Finanzkrise 2011 erfasst auch die Rohstoffmärkte

Finanzkrise 2011 erfasst auch die Rohstoffmärkte

Die Finanzkrise 2011 greift jetzt auch an den Rohstoffmärkten um sich.

Viele Rohstoffe haben in den vergangenen Tagen deutlich an Wert verloren.

Besonders stark kamen die Industriemetalle unter die Räder.

So sackte Kupfer einmal mehr unter die Marke von 7.000 Dollar pro Tonne.

Die Aussicht auf ein verlangsamtes Wachstum in China hat die Märkte in dieser Woche ordentlich durcheinander gewirbelt.

China: Wachstumszahlen lassen nach

Und tatsächlich waren die chinesischen Wachstumszahlen am Dienstag alles andere als überzeugend: Mit nur noch 9,1% im Vergleich zum Vorjahr wuchs die chinesische Wirtschaft so schwach wie zuletzt im Frühjahr 2004.

Gleichzeitig steht die Inflation in dem asiatischen Boomland deutlich über der 6-Prozent-Marke. Daraus ergibt sich ein reales Wirtschaftswachstum von rund 2,5%. Viele Experten sagen nun, dass solche Werte nicht ausreichen, um die globale Konjunktur weiter anzutreiben.

Und der Boom in China ist doch sehr stark auch von Investitionen in Infrastruktur getrieben. Und dafür werden riesige Mengen Rohstoffe benötigt. Und Kupfer ist nur ein Beispiel für aktuell schwache Preise. Das gleiche gilt auch für Aluminium, Blei oder Nickel.

Beim Nickel, einem ganz wichtigen Industriemetall für die Stahlherstellung, ging es seit dem Jahreshoch im Februar um fast 40% nach unten. So niedrig wie in dieser Woche notierte der Nickelpreis zuletzt im März 2010.

 

Edelmetalle halten sich deutlich besser

 

Bei den Edelmetallen sieht die Lage deutlich besser aus: Zwar sind auch Gold und Silber weit vom Jahreshoch entfernt. Doch ist der massive Absturz ausgeblieben. Und beim Gold hat sich die Marke von 1.600 Dollar und beim Silber von 30 Dollar als Unterstützung herausgebildet.

Weitere Abschläge mussten jedoch Platin und Palladium im Wochenverlauf hinnehmen. Vor allem Platin ist aktuell sehr spannend: Nur sehr selten ist Platin billiger als Gold. In neun von zehn Fällen kostet Platin mehr. Aktuell liegt jedoch der Preis für Platin 130 Dollar unter dem Goldpreis.

Kommt die Wende am Edelmetallmarkt?

Das kann ein Signal für eine Wende am Edelmetallmarkt sein. Ich halte es jedoch für sehr viel wahrscheinlicher, dass der Platinpreis schon bald diese Lücke wieder aufholen wird.

Bedenken Sie: Südafrika ist das weltweit wichtigste Produktionsland für Platin. Dort sind jedoch die Produktionskosten extrem hoch.

Sollte der Preis noch etwas weiter sinken, können einige Produzenten nicht mehr gewinnbringend Platin abbauen. Und bevor bei der Produktion Verluste auflaufen, wäre ein befristeter Produktionsstopp die Lösung.

Solche Phasen gibt es bei Metallen immer wieder. Im Jahr 2008 war das beispielsweise bei Nickel der Fall.

Durch die Schließung zahlreicher Minen kam es zu einer Angebotsverknappung. In sehr kurzer Zeit stieg dann der Nickelpreis aber wieder an.

So eine Entwicklung ist auch gut beim Platin möglich. Allerdings ist der Markt auch deutlich kleiner als beim Nickel. Aber auf jeden Fall werde ich Platin in den nächste Wochen verstärkt im Blick behalten. Sie sehen, auch hier gibt es bei der aktuellen Finanzkrise 2011 eine Parallele zur Finanzkrise 2008/09.

 
 
Bildquelle: Imaginis - Fotolia

Autor:

Heiko Böhmer

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