von Janne Joerg Kipp

Finanzkrise: Landesbanken-Rating und Ihr Risiko

Moody’s stuft herab

Alarm in deutschen Großstädten: Landesbanken offiziell unsicherer

Kahlschlag in der deutschen Landesbanken-Szene.

Die amerikanische Rating-Agentur Moody’s hat die Einstufung für die Institute teilweise dramatisch herunter genommen.

Sowohl die Anzahl als auch die Stärke der Herabstufung überraschte Analysten.

Für uns alle wird es teuer, denn: die Zinsen werden steigen. Schützen Sie Ihr Vermögen auch vor diesen Auswirkungen der Finanzkrise, vor den Landesbanken und deren neuen Ratings.

Alarm in zehn Häusern

Die Agentur prüfte seit Sommer zwölf Banken, die um ihren guten Ruf zittern mussten. Das Ergebnis ist dramatisch: gleich zehn Geldhäuser des Staates haben eine schlechtere Note als zuvor kassiert. Noch schlimmer: gleich sechs der Banken haben sogar ein um drei Stufen schlechteres Ergebnis erzielt. Dies betrifft diese Häuser:

  • Bayern LB
  • Deutsche Hypothekenbank
  • LBBW
  • Nord/LB
  • Norddeutsche Landesbank Luxembourg
  • Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg

Weitere Senkung um zwei Stufen

Noch einmal um zwei Stufen sank die Einstufung der Banken Helaba, HSH Nordbank sowie die Landesbank Saar. Eine Stufe bergab ging es „nur“ mit der DekaBank.

Mit weißer Weste kamen davon die Landesbanken von Berlin sowie – vorläufig – die vielberüchtigte WestLB. Diese Bank war durch zahlreiche Skandale aufgefallen und schien zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung ebenfalls als Institut, das überschuldet wirkt.

Achtung: Nach Auskunft der Prüfer sowie Analysten steht aktuell der gesamte Sektor unter Druck. Denn: Politik und Öffentlichkeit wollen die Institute verkleinern und teils zusammenführen. Zudem sind die Kredite der Banken nicht mehr durch den Staat abgesichert.

Dies wird die Situation der Landesbanken in Zukunft weiter erschweren. Daher: rechnen Sie mit weiteren Schwierigkeiten in dem Segment.

Banken: auch Geschäftsbanken unter Druck

Rechnen Sie zudem damit, dass die Geschäftsbanken in den nächsten Jahren ebenfalls noch Rückstufungen werden hinnehmen müssen. Vor diesem Hintergrund warnen wir etwa weiterhin vor Aktien wie der Commerzbank.

Das Problem der Banken: zum einen werden diese ihre Kredite künftig besser absichern müssen als bislang. Zum anderen werden Kredite für Banken künftig teurer.

Denn: die Zinsen an den Finanzmärkten werden angesichts der neuen Geldflut wieder steigen. Beide Effekte zusammen werden die an sich bereits nicht gesunden Banken weiter in die Bredouille bringen.

GeVestor meint: Die schlechten Nachrichten im Bankensektor haben erst begonnen. Die Landesbanken spielen in der öffentlichen Wahrnehmung keine besondere Rolle. Aber: schlechte Rating-Noten führen dazu, dass die Banken künftig insgesamt schlechter bewertet werden.

Dies wird sich in teureren Krediten wie etwa auch über den Interbankenzins niederschlagen. Die Aktienkurse werden die schlechteren Einnahmen widerspiegeln.

 
 
Bildquelle: Elenathewise - Fotolia

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Janne Joerg Kipp

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage. Aktuelle Hinweise und Empfehlungen zur Vorsorgeoptimierung erhalten Unternehmer und Entscheider im kostenlosen Newsletter Wirtschaft Vertraulich.