MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Finanzmarktregulierung Pro und Contra – heiße Diskussion vor der Bundestagswahl

Die Finanzmärkte sind das zentrale Thema – besonders im Wahlkampf vor der Bundestagswahl am 22. September 2013. Grundsätzlich gibt es von allen Parteien ähnliche Ziele, die aber auf unterschiedlichem Weg erreicht werden sollen.

Vertrauen in Finanzmärkte

Die Parteien sind sich größtenteils einig: Man muss wieder mehr Vertrauen schaffen in die Finanzmärkte. Vor allem die Anleger (und damit sind primär die privaten Kleinanleger gemeint) sollen wieder ihr Geld vertrauensvoll in die Märkte stecken.

Doch dafür muss einiges geschehen. Der aktuelle Kursanstieg des DAX Performance Index auf neue Rekordhochs ist gänzlich ohne Privatinvestoren geschehen. Diese halten sich noch immer heraus. Sei es, dass sie sich die Finger bereits verbrannt haben und nicht mehr wollen, oder dasss sie nicht mehr können, weil kein Spielgeld mehr für die Börse übrig ist.

Sollte das (zweifelsohne nötige) Vertrauen in die Banken auch wieder hergestellt werden können, werden die Börsenkurse sicher weiter nach oben klettern. Von diesem Punkt der Regulierung hätten in diesem Fall die meisten Beteiligten etwas. Es stellt sich allerdings die Frage, mit welchen Gesetzen das Vertrauen relativ schnell wieder hergestellt werden kann.

Stärkere Kontrolle und höhere Eigenkapitalquote für Banken

Dieser Punkt wird allerorts befürwortet – von einigen waghalsigen Zockern auf Bankenebene einmal abgesehen. Wenn Banken mehr zur Rechenschaft gezogen werden können, droht kein Domino-Effekt mehr, wenn ein Kreditinstitut pleitegehen sollte.

Mehr Eigenkapital bedeutet auch mehr Verlustrisiko für die Banken, und dadurch sollten allzu riskante Investitionen seltener vorkommen. Die Folge wäre ein System, das weniger anfällig ist, weil sich riskante Blasen weniger häufig bilden und platzen würden.

Gesetzlich ausschließen, dass eine Bank sich verspekuliert, kann man wohl kaum, nur der Schaden bzw. die Fallhöhe kann reguliert werden. Wenn die EZB oder andere Aufsichten mehr Macht und Kontrolle bekommen, die neuen Gesetze auch durchzusetzen, wird den Banken nichts anderes übrig bleiben, als solider als bisher zu wirtschaften.

Das ist zumindest das Ziel, das dahinter steckt. Ob es nicht doch wieder neue Schlupflöcher gibt oder Lobbyisten, die ein paar Sonderregeln in die neue Gesetz schreiben lassen – es wird erst die Zeit zeigen, wie sehr man die Banken kontrollieren kann.

Finanzmarktregulierung Pro und Contra: Fazit

Genau um die Zeit geht es aber, denn niemand kann abschätzen, wie lange wir diese Politik noch weiterführen können. Offensichtlich läuft die Geldschöpfung der Notenbanken auf Hochtouren – allen voran Japan und USA.

Während über Pro und Contra der Finanzmarktregulierung heftig diskutiert wird, verstreichen wertvolle Monate. Insofern kann man froh sein über die relativ baldige Bundestagswahl in Deutschland, denn erst danach – so scheint es – sind wieder Veränderungen möglich. Ein großes Ziel beispielsweise wäre ein Abbau des Derivatemarktes, der bereits bedrohliche Ausmaße angenommen hat.

Mit der Finanzmarktregulierung will die Politik das Entstehen neuer Börsencrashs verhindern, während gleichzeitig die aktuelle Situation aber kaum entschärft wird. Eine Kombination aus Banken zur Verantwortung ziehen und kontrolliertem Druckabbau der Derivateblase wäre eine plausible Marschroute.

Solange allerdings fast grenzenlos Geld aus dem Nichts geschöpft wird, muss das auch irgendwo investiert werden, und das führt wiederum zu mehr Blasenbildungen.

31. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.