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Finanzen-Fachchinesisch verstehen

Kurs- und Wertänderungen, Renditeausschüttung oder eine Jahreshauptversammlung: Neuigkeiten in der Finanzwirtschaft sollen klare Fakten für jedermann verständlich wiedergeben, oder nicht?

Beachten Sie die Fußnoten

Tatsächlich ist es jedoch so, dass sich die wenigsten Informationen hinter den großen Schlagworten verbergen, die einem als Investor oder Aktien-Interessierten tagtäglich um die Ohren geschlagen werden.

Bei Angaben wie der Bilanzierung, der Erfolgsaufstellung oder der Finanzmittelrechnung handelt es sich stets nur um grobe Zusammenfassungen.

Mehr zum Thema: Bilanzen lesen auf einen Blick

Die wesentlich detaillierteren Zahlen, die zu diesen Berechnungen führen, werden in den jeweils mitgelieferten Fußnoten genannt oder – je nachdem – dort verborgen.

Fachchinesisch im Anhang

Das klingt ja eigentlich ganz einfach. Die Fußnoten geben nämlich wesentlich mehr Informationen weiter als nur die blanken Endergebnisse. Durch sie erklären sich die jeweils verwendeten Rechengrundlagen und auch alle weiteren Hintergrundwerte, die sich in den Hauptangaben nicht finden lassen.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass solche Angaben des Finanzwesens oftmals kryptisch verschlüsselt und kaum zu verstehen sind, wenn man nicht zufälligerweise über ein Diplom in Buchhaltung verfügt.


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Bei großen Firmen nimmt der Fußnotenanteil eines Geschäftsberichtes zahlreiche Seiten in Anspruch. Der Jahresbericht 2009 von IBM enthielt zum Beispiel insgesamt 59 Seiten voll von diesem Fachchinesisch.

Die meisten davon waren hochgradig technisch und nur äußerst schwer zu verstehen.

Entschlüsselung ist wichtig

Trotzdem sollte sich jeder Aktionär die Mühe machen, jedenfalls ab und zu tiefer in die Materie einzutauchen. Die zusammengefassten Standardangaben spiegeln nämlich nicht immer das vollständige und wahrheitsgemäße Bild eines Unternehmens wider.

Dafür sind die hinter den Berechnungen stehenden Algorithmen und Konformitäten viel zu komplex und undurchsichtig.

Mehr zum Thema: Bilanzanalyse: Kennzahlen richtig lesen

Wir erklären Ihnen fünf Regeln, um ein besseres Verständnis für diese wichtigen Angaben zu entwickeln:

1. Nachfragen, wenn man’s nicht versteht

Jeder Aktionär eines börsengehandelten Unternehmens hat das Recht auf Erklärungen. Wenn Ihnen eine Angabe oder Berechnung nicht einleuchtet, zögern Sie nicht, die jeweilige Verwaltung schriftlich oder telefonisch zu kontaktieren und um Aufklärung zu bitten.

2. Auf längerfristige Trends vertrauen

Wie sagt man so schön: „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“. Das trifft insbesondere auch in der Finanzanalyse zu, wo einzig und allein mehrjährige Betrachtungen wirkliche Aussagekraft haben.

Wenn Sie also den Zustand und den Wert einer Firma bewerten möchten, sollten Sie die Zahlen von mindestens fünf bis zehn Jahren in Ihre Betrachtung miteinbeziehen.

3. Auf wichtigste Angaben konzentrieren

Jeder Börsianer legt Wert auf unterschiedliche Angaben.

Wenn Sie zum Beispiel primär daran interessiert sind, wie ein Unternehmen seinen Kapitalfluss verwaltet, konzentrieren Sie sich am besten ausschließlich auf die Fußnoten, die Angaben über längerfristige Schuldverschreibungen und Kreditpläne enthalten.

4. Hinter das Fachchinesisch schauen

Grundsätzlich ist es von Vorteil, die Bewertungen von großen Firmen wie Standard & Poor’s zu beachten. Zudem kann man die Aktienberichte lesen, die von vielen Online-Brokern kostenlos angeboten werden.

Diese Berichte enthalten das Material von vielen Jahren und eignen sich hervorragend, um sich ein genaueres Bild von einem Unternehmen zu machen.

Durch diese externen Quellen gelingt es ihnen dann auch, einen ungeschönten Blick hinter das Wirrwarr des Fachchinesisch zu werfen.

17. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.