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Finanzskandal um Ivan „den Schrecklichen“ Boesky

„Es ist gut, wenn man habgierig ist. Ich glaube sogar, dass es gesund ist, habgierig zu sein. Sie können geldgierig und trotzdem mit sich im Reinen sein.“

Diese Worte sollten Ivan Boesky zur Legende machen. Der Regisseur Oliver Stone legte dieses Zitat Boeskys in seinem Film „Wall Street“ dem Filmcharakter des gewissenlosen Börsenspekulanten Gordon Gekko in den Mund. Sie verdeutlichen die Skrupellosigkeit der Finanzwelt der 1980er Jahre.

Ivan Boesky, der schreckliche Spekulant

Der größte Finanzskandal der 1980er Jahre ist mit dem Namen Ivan Boesky verbunden. Er schaffte es, durch Insidergeschäfte andere Finanzexperten hinters Licht zu führen.

Als Arbitragehändler konnte Boesky unbemerkt auf Kursanstiege bei Firmenübernahmen spekulieren. Ein Arbitragehändler versucht durch die Preisunterschiede z.B. auf verschiedenen Märkten Gewinne zu erzielen. Zusammen mit dem Investmentbanker Dennis Levine wurden Boeskys Aktivitäten jedoch illegal.

Dennis Levine verfügte über ein großes Informantennetzwerk innerhalb der Investmentbanken und Anwaltschaften, die die Firmenübernahmen leiteten. Diese Informationen waren für Boesky und Levine Gold wert: sie setzten riesige Summen auf die Aktien von Übernahmekandidaten, um sie nach der Übernahme wieder gewinnbringend zu verkaufen.

Verrat und Haftstrafe

Der Finanzbetrug flog Mitte der 1980er Jahre auf. Die US- Börsenaufsichtsbehörde SEC hatte Levine und Boesky schon länger im Verdacht, Insiderwissen zu benutzen. Durch einen anonymen Brief wurde erst Levine aus dem Verkehr gezogen. Wertpapierbetrug und Insiderhandel wurden mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft.

So schloss Levine einen Deal ab: mildere Umstände gegen weitere Namen. Der Name Ivan Boesky stand ganz oben auf seiner Liste. Die Konsequenz für Boesky: 3 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 100 Millionen US-$. Die Geldstrafe konnte Boeskys Vermögen kaum ankratzen.

Der Aufstieg des Ivan Boesky

Ivan Boeskys Börsenkarriere begann in den 1970er Jahren als solider Arbitragehändler. Dies änderte sich gegen Ende des Jahrzehnts. Eine große Zahl an Firmenübernahmen brachte dem Arbitragehandel riesige Gewinne ein. Dies gelang durch den rechtzeitigen Kauf von Aktien eines Übernahmekandidaten, um sie beim Kaufangebot eines Interessenten mit hohem Gewinn wieder verkaufen zu können.

Ivan Boesky beherrschte den Arbitragemarkt. Seinem untrüglichen Gespür für den richtigen Zeitpunkt eines Kaufs oder Verkaufs vertrauten so viele Investoren, dass er innerhalb kürzester Zeit zum vielfachen Millionär wurde.

Seriöser Handel hat das Nachsehen

Während der Finanzskandal Ivan Boeskys Vermögen nicht weiter ankratzen konnte, verloren viele Händler nach Bekanntwerden des Skandals große Geldmengen.

Boesky kam nach einem Abkommen mit der Börsenaufsichtsbehörde mit einem blauen Auge davon und wird immer noch von einigen Bewunderern für seine Spekulationen beklatscht. Seriösere Händler und Investoren haben das Nachsehen.

10. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.