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Finanzkrise: Geld stinkt manchmal doch

Was ist das?

Sie wollen einen Computer kaufen. Bei dem Händler Ihres Vertrauens finden Sie genau den PC, der Ihnen vorschwebt:

Die Leistung stimmt. Der Preis ist günstig. Der Computer hat etliche Gütesiegel.

Sie kaufen den Computer und bringen ihn nach Hause. Dort schließen Sie ihn an. Das Gerät läuft. Es hat – so scheint es – alles seine Ordnung.

Nach geraumer Zeit wird die “Kiste” aber langsamer. Einige Programme, die Sie mitgekauft haben, laufen nicht mehr. Schließlich verabschiedet sich der Computer ganz.

Misstrauisch geworden lassen Sie den Computer von einem Fachmann prüfen, der nicht zu Ihrem Händler gehört.

Betrug

Das niederschmetternde Ergebnis: Die “Kiste” ist Schrott.

Der Computer hatte ein schönes Gehäuse, doch innen stimmte nichts mit den glänzenden Beschreibungen des Händlers überein.

Recherchen bringen Folgendes ans Tageslicht:

Der Händler packte bewusst Schrott in glänzende Kästen und verkaufte diese als hochwertige Computer – wohl wissend, dass er die Kunden übervorteilte. Vergleichbare Schrott-Computer hat er in Massen verkauft.


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Die oben gestellte Frage lautete: Was ist das? – Die Frage ist schnell beantwortet: Es ist Betrug!

Wie urteilt ein Gericht?

Als „Betrug“ würde das vermutlich auch ein Gericht beurteilen – wäre zumindest anzunehmen und zu erwarten.

Würde der Händler wohl ohne Verurteilung nach Hause gehen, wenn er dem Gericht viel Geld anbieten würde?

Das Gericht würde sicher ablehnen und den Händler wegen Bestechung noch deutlich härter verurteilen – dachte ich. Denken Sie auch? Der oben geschilderte Vorgang war fiktiv, aber …

… so war es ganz real:

Anleger wollten Wertpapiere kaufen. Bei dem Händler Ihres Vertrauens fanden sie genau die richtige Anlageform, die ihnen vorschwebte.

Die Leistung stimmte. Der Preis stimmte. Die Papiere hatten ein weltbekanntes Gütesiegel. Die Anleger kauften also die Wertpapiere.

Es hatte – so schien es – alles seine Ordnung. Nach geraumer Zeit wurden die Anleger misstrauisch und ließen die Papiere von einem Fachmann prüfen, der nicht zu dem Haus gehörte, das das Gütesiegel vergeben hatte.

Betrug

Das niederschmetternde Ergebnis: Die Papiere waren Schrott. Sie waren „schön verpackt“ und mit einem Gütesiegel versehen. Der Inhalt stimmte jedoch nicht mit den Beschreibungen überein.

In Recherchen stellte man fest, dass bewusst Schrott in glänzende Kisten gepackt und diese als hochwertige Analageform bewertet und verkauft wurden – wohl wissend, dass die Kunden übervorteilt wurden.

Vergleichbare Schrott-Papiere wurden weltweit in Milliardenhöhe verkauft.

Die oben gestellte Frage lautete: Was ist das? – Die Frage ist schnell beantwortet: Es ist Betrug! – dachte ich…

US-Gericht lässt Betrüger laufen

Hier ging es konkret um die geschönten Kreditbewertungen durch die US-Rating-Agentur Standard & Poor’s:

Die führten u. a. zur Eskalation der Finanzkrise und brachten vielen Anlegern weltweit extrem hohe Verluste ein – und nicht nur Anlegern.

Denn Banken, die sich verzockt hatten, wurden mit Steuergeldern gerettet. Also hat der Betrug – so bewerte ich das nach gesundem Menschenverstand – auch Sie und mich geschädigt.

Nun: Standard & Poor’s hat sich mit US-Behörden geeinigt und zahlt 1,5 Mrd. Dollar. Damit ist der Fall erledigt – ich meine: freigekauft.

Deutsches Gericht ist nicht besser

Nun ließe sich mit ausgestrecktem Finger über den großen Teich auf die (scheinbar) käufliche US-Justiz zeigen.

Da sage ich aber: Schnell, schnell Finger zurück!

Denn was dem einen (Standard & Poor’s) sein US-Gericht, ist dem anderen (Formel 1-Chef Bernie Ecclestone) sein deutsches Gericht.

Im Sommer 2014 zahlte Ecclestone im gegen ihn laufenden Prozess wegen Bestechung die Vergleichssumme von 100 Mio. Dollar. Er verließ das Gericht als freier, nicht vorbestrafter Mann – ich meine: freigekauft.

Fazit: Geld stinkt manchmal doch

Juristisch gesehen sind beide unschuldig, Standard & Poor’s und Ecclestone.

Mein diesbezügliches Fazit ist aber bereits im Titel dieses Beitrags zu finden: „Geld stinkt manchmal doch“.

5. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen, so z.B. für das Buch „Reich mit Optionen“. Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.