MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Finanzmarktpsychologie: Was verbirgt sich dahinter?

Die traditionelle Kapitalmarkttheorie basiert auf der Kernthese, dass alle Investoren vollkommen rational handeln. Was Sie jetzt vielleicht intuitiv schon als abwegig empfinden, ist eigentlich auch schon seit geraumer Zeit durch einige Wissenschaftler widerlegt, die sich mit der Verhaltensorientierten Kapitalmarktforschung (Behavioral Finance) beschäftigen.

Trotzdem halten Mainstream-Ökonomen an ihrer Vorstellung vom rationalen „Homo Oeconomicus“ genau so fest, wie an der Überzeugung, dass Aktienkurse primär von der Geschäftsentwicklung der Unternehmen abhängig sind.

Der „Homo Oecconomicus“ ist dabei ein in der Wirtschaftswissenschaft sehr gerne verwendetes Konzept. Es geht davon aus, dass alle wirtschaftlichen Handlungen rein nutzenmaximierend und berechnend erfolgen, ohne jede gefühlsmäßige oder irrationale Komponente.

Aktienkursentwicklungen nicht rational erklärbar

Doch Aktienkurse schwanken sehr viel stärker als durch fundamental/rationale Faktoren alleine erklärt werden kann. Zu dieser zentralen Erkenntnis kam der Yale-Professor und anerkannte Finanzmarktexperte Robert J. Shiller im Jahre 1981 bei dem Versuch, die Aktienkurse von Unternehmen durch deren Gewinn- oder Dividendenentwicklung zu begründen.

Trotzdem versuchen Analysten seit jeher, Aktienkurse durch vergangene und zukünftige Gewinne, Dividenden und andere Fundamentaldaten zu prognostizieren – mit meist eher bescheidenem Erfolg.

Beispiel „Technologie-Blase“

Die Technologie-Blase Ende der 90er Jahre und ihr Platzen im Jahr 2000 gelten heute als populäres Beispiel dafür, dass Emotionen eine Rolle bei der Bildung von Aktienkursen und der Abkopplung der Preise von ihren fundamental gerechtfertigten Werten spielen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Lange Zeit stiegen die Aktienkurse von Unternehmen mit teilweise mehr als fragwürdigen Geschäftsmodellen. Die früher angelegten Bewertungsmaßstäbe schienen außer Kraft gesetzt.

Euphorie machte sich breit und die Abweichungen der Kurse von den Fundamentaldaten waren so groß und lang andauernd, dass viele Akteure innerhalb der Finanzindustrie die Sinnhaftigkeit traditioneller fundamentaler Bewertung in Frage stellten.

Das Ende ist bekannt. Das Platzen der Blase und der anschließende fast dreijährige Bärenmarkt führten zu einem Unterschreiten der Fundamentalwerte und mündeten schließlich in Angst, Panik und der Kapitulation vieler Anleger im Frühjahr 2003. Genau zu jenem Zeitpunkt begann der nächste Bullenmarkt.

Märkte sind irrational, weil Menschen irrational sind

Doch Märkte geraten nicht irgendwie „außer Kontrolle“. Aktienkurse sind das Ergebnis der Handelsaktivität von menschlichen Akteuren.

Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Daniel Kahnemann und der Psychologe Amos Tversky haben Ihre Forschung dem menschlichen Verhalten in Entscheidungssituationen unter Unsicherheit gewidmet.

Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich Menschen oft – vor allem in Stresssituation – von ihren Emotionen leiten lassen und infolgedessen irrational handeln.

Laut Kahnemann ist es so, dass das menschliche Gehirn eigentlich nicht optimal für das Traden und Investieren geeignet ist. In Entscheidungssituation, die von Anspannung und Druck geprägt sind, funktioniert unser Denkapparat oft sehr impulsiv und wenig rational.

Komplexe Zusammenhänge werden zu stark vereinfacht. Man filtert die Informationen heraus, die die eigene Meinung bestärken, anstatt auch nach kritischen Informationen und Meinungen zu suchen. All das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist einfach nur menschlich.

Die Behavioral Finance kann Ihnen in mehrfacher Hinsicht nützlich sein, um an der Börse Geld zu verdienen – sei es durch Vermeidung klassischer Anlegerfehler oder durch konkrete Timing-Entscheidungen.

Achten Sie selber auf Ihr eigenes Anlageverhalten. Rationalität alleine ist kein Garant für sichere Gewinne, aber halten Sie sich an Ihr eigenes Konzept.

Die Realität der Börsenpsychologie zeigt: Verluste werden anders als Gewinne „gefühlt“. Insbesondere das Realisieren von (Anfangs kleinen) Verlusten fällt oft schwer, kann aber sehr viel Geld sparen. Setzen Sie sich daher vor (!) einer Kaufentscheidung eigene Limits, zu denen Sie wieder verkaufen werden. Und besonders wichtig: halten Sie sich an diese Vorgaben.

21. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
geve
Von: geve.