicht.

An dieser Stelle zeigt sich wieder einmal, dass eine staatliche Einrichtung – und nichts anderes ist die Finanzagentur des Bundes – herzlich wenig von Kundenfreundlichkeit versteht. Wie sie diesen Brief allerdings mit ihrer Aufgabe verbinden soll, Gläubiger der Bundesrepublik Deutschland trotz Euro-Krise bei Laune zu halten, ist schleierhaft.

Alternative: Bankkonten sind praktisch genauso sicher

Falls Sie keine Lust haben, sich diesem bürokratischen Zwang zu unterwerfen, gibt es allerdings eine sichere Alternative zu Tagesanleihe und Bundesschatzbriefen: Bankkonten.

Ein Tagesgeldkonto ist die sichere Alternative zur Tagesanleihe des Bundes. Lassen Sie sich nicht irritieren von der Tatsache, dass die Zinsen dort nicht täglich gutgeschrieben werden, sondern meist quartalsweise. Beim derzeitigen Zinsniveau wirkt sich das nicht aus.

Tagesgeldkonten sind erfreulicherweise auch etwas besser verzinst als die Tagesanleihe mit derzeit 0,25 Prozent. Bis zu 2,75 Prozent können Sie auch bei Instituten bekommen, die Ihre Einlagen im vollen Umfang absichern.

Und die Alternative zu Bundesschatzbriefen lautet Festgeld oder Sparbriefe. Auch hier zu besseren Konditionen als bei der Finanzagentur, nämlich zu etwa 3 Prozent. Lassen Sie sich also nicht von den Drohgebärden Finanzagentur irritieren.

Sie sollten lediglich darauf achten, dass die Bank Ihrer Wahl freiwillig die volle Absicherung Ihrer Einlagen bietet, und das nach dem deutschen Einlagensicherungssystem – und nicht etwa nach ausländischem Recht.

In einer früheren Version des Artikels ist die Finanzagentur fälschlicherweise als Behörde bezeichnet worden. Wir bitten das zu entschuldigen. Die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur ist jedoch eine GmbH. Alleiniger Gesellschafter der GmbH ist die Bundesrepublik.

5. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".