MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Was ist die Finanztransaktionssteuer?

Viele Anleger werden das Thema sicherlich in letzter Zeit in den Medien mit verfolgt haben. Die Rede ist natürlich von der angekündigten Finanztransaktionssteuer. Wir klären, worum es dabei genau geht. Schon seit zwei Jahren liegen der Bunderegierung Entwürfe für die Einführung einer neuen Besteuerung vor, der so genannten Finanztransaktionssteuer.

Im Mai 2010 entschloss sich die Koalition erstmals dafür, eine explizite Besteuerung der Finanzmärkte anzustreben. Seitdem hat sich nicht sehr viel getan, denn das Konzept ruft viele kritische Stimmen auf den Plan. Außerdem sind alle bisherigen Umsetzungsmodelle in vielen Details nur äußerst undeutlich formuliert. Klar ist aber schon jetzt: sollte es zur Einführung einer solchen Finanztransaktionssteuer kommen, hätte das gravierende Auswirkungen auf den Finanzmarkt und damit auch auf jeden einzelnen Anleger.

Finanztransaktionssteuer und die Folgen

Ganz allgemein sieht die Finanztransaktionssteuer eine Besteuerung sämtlicher Anlagegeschäfte vor, bei denen Geld den Besitzer wechselt. Betroffen wäre also der Handel mit Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Devisen, Rohstoffen und Derivaten. Ein genauer Steuersatz ist noch nicht bekannt, es sind aber Zahlen im Bereich 0,01% bis 0,1% im Umlauf.

Dieser Steuersatz soll sich dann aber in jedem Fall auf den entsprechenden Kurswert beziehen, zu dem die Transaktion abgewickelt worden ist: Unter Umständen ein empfindlicher Dämpfer für Ihre Rendite! Natürlich soll die Finanztransaktionssteuer in erster Linie für den Handel an Börsen erhoben werden. Ob auch der außerbörsliche Handel betroffen sein wird, ist noch nicht klar.

Gründe für die Finanztransaktionssteuer

Die Frage ist natürlich: Warum soll überhaupt ein so umfangreiches neues Besteuerungssystem eingeführt werden? Nach Aussagen der Bunderegierung ist es notwendig, um die Gefahr weiterer zukünftiger Finanzkrisen einzudämmen. Aus Regierungssicht ist der Handel an Börsen und mit Anlageoptionen wie Aktien und Devisen spekulativ und gefährlich. Sie sieht darin den Hauptauslöser für eine Wirtschaftskrise wie wir sie noch jetzt in den letzten Auswirkungen verspüren.

Durch die Finanztransaktionssteuer soll zumindest die Anzahl der kurzfristigen Spekulationen verringert werden. Da die Steuer auf jede Transaktion angewendet werden würde, verringert sie gerade bei schnellem und hochfrequenten Transfern die Rendite. Anleger sollen so also dazu ermuntert werden, eher langfristige Investments anzustreben.

Viele Details sind noch unklar

Wie eingangs erwähnt sind viele Punkte der geplanten Steuer noch unklar und weiterhin Thema hitziger Debatten zwischen Regierung und Opposition. So ist zum Beispiel noch nicht geklärt, ob die Finanztransaktionssteuer auf nationaler oder auf internationaler Ebene aller G20-Länder erhoben werden soll. Die erste Variante hätte den Nachteil, dass die Steuerbelastungen der Anleger (und die Einnahmen der Regierung) in den großen Handelszentren übermäßig hoch wären.

Die zweite Variante sieht sich dagegen vor dem Problem, dass die EU (noch) nicht das Recht besitzt, Steuern für die Mitgliedsländer zu erheben. Und zu guter Letzt ist auch das Datum der Einführung alles andere als geregelt. Denn obwohl die EU-Kommission in Brüssel eine Einführung ab 2014 vorgeschlagen hat, birgt die Umsetzung bis dahin noch viel Konfliktpotential.

12. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.